Kommunalwahl 2020

SPD-Ratsherr Thomas Rotter „flüchtet“ nach Essen-Bochold

Thomas Rotter, SPD-Ratsherr von der Margarethenhöhe, wurde für die Kommunalwahl 2020 vom SPD-Ortsverein Bochold als Ratskandidat nominiert.

Thomas Rotter, SPD-Ratsherr von der Margarethenhöhe, wurde für die Kommunalwahl 2020 vom SPD-Ortsverein Bochold als Ratskandidat nominiert.

Foto: Foto: Socrates Tassos

Essen.  Die SPD Bochold hat Thomas Rotter für die Kommunalwahl 2020 nominiert. Der Ratsherr von der Margarethenhöhe sah dort keine Chance mehr.

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Stühlerücken bei der SPD: Der Ortsverein Bochold hat den Vorsitzenden des städtischen Planungsausschusses, Thomas Rotter, als Ratskandidat für die Kommunalwahl im kommenden Jahr nominiert. Rotter gehört dem Rat der Stadt seit 2009 an und vertritt dort den Kommunalwahlbezirk Haarzopf/Margarethenhöhe/Fulerum. Der Geschäftsführer eines Ingenieurbüros ist Mitglied des Ortsvereins Margarethenhöhe.

Seinen Wahlbezirk hatte er bei der Kommunalwahl 2014 mit 19 Stimmen Vorsprung gewonnen. Für die Kommunalwahl 2020 wird der Bezirk neu zugeschnitten, denn das Gesetz verlangt, dass in jedem Kommunalwahlbezirk etwa gleich viele Einwohner leben. Ein Teil der Margarethenhöhe wird deshalb dem Wahlbezirk Holsterhausen zugeschlagen. Hat er deshalb das Weite gesucht?

In Rotters bisherigem Wahlbezirk wäre es auf eine Kampfabstimmung hinausgelaufen

Sein bisherige Wahlbezirk werde für die SPD wohl verloren gehen, hatte Rotter bereits vor wenigen Wochen im Gespräch mit der Redaktion gesagt. Er selbst hätte sich zudem vor einer erneuten Kandidatur zunächst parteiintern durchsetzen müssen. Der SPD-Ortsverein Haarzopf hat den Philipp Rosenau, einen Studenten der Volkswirtschaftslehre, als Ratskandidat nominiert. Einer Kampfabstimmung ging Rotter somit aus dem Wege.

Er sei vom SPD-Ortsverein Bochold angesprochen worden, ob er kandidieren wolle und habe zugesagt, so Rotter. Auf der Mitgliederversammlung wurde er einstimmig nominiert. Rotter sei „der richtige Kandidat“ und ein profilierter Vertreter der SPD im Rat der Stadt, so Kevin Kerber, Vorsitzender des Ortsvereins Bochold. Der selbstständige Ingenieur ist im Rat Vorsitzender des Planungsausschusses und gilt in diesem Bereich als unideologischer, im Zweifel baufreudiger Pragmatiker.

2016 war Rotter einer der Sprecher der parteikritischen SPD-Zukunftswerkstatt

Im Jahr 2016 war Thomas Rotter einer der vier Sprecher der „Zukunftswerkstatt“, einer Basisbewegung der Essener SPD, die sich im Zuge der Flüchtlingskrise und der damit verbundenen Eruptionen in der Essener SPD für innerparteiliche Meinungsvielfalt stark machte. Zudem warnte Rotter damals vor einer Hegemonie faktischer Berufspolitiker in der Kommunalpolitik, die als Assistenten und Büroleiter von Bundestags- und Landtagsabgeordneten zu viel Ideologie und zu wenig Basisnähe und Berufserfahrung in die Politik brächten.

Die Initiative hat ihm und seinen damaligen Mitstreitern Karlheinz Endruschat, Angelika Weihnacht und Guido Reil in der Essener SPD begreiflicherweise nicht nur Freunde beschert. Endruschat wurde erst jüngst von seinem Ortsverein Altenessen nicht erneut für den Rat aufgestellt. Reil verließ die SPD und ist jetzt Europaabgeordneter der AfD.

Thomas Rotter löst in Bochold Friedhelm Klix als Ratskandidat ab

Rotter folgt in Bochold als Kandidat auf Ratsherrn Friedhelm Klix, der mit Ende der Ratsperiode 2020 aus dem Stadtparlament ausscheiden wird. Über die endgültige Kandidatenliste für den Stadtrat entscheidet die so genannte Vertreterversammlung der SPD. Es ist nicht auszuschließen, dass die Personalie Rotter bei seinen parteiinternen Gegnern dann noch einmal für Diskussionen sorgt. schy

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