Asbestfunde

Asbestabfall neben Schule: SPD-Ratsfrau kritisiert die Stadt

Die Baustelle der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Essen, fotografiert am Sonntag, 21.10.2018. Hier wurde fünfmal soviel asbestbelasteter Boden gefunden, als gedacht. Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Die Baustelle der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Essen, fotografiert am Sonntag, 21.10.2018. Hier wurde fünfmal soviel asbestbelasteter Boden gefunden, als gedacht. Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Foto: Socrates Tassos

Essen-Schonnebeck.   Die SPD Schonnebeck weist auf frühere Aussagen der Stadt über die belastete Fläche hin. So wurde dort kein Parkplatz für das Bad genehmigt.

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Wie gefährlich sind die asbesthaltigen Schuttberge auf der Baustelle der Gustav-Heinemann-Gesamtschule? Wann werden die 25.000 Tonnen aus Schonnebeck abgefahren? Über diese und weitere Fragen möchte die Stadtverwaltung die Anwohner und die Öffentlichkeit Anfang Dezember informieren. Das kündigt Dr. Ecevit Agu, stellvertretender Fachbereichsleiter in der städtischen Immobilienwirtschaft, an.

Derweil übt Heike Brandherm, Ratsfrau und Vorsitzende der SPD Schonnebeck, heftige Kritik an der Stadtverwaltung: „Mich ärgert die Arbeit, die die Verwaltung nicht macht. Der Gutachter, der mit den Voruntersuchungen des Baugrunds beauftragt war, wurde nicht genügend kontrolliert.“

Die Fläche sollte zu feucht für eine Bebauung sein

Im ihrem Stadtteil wüssten besonders die älteren Anwohner, dass das Grundstück neben der jetzigen Schule einst eine Senke war, die mit Bauschutt aufgefüllt wurde. Dass es sich offenkundig um eine Problemfläche handelt, sei auch der Stadt schon früher bekannt gewesen. So habe etwa die SPD vorgeschlagen, dort einen zusätzlichen Parkplatz für die Besucher des Nord-Ost-Bades zu bauen. „Doch uns wurde gesagt, dass die Fläche zu feucht sei. Auch alle anderen Vorschläge wurden von der Verwaltung abgebügelt.“ Dass kein Bezirksvertreter angesichts dieser Vorgeschichte Alarm geschlagen hat, sei verständlich, findet Heike Brandherm: „Wenn die Stadt sagt, wir kümmern uns darum, dann sind sie erst einmal beruhigt. Warum sollen sie es hinterfragen?“

Das hat inzwischen die Staatsanwaltschaft getan. Nachdem Strafanzeige wegen „unsachgemäßen Umgangs mit Abfällen“ erstattet wurde, liegt der Fall jetzt in ihren Händen. Sie gibt derzeit allerdings urlaubsbedingt keine Auskunft.

Aushub- und Entsorgungskonzept wird erarbeitet

Die Immobilienwirtschaft bereitet derweil das Aushub- und Entsorgungskonzept vor, um es sich anschließend von der Bezirksregierung absegnen zu lassen. „Dieses Konzept ist dann die Grundlage für die Ausschreibung, um eine Firma mit der Abfuhr zu beauftragen.“

SPD-Ratsfrau Heike Brandherm befürchtet, dass sich angesichts der gigantischen Menge von 25.000 Tonnen belasteten Materials gar keine Firma findet, die den Auftrag bewältigen kann: „Dann ist die Schule bezugsfertig, aber das Asbest liegt noch zehn Jahre da.“

>>>>>Neuer Gutachter stieß auf zusätzliche Belastung

Ursprünglich sollte die mit Asbest belastete Bodenmenge 500 Tonnen betragen, im Frühjahr sprach man dann von 5000 Tonnen, inzwischen geht man von 25.000 Tonnen aus.

Die zusätzliche Menge war von einem neuen Gutachter beprobt worden, um sie wieder auf dem Gelände einbauen zu können. Dabei wurde die zusätzliche Belastung entdeckt.

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