Polizeipräsidium

Essen: Rauswurf von Polizeischüler Fall für Sonderinspektion

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags: In der Sitzung kündigte er an, den Fall des Essener Kommissaranwärters von der vergangene Woche eingesetzten Sonderinspektion noch einmal aufrollen zu lassen.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags: In der Sitzung kündigte er an, den Fall des Essener Kommissaranwärters von der vergangene Woche eingesetzten Sonderinspektion noch einmal aufrollen zu lassen.

Foto: Federico Gambarini / dpa

Essen.  Die Entlassung eines Kommissaranwärters aus dem Polizeidienst in Essen wird von einer Sonderinspektion geprüft, kündigte der Innenminister an.

  • Polizeischüler in Essen musste Ausbildung im Sommer 2018 vorzeitig beenden
  • Er hatte Vorwürfe gegen Kollegen erhoben: Sie sollen einen Schwarzen misshandelt haben
  • Die Ermittlungen gegen die Polizisten wurden inzwischen eingestellt
  • Entlassung des Polizeischülers wird noch einmal untersucht

NRW-Innenminister Herbert Reul hat angekündigt, den Fall des Essener Kommissarsanwärters von einer Sonderinspektion noch einmal aufrollen zu lassen. Das sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags.

Diese Inspektion ist für Essen eingesetzt worden, nachdem in der vergangenen Woche ein rechtes Netzwerk bei der Polizei in Mülheim enttarnt wurde, das auch Bezüge nach Essen hat. Essen und Mülheim sind in einem Polizeipräsidium vereint.

Ex-Staatsanwalt erhebt schwere Vorwürfe gegen Essener Polizei

Der heute 34 Jahre alte Polizeischüler hatte im Sommer 2018 seine Ausbildung vorzeitig beenden und den Polizeidienst quittieren müssen. Dagegen hatte sein Vater, der bekannte Essener Ex-Staatsanwalt Bernd Schmalhausen, geklagt.

Auf Aussagen seines Sohnes basieren Schmalhausens Rassismus- und Prügelvorwürfe gegen die Essener Polizei. Der Sohn will im Herbst 2017 in der PI Mitte gesehen haben, wie ein Wachdienstführer einem gefesselten Schwarzen einen Karton über den Kopf stülpte und mit der Faust ins Gesicht schlug.

Polizeipräsidium Essen behält sich rechtliche Schritte vor

Unterdessen hat das Polizeipräsidium Essen am Donnerstag auf unseren Bericht „Ex-Staatsanwalt attackiert die Polizei“ reagiert. Die Behörde unterstellt dem pensionierten Staatsanwalt, „die aktuellen Diskussionen rund um private Chatgruppen von Angehörigen der Polizei“ zu nutzen, um einen abgeschlossenen Sachverhalt aus dem Jahr 2017 erneut zu thematisieren. Die Essener Polizei weist abermals darauf hin, dass die Staatsanwaltschaft Dortmund die Ermittlungen gegen Polizeibeamte wegen Körperverletzung im Amt längst eingestellt habe.

Bezüglich der Vorwürfe des ehemaligen Staatsanwaltes behalte sich die Behördenleitung des Polizeipräsidiums Essen rechtliche Schritte vor.

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