Dreckecken

Sex, Drogen, Müll: Problemparkplatz empört Anwohner in Essen

Über den „Schandfleck“ vor ihrer Haustür ärgern sich (von li.) BoConcept-Geschäftsführer Amand Schreiber, Immobilien-Unternehmer Matthias Prager und Geschäftsmann Frank Lambert („Mister Polish“). Sie verlangen von der Stadt, dass sie die ihrer Ansicht nach unhaltbaren Zustände auf dem Parkplatz an der Maxstraße beendet.

Über den „Schandfleck“ vor ihrer Haustür ärgern sich (von li.) BoConcept-Geschäftsführer Amand Schreiber, Immobilien-Unternehmer Matthias Prager und Geschäftsmann Frank Lambert („Mister Polish“). Sie verlangen von der Stadt, dass sie die ihrer Ansicht nach unhaltbaren Zustände auf dem Parkplatz an der Maxstraße beendet.

Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Essen.  Anwohner und Gewerbetreibende an der Maxstraße in Essen ärgern sich über den Problem-Parkplatz vor ihrer Tür. Dort gebe es Drogen, Sex und Müll.

Der städtische Parkplatz zwischen Max-, Lazarett- und Schwanenkampstraße gibt aktuell wieder ein verstörendes Bild ab. Versteckt hinter wild und hoch wachsendem Gebüsch stehen ein vergammeltes Sperrmüll-Sofa und ein kaputter Kühlschrank. Überall liegen benutzte Einwegspritzen herum, dazu blaue Müllsäcke, Bierpullen, Essensreste, Fäkalien. Anwohner aus dem Quartier – ausnahmslos Gewerbetreibende – empören sich über die Zustände auf dem Schmuddel-Parkplatz. „So geht es nicht weiter, wir haben die Nase gestrichen voll“, sagt Matthias Prager von der Geppert Immobilien-GmbH.

Dem Unternehmen gehört seit acht Jahren der Gebäudekomplex an der Ecke Hache-/Hans-Böckler-Straße. Inhaber Prager hat das leerstehende Objekt in eine florierende Büro-Adresse verwandelt. „Wir haben 35 Mieter mit mehr als 100 Mitarbeitern, Ankermieter ist das Design-Möbelhaus BoConcept.“ Ihnen allen sei der Schandfleck nicht zumutbar.

Im letzten Jahr nächtigten Obdachlose auf dem Parkplatz in einem abgemeldeten Pkw

Die Verursacher der Probleme direkt vor ihrer Tür wollen die Gewerbetreibenden längst ausgemacht haben: Es handele sich um Leute aus der Drogen- und Trinkerszene, um Menschen, von denen etliche auch kein Dach über dem Kopf hätten, sagen sie. Einige würden im Gebüsch ihr Nachtlager aufschlagen. Im letzten Jahr hätten Obdachlose sogar in einem abgemeldeten Pkw übernachtet.

Auf den Handys der Anwohner gibt es Bilder, die am helllichten Tag aus den Büros gemacht wurden. Sie zeigen, wie sich Drogenabhängige auf dem Parkplatz einen Schuss setzen – nicht in den Arm, sondern mit heruntergelassener Hose in die Leiste.

Direkt neben dem Parkplatz befindet sich der Betrieb von „Mister Polish“, einem Car Polier Service. Geschäftsführer Frank Lambert sagt: „Ich sehe die Leute schon morgens vom Badezimmer aus, sonntags ist da richtig Remmidemmi.“

Ein Anwohner sagt: „Sonntags ist da richtig Remmidemmi“

Übereinstimmend berichten die Anwohner, dass sie immer wieder und zu allen möglichen Uhrzeiten unfreiwillig Zeugen von Sex-Szenen seien. Ihre nahe liegende Vermutung: Drogenabhängige Frauen, aber gelegentlich auch Männer, verkaufen ihre Körper für kleines Geld, um sich den nächsten Schuss setzen zu können.

Auch BoConcept-Geschäftsführer Amand Schreiber bekommt die Auswirkungen zu spüren. „Unter der Treppe zum Eingang schläft ständig jemand, ständig stehen Schnaps- und Wodkaflaschen herum.“

Wer aus den Büros schaut, wird unfreiwillig Zeuge von Sex-Szenen

Weil der Parkplatz von der Berufsschule Mitte genutzt wird und der Stadt Essen gehört, haben sich die Anwohner schon mehrfach im Rathaus über den Problem-Parkplatz beschwert. „Alle wurden angerufen oder angeschrieben: das Ordnungsamt, die Polizei, die Schule, die Suchthilfe in der Hoffnungstraße, ja sogar der Oberbürgermeister“, sagt Matthias Prager. Geschehen sei jedoch nichts. „Wir ärgern uns über die Untätigkeit der Verwaltung.“

Ginge es nach dem Willen der Anwohner, sollte der Zaun entweder repariert und abends bzw. am Wochenende verschlossen werden oder er sollte ganz entfernt werden, damit sich niemand mehr dahinter verstecken könne.

Frank Lambert hat früher gerne seine Hunde auf dem Gelände spielen lassen. Doch diese Zeiten seien längst vorbei. „Ich möchte doch nicht, dass die Hunde in Heroinspritzen treten.“

Eine Stellungnahme der Stadt war bis Freitag nicht erhältlich.

https://www.waz.de/staedte/essen/essen-mit-dem-waz-newsletter-keine-nachrichten-verpassen-id228082203.html

Leserkommentare (3) Kommentar schreiben