Siloxa AG

Seltener Vogel behindert in Essen Bau des neuen Firmensitzes

Wolfgang Doczyck vor seinem neuen Firmengebäude in Karnap. Im August ist endlich Einz

Foto: Stefan Arend

Wolfgang Doczyck vor seinem neuen Firmengebäude in Karnap. Im August ist endlich Einz Foto: Stefan Arend

Essen.   Die Siloxa kann endlich in ihren Neubau in Essen-Karnap ziehen – mit Monaten Verzögerung. Schuld ist der geschützte Flussregenpfeifer.

Kennen Sie den Flussregenpfeifer? Hätte man Wolfgang Doczyck vor zwei Jahren diese Frage gestellt, wäre die Antwort wohl „nein“ gewesen. Mittlerweile kann er ganze Geschichten über die Lebensweise des streng geschützten Vogels erzählen.

Schließlich ist der Flussregenpfeifer dafür verantwortlich, dass der Vorstandschef der Siloxa AG derzeit noch auf einer Baustelle in Karnap steht.

Kreuzkröte und Flussregenpfeifer machen sich auf Firmengelände breit

Im Gewerbegebiet Carnaper Hof baut das Unternehmen, das Filter für Biogas herstellt, einen neuen Firmensitz samt Produktionshallen. Im August soll nun Einzug sein – mit über einem halben Jahr Verzögerung. Wie gesagt: Schuld ist der Flussregenpfeifer. Der nämlich hatte sich im vergangenen Sommer auf der Brachfläche des Gewerbegebietes so heimisch gefühlt, dass er ausgerechnet dort brütete, wo Wolfgang Doczyck die weitere Zukunft seines Unternehmen gründen wollte.

Auch eine Kreuzkröte hatten Naturschützer auf dem Firmengelände ausgemacht, die nun extra einen „Wellness-Park“, wie Doczyck sagt, bekommt.

Zunehmend Ärger als Produktionsbetrieb

Wolfgang Doczyck sieht die Geschichte mit Flussregenpfeifer und Kreuzkröte mittlerweile gelassen. Dennoch, so sagt er, wird es allerhöchste Zeit, dass er umziehen kann. Denn an seinem jetzigen Standort, dem Gründerzentrum Triple Z in Katernberg, ist es längst zu eng geworden. „Dort passen wir nicht mehr hin“, sagt er und spielt dabei auch auf den Ärger mit den Nachbarn an, der größer wurde, je stärker das Unternehmen wuchs. „Wir als Produktionsbetrieb haben dort zum Schluss nur behindert.“

Siloxa ist derzeit größter Mieter im Triple Z

Vor fast 20 Jahren hatte Wolfgang Doczyck im Triple Z sein Unternehmen gegründet – damals noch als ein Ein-Mann-Ingenieur-Büro. Für den Start sei das ein optimales Umfeld gewesen. Mittlerweile beschäftigt die Siloxa AG 45 Mitarbeiter und hat sich zum größten Mieter im Triple Z entwickelt.

Doch nun ist es Zeit zu gehen. Für das Triple Z ist das Problem und Chance zugleich. Die rund 1500 Quadratmeter Fläche, die die Siloxa räumt, muss wieder neu vermietet werden. „Schön wäre es, wenn wir wieder Produktionsunternehmen finden würden“, sagt Triple-Z-Chef Dirk Otto. Denn man möchte den Branchenmix erhalten und zudem die in Essen ohnehin gebeutelte Industrie fördern.

Entscheidung für den Standort Essen

Auch Wolfgang Doczyck hat sich entschieden, mit seinem Produktionsbetrieb weiterhin in Essen zu bleiben. Selbstverständlich war das nicht. „Aus unternehmerischer Sicht hätte ich Essen eigentlich verlassen und nördlich an die A 31 ziehen müssen“, sagt Doczyck.

Dort seien die Gewerbesteuern deutlich niedriger. „Die Stadt Essen macht es Unternehmen nicht gerade leicht“, betont Doczyck. Doch er, der Oberhausener, sei selbst zu sehr mit dem Ruhrgebiet verbunden, als dass er der Region den Rücken kehren könnte.

Investitionen in Ausgleichfläche im Sauerland

Von seinem neuen Büro aus kann er links das RWE-Müllheizkraftwerk sehen, rechts das Bergwerk in Bottrop. Gefühlt, sagt er, habe er wohl eine der letzten freien Industrieflächen in Essen gefunden. „Das industrielle Umfeld hier passt zu uns“, sagt Doczyk zufrieden.

Und damit auch der Flussregenpfeifer eine Zukunft hat, hat die Siloxa für eine Ausgleichsfläche im Sauerland Geld gegeben.

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