Kriminalität

SEK-Einsatz in Essen: Mutmaßliche Reichsbürger festgenommen

Spezialeinheiten stürmten am Mittwochmorgen ein Haus an der Prosperstraße in Dellwig und nahmen zwei Verdächtige fest.

Foto: Rene Anhuth

Spezialeinheiten stürmten am Mittwochmorgen ein Haus an der Prosperstraße in Dellwig und nahmen zwei Verdächtige fest. Foto: Rene Anhuth

Essen.   Spezialeinheit stürmte am Mittwochmorgen ein Haus in Dellwig. Paar wurde mit Haftbefehl gesucht. Waffen sichergestellt. Dobermann erschossen.

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Eine Spezialeinheit der Polizei hat am Mittwochmorgen zwei mutmaßliche Reichsbürger an der Prosperstraße in Dellwig festgenommen und einen angriffslustigen Dobermann erschossen. Ein 53-Jähriger und dessen ein Jahr jüngere Ehefrau wurden festgenommen. Die Beamten stellten drei Schusswaffen sicher, darunter eine Schrotflinte, die griffbereit neben der Eingangstür lagen. Der Mann erlitt Verletzungen, die Frau einen Schock, berichtete die zuständige Polizei in Duisburg.

Insgesamt sechs Objekte durchsucht

Bei dem Einsatz, dessen offizieller Grund ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdachts gegen Mitglieder des „Vereins für bioenergetisches Leben e.V.“ in Hünxe war, wurden insgesamt sechs Wohnungen in Essen, Voerde und Dinslaken sowie der Sitz des Vereins durchsucht. Neben dem Betrugsverdacht stand auch illegaler Waffenbesitz im Raum, so die Polizei.

Die Vermutung bestätigte sich: In Hünxe wurden nach Auskunft der Behörden selbst gebaute Schussvorrichtungen, Schwarzpulver und Munition sichergestellt.

Zwei Haftbefehle aus anderen Verfahren

Gegen das Essener Paar lagen bereits zwei Haftbefehle aus anderen Verfahren vor. Um welche mutmaßlichen Vergehen es sich dabei handelt, sagte die Staatsanwaltschaft nicht. Der Reichsbürgerverdacht werde ebenfalls geprüft, heißt es seitens der Polizei.

Der „Verein für bioenergetisches Leben e.V.“ hat in der Vergangenheit unter anderem zu Veranstaltungen eingeladen, bei denen es zum Beispiel um das Thema Handelsrecht ging. Teilnehmer der Seminare, die mutmaßlich von Reichsbürgern beworben wurden, hatten Teilnahmegebühren in Höhe von rund 60 Euro zu zahlen.

Die so genannten Reichsbürger erkennen die bestehende staatliche Ordnung nicht an, weigern sich, Steuern zu zahlen oder Weisungen der Staatsgewalt zu befolgen.

Die Ermittlungen dauern an. (j.m.)

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