Alligatoah

Sea Side Beach: Alligatoah-Auftritt ohne Unwetter-Angst

Rapper Alligatoah spielte am Freitagabend beim Sea Side Beach am Baldeneysee. Der Auftritt verlief ohne Zwischenfälle. Vor zwei Wochen war bei einem Konzert von Marteria und Caspar eine LED-Wand zu Boden gestürzt, 31 Konzertbesucher wurden verletzt.

Rapper Alligatoah spielte am Freitagabend beim Sea Side Beach am Baldeneysee. Der Auftritt verlief ohne Zwischenfälle. Vor zwei Wochen war bei einem Konzert von Marteria und Caspar eine LED-Wand zu Boden gestürzt, 31 Konzertbesucher wurden verletzt.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen.  Junge Fans feierten mit dem Rapper, der eine bunte Show hinlegte. Es war das erste Konzerte nach dem Unglück vor zwei Wochen.

Der Andrang für diese Hotelzimmer ist sichtlich groß. Alligatoah hat gleich eine ganze Häuserfassade mit Bar und Terrasse auf der Bühne errichten lassen. Und fragt einfach mal in die große Runde am Baldeneysee: „Wer will heute eine Nacht mit mir in der Haribo-Sweet verbringen?“ Die Menge grölt und macht mir bei dieser Party mit dem Rapper Alligatoah. Egal, ob es um Pogo-Tanz geht, sobald der Sänger die Gitarre auspackt. Oder ob er Lichter und Feuerzeuge sehen will, als der Musiker eine eigensinnige Version von Elvis Presley Ballade „In the Ghetto“ anstimmt.

So war die Stimmung beim ersten Konzert nach dem Unfall am Seaside-Beach

Selbstverständlich ist die diese spätsommerliche Sause am Seaside Beach nicht. Es ist das erste Konzert nach dem Unglück vor zwei Wochen an gleicher Stelle: Beim Materia und Casper-Konzert löste sich eine der großen LED-Leidwände von der Bühne und fiel auf den Boden. 31 Konzertbesucher wurden an diesem Abend verletzt.

Angst vor einem erneuten Unwetter oder gar Verletzungsfolgen äußert an diesem Freitag jedoch niemand – auch wenn kurz dunkle Wolken über dem Baldeneysse aufziehen. Jan Schmidt hat seiner Freundin ein Ticket zum Geburtstag gekauft. Und das wollten sie trotz der jüngsten Vorkommnisse einlösen. „Verunsichert fühle ich mich nicht“, sagt der 31-Jährige aus Tönnisvorst.

Die Stimmung ist entspannt. Vor allem junge Fans zieht es zum Alligatoah-Auftritt. Melissa sitzt mit einer Freundin am Strand. Vom Unglück beim letzten Konzert haben die Düsseldorferinnen erst gestern von Bekannten erfahren. Sorgen haben sie jedoch keine, so Melissa (29): „Bei der heutigen Wetterlage nicht, aber damals hätte man das absagen können“.

Nora und Ramona waren sogar vor zwei Wochen dabei, als Casper und Materia plötzlich ganz klein wurden. Sie nehmen den Vorfall mit Humor. Denn die Stars waren noch groß auf den großen LED-Bildschirmen zu sehen. Bis alles ganz schnell ging und der Sturm die Technik wegfegte. „Wir haben gelacht, als sie plötzlich kleiner wurden“, so Ramona (26). Nun erschienen die beiden Stars nur noch aus der Ferne. Panik sei in diesem Moment jedoch nicht ausgebrochen, wie die 26-Jährige versichert: „Es gab kein Chaos, wir sind einfach raus gekommen.“

Alligatoah wollten sich die beiden Saarländerinnen ohnehin nicht entgehen lassen. „Seine Texte sind gesellschaftskritisch und ironisch“, so Nora (25). „Und er macht eine geile Stimmung auf der Bühne.“ In der Tat: Der Rapper legt an diesem Abend im senfgelben Stresemann einen knallbunten Auftritt hin. Derb-ironisch wie K.I.Z. und extravagant wie einst Falco. Da erschien es für viele Konzertbesucher nur noch eine erfreuliche Nebensache zu sein, dass der Himmel über den Baldeneysee am späten Abend wieder wolkenfrei war.

Unglück am Baldeneysee: Polizei wertet Fotos und Videos aus

Nach dem Unglück am 31. August hatte die Essener Polizei darum gebeten, Handyaufnahmen einzuschicken. Bislang sind insgesamt 78 Video und Fotos von Zeugen eingegangen. Diese werden nun ausgewertet, teilte die Polizeibehörde mit.

Außerdem hätten sich seit dem Konzert Ende August noch drei weitere Verletzte gemeldet, so dass die Anzahl auf 31 angestiegen ist. Alle seien mittlerweile aus den Krankenhäusern entlassen worden und befinden sich auf dem Weg der Besserung.

Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung und hat ein technisches Gutachten in Auftrag gegeben, um herauszufinden, wie es dazu kommen konnte, dass sich die LED-Wand bei einer Windböe löste.

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