Schulschwimmen

Schwimmausbilder in Essen gesucht: Große Resonanz auf Notruf

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Mehrere Dutzend Freiwillige wollen sich zu Schwimmassistenten ausbilden lassen, um das Anfängerschwimmen an Essener Grundschulen zu verbessern. Sie alle folgten dem Hilferuf von OB Thomas Kufen und kamen zur Kick-off-Veranstaltung ins Grugabad.

Mehrere Dutzend Freiwillige wollen sich zu Schwimmassistenten ausbilden lassen, um das Anfängerschwimmen an Essener Grundschulen zu verbessern. Sie alle folgten dem Hilferuf von OB Thomas Kufen und kamen zur Kick-off-Veranstaltung ins Grugabad.

Foto: Georg Lukas / Stadt Essen

Essen.  9000 Essener Grundschüler konnten wegen der Pandemie nicht Schwimmen lernen. 70 freiwillige Schwimmassistenten reagieren auf Hilferuf des OB.

Mit dieser starken Resonanz haben selbst Optimisten nicht gerechnet: Mehr als 70 Essenerinnen und Essener wollen sich nach dem Hilferuf des Oberbürgermeisters zu Schwimmassistenten ausbilden lassen, um das Anfängerschwimmen an Grundschulen tatkräftig voranzubringen. Hintergrund: Wegen der Corona-Krise ist die Zahl der Grundschüler, die nicht schwimmen können, dramatisch in die Höhe geschnellt. Fachleute gehen von mittlerweile 8000 bis 9000 Grundschülern ohne Seepferdchen aus.

Dabei mangelt es der Stadt nicht einmal an Schwimmbädern. Mit neun Hallenbädern verfügt Essen über eine weitaus bessere Bäderlandschaft als andere Städte im Revier. Händeringend gesucht werden aber Ausbilder, die Grundschüler ans Wasser gewöhnen und zum Schwimmen bringen. Mit dem Versuch, ehrenamtliche Kräfte für diese anspruchsvolle Aufgabe zu gewinnen, beschreitet Essen Neuland. „Das ist ein ganz neuer Weg“, sagt Mitinitiator Horst Melzer. Der frühere Schulsportreferent der Stadt Essen ist einer der profiliertesten Schwimmtrainer in Deutschland und Geschäftsführer des Tanz- und Sportinternats Essen. Mit im Boot ist ferner der Essener Sportbund (Espo).

Kick-off im Grugabad: Für alle künftigen Schwimmassistenten gab’s ein Fachbuch

Um sich bei den Freiwilligen zu bedanken, hatte der OB jetzt ins Grugabad geladen – coronabedingt fand die Kick-off-Veranstaltung draußen unter der Tribüne statt. „Schwimmen zu können, gehört zu den Kernkompetenzen, die jedes Kind haben sollte – denn Schwimmen ist nicht nur ein sportliches oder ein gesundheitliches Thema, sondern auch eine Frage der Sicherheit: Schwimmen zu können rettet Leben“, sagt Thomas Kufen. Gekommen waren mehrere Dutzend künftige Schwimmassistenten. Kufen überreichte ihnen ein Fachbuch, das als Basis für die künftige Schwimmausbildung an Grundschulen dienen soll.

Die Freiwilligen nehmen noch vor den Osterferien an einer Fortbildung teil. „Alle werden als Übungsleiter über den Espo eingesetzt und bezahlt“, sagt Geschäftsführer Thorsten Flügel. Das Schulsportreferat ist damit beschäftigt, den Bedarf an Schwimmassistenten bei den Grundschulen zu ermitteln.

Die künftigen Schwimmausbilder stehen nicht nur während des regulären Schulunterrichts zur Verfügung. Vorgesehen ist auch, dass Schwimmunterricht sonntags in vier ausgewählten Hallenbädern (Thurmfeld, Nord-Ost, Oststadt, Rüttenscheid) erteilt wird. OB Thomas Kufen hat ein ehrgeiziges Ziel ausgegeben: „Jedes Essener Kind muss Schwimmen lernen.“

Interessierte Schwimmausbilderinnen und -ausbilder können sich noch beim Espo per E-Mail unter info@essener-sportbund.de oder telefonisch 0201 8146100 melden.

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