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Erstmals Schweige-Tour für getötete Radfahrer in Essen

Ein weiß angestrichenes Fahrrad - Ghostbike steht an der Unfallstelle Bismarckplatz/Kruppstraße in Essen. Dort verunglückte am 31. August 2017 eine Radfahrerin.

Foto: Socrates Tassos

Ein weiß angestrichenes Fahrrad - Ghostbike steht an der Unfallstelle Bismarckplatz/Kruppstraße in Essen. Dort verunglückte am 31. August 2017 eine Radfahrerin.

Essen.  Eine Fahrradtour soll an im Straßenverkehr gestorbene Radfahrer erinnern. Sie startet am 16. Mai auf dem Willy-Brand-Platz in Essen.

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Essener Fahrradinitiativen organisieren in der Ruhr-Metropole zum ersten Mal eine Schweigetour, die an die hier im Straßenverkehr getöteten Radfahrer erinnern soll.

Die als „Ride of Silence“ bezeichnete 30 Kilometer lange Radfahrt startet am Mittwoch, 16. Mai, um 19 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz. Der Fahrrad-Club ADFC bittet die Teilnehmer, zur Gedenkfahrt in weißer oder möglichst heller Kleidung mit dem Fahrrad zu erscheinen. Die Tour führt zu fünf Unglücksstellen, an denen die Radfahrer eine Schweigeminute einlegen werden.

Idee kommt aus den USA

Die Idee für solche Touren stammt aus den USA und wird seit einigen Jahren auch in immer mehr europäischen Großstädten umgesetzt, in Deutschland etwa in Berlin und Hamburg und zuletzt in Dortmund.

In Essen haben sich die Fahrrad-Initiativen „Critical Mass“ und „Velo-City-Ruhr“ mit dem ADFC zusammengetan, um auch hier eine Gedenk-Tour zu organisieren. Der ADFC will damit seine Forderung unterstreichen, für sichere Radwege in Essen zu sorgen und Gefahrenpunkte zu entschärfen. „Und wir appellieren an die Kraftfahrer, Rücksicht auf die Radfahrer zu nehmen“, so ADFC-Sprecher Jörg Brinkmann.

Fahrt über Gladbecker Straße

An die Radler geht die Bitte, noch mehr auf sich zu achten. Im Großstadtverkehr sei die Gefahr hoch, dass Radfahrer übersehen werden.

Die Fahrt am 16. Mai führt zur Gladbecker Straße, wo 2003 eine Frau nahe der Grillostraße vom Lkw überfahren wurde. An der Altendorfer Straße/Westendstraße überrollte im Jahr zuvor ein Lastwagen ein achtjähriges Kind. An der Frohnhauser Straße/Berthold-Beitz-Boulevard kam 2010 ein Radfahrer ebenfalls bei einem Zusammenstoß mit einem Lkw ums Leben.

Der nächste Stopp ist am Bismarckplatz. Dort erinnert ein weißes Fahrrad an den Unfalltod einer 53-jährigen Radfahrerin im Spätsommer 2016. Angefahren wird auch eine Unfallstelle in Mülheim-Heißen, wo im Herbst 2017 ein 13-jähriges Kind vom Lkw tödlich verletzt wurde.

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