Schulanmeldungen

Schulanmeldungen: Sturm auf kirchliche Schulen in Essen

Stadtbildprägend in Holsterhausen: Die BMV-Schule mit ihrem Kloster-Turm.

Foto: Ulrich von Born

Stadtbildprägend in Holsterhausen: Die BMV-Schule mit ihrem Kloster-Turm. Foto: Ulrich von Born

Essen.   Die Schulen des Bistums Essen und die Ordens-Gymnasien verzeichnen fürs kommende Schuljahr mehr Anmeldungen, als freie Plätze vorhanden sind.

Die kirchlichen Schulen im Stadtgebiet haben am Wochenende mehr Anmeldungen von Viertklässlern für das kommende Schuljahr erhalten, als freie Plätze zur Verfügung stehen. Die Beliebtheit der Schulen in kirchlicher Trägerschaft bleibt somit ungebrochen; ungeachtet aller aktuellen Diskussionen um die Schließung von Gotteshäusern.

Zu den Gymnasien, die am meisten nachgefragt sind, zählt weiterhin die BMV-Schule in Holsterhausen: Dort wurden rund 200 Anmeldetermine vereinbart; am Ende werden 180 Kinder im nächsten Schuljahr im fünften Jahrgang anfangen. In den letzten Jahren hatte die BMV durchaus schon mal mit 190 Fünftklässlern in sechs Klassen gestartet – aber: „Wir wollen die Klassengrößen etwas senken, weil wir auch einige Inklusionskinder dabei haben“, erklärt Schwester Ulrike Michalski, Leiterin der traditionsreichen Ordensschule.

Als „Inklusionskinder“ werden Schüler bezeichnet, die einen besonderen Förderbedarf haben. Die BMV als ehemalige Mädchenschule nimmt seit dem Jahr 2013 auch Jungen auf – mittlerweile ist das Geschlechter-Verhältnis bei den neuen Schülern so gut wie ausgeglichen: „Wir kommen auf 52 Prozent Mädchen und 47 Prozent Jungen“, bilanziert Michalski.

Bistums-Sekundarschule: Doppelt so viele Anmeldungen wie freie Plätze

Die meisten Kinder abweisen muss in diesem Jahr Essens einzige Sekundarschule, die zum bischöflichen Schulzentrum Stoppenberg gehört: Sie ist ein Verbund aus ehemaliger Haupt- und Realschule, hat 150 freie Plätze pro Fünfer-Jahrgang – und wieder wurden fast 300 Anmeldungen registriert. „Selbstverständlich ist das ein erfreuliches Ergebnis, weil es unsere gute Arbeit bestätigt“, sagt Harald Gesing, Leiter des Schulreferats des Ruhrbistums. „Andererseits tut es uns leid für jeden, den wir nicht aufnehmen können.“

Wer wird aufgenommen und wer nicht? „Das entscheiden wir anhand verschiedener Kriterien. Die richtige Durchmischung unserer Schulklassen ist dabei das Wichtigste“, erklärt Gesing. Keinesfalls sei es so, dass nur die Kandidaten mit dem besten Viertklässler-Zeugnis genommen würden – oder nur konfessionelle Gründe eine Rolle spielten: „Viele glauben immer noch, wir nehmen nur katholische Kinder an, aber das stimmt nicht.“ Nebenan, am Gymnasium des Schulzentrums Stoppenberg, kommt man auf 90 Aufnahmen bei 125 Anmeldungen.

Mariengymnasium: „Konzept hat sich bewährt“

Ein konstant gutes Ergebnis hat auch das Mariengymnasium in Werden eingefahren, das ebenfalls zum Ruhrbistum zählt. Auch diese Schule war früher eine reine Mädchenschule; das änderte sich im Jahr 2010, man führte das Konzept der „parallelen Mono-Edukation“ ein: In der Sekundarstufe I werden Jungen und Mädchen getrennt voneinander unterrichtet. „Das hat sich durchgesetzt“, sagt Christiane Schmidt, die Schulleiterin. Aufgenommen wurden 108 Viertklässler, Anmeldungen gab es 125, gebildet werden zwei Jungen- und zwei Mädchenklassen. „Wir freuen uns über diesen Zuspruch“, sagt Schmidt.

Deutlich steigern konnte in diesem Jahr das Don-Bosco-Gymnasium in Borbeck seine Anmeldezahlen: „Wir sind von der Nachfrage überrascht worden“, räumt Schulleiter Lothar Hesse ein. 152 Anmeldegespräche waren verabredet worden; 128 Kinder werden aufgenommen in vier Klassen – in den letzten Jahren waren es regulär 96 Kinder in drei Klassen. „Vermutlich hat der Zuspruch damit zu tun“, sagt Hesse, „dass wir früh angekündigt haben, zu G9 zurückzukehren.“ Das könnte in Borbeck tatsächlich entscheidend sein: Das städtische „Gymnasium Borbeck“, einziges G9-Gymnasium weit und breit, hatte in den letzten Jahren erheblichen Zuspruch erfahren.

>>> WIE ES MIT DEN ANMELDUNGEN WEITERGEHT

Noch bis Dienstag, 6. Februar 2018, nehmen auch die städtischen Gesamtschulen Anmeldungen entgegen, 9 bis 12 Uhr. Persönliches Erscheinen von Elternteil und Kind ist verpflichtend.

Die städtischen Hauptschulen nehmen Anmeldungen entgegen am Do., 15. Feb., und Fr., 16. Feb. Die städtischen Realschulen und Gymnasien ebenfalls, nur einen Tag länger – bis einschließlich Sa., 17. Feb., jeweils 9 bis 12 h.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik