Orgel-Jubiläum

Schuke-Orgel wird 50: Altachtundsechzigerin mit 6000 Pfeifen

Planen für 2018 (v.l.):  Ines Hansen, Andy von Oppenkowski, Oliver Scheytt vom Forum Kreuzeskirche, Andreas Jacob, Rektor der Folkwang-Uni,  Frank Vogelsang (ev. Akademie im Rheinland), Sabine Mahlstedt (Forum Kreuzeskirche)Foto: Ulrich von Born

Planen für 2018 (v.l.): Ines Hansen, Andy von Oppenkowski, Oliver Scheytt vom Forum Kreuzeskirche, Andreas Jacob, Rektor der Folkwang-Uni, Frank Vogelsang (ev. Akademie im Rheinland), Sabine Mahlstedt (Forum Kreuzeskirche)Foto: Ulrich von Born

Essen.   Schuke-Orgel in der Kreuzeskirche feiert 50-jähriges Jubiläum. Programm widmet sich kulturellen, politischen und religiösen Umbrüchen der 1968er

Wer an das Jahr 1968 denkt, der wird womöglich nicht gleich an eine Kirchenorgel denken. In der Kreuzeskirche aber wird 2018 ein Doppeljubiläum gefeiert. Die große Schuke-Orgel, die den Raum nach monatelanger Restaurierung seit 2015 wieder mit mächtig-prächtiger Klangfülle beseelt, ist nämlich auch eine echte „Achtundsechzigerin“. Um die frisch restaurierte reife Dame gebührend zu feiern, hat das Forum Kreuzeskirche 2018 einen Strauß von Themen und Programmschwerpunkten gesetzt. Eigentlich habe man nach dem großen Reformationsjahr ein wenig kürzer treten wollen, erklärt Oliver Scheytt, Vorsitzender des Forums. Doch nach 500 Jahren Reformation setzt nun die 68er-Revolte den nächsten Akzent. Bis Ende 2018 werden dabei nicht nur bewährte Kooperationen mit der Folkwang Universität ausgebaut und neue Konzertformate ausprobiert, es gibt auch Vorträge und Diskussionen rund um die kulturellen, religiösen und politischen Veränderungen im Jahr 1968.

Unter dem Motto „Jesus, Sölle, Hare Krishna“ starten das Forum Kreuzeskirche und die Akademie in Rheinland eine neue Veranstaltungsreihe, die sich mit der Frage beschäftigt, wie der damalige kulturelle Wandel auch die Kirchen und die Frömmigkeit verändert hat – und ob sich die Herausforderungen von damals und heute gleichen. So geht es beispielsweise um „68 und die Politisierung der christlichen Gemeinde“, wenn Zeitzeugen wie Altsuperintendent Heinrich Gehring und Wilfried Breyvogel am 25. Februar 2018 diskutieren.

Viele Partner beteiligen sich am Jubiläumsprogramm. So ist das Kulturwissenschaftliche Institut dabei, wenn es am 19. November um „Die Politik vor und nach 1968“ geht. Unperfekthaus-Chef Reinhard Wiesemann wird sich auf dem Podium von „Christen und Humanisten im Gespräch“ wiederfinden (3. Juli). Dazu gibt es neue Formate wie „Orgelimprovisation und Stummfilm“, bei dem der Berliner Orgel-Professor Wolfgang Seifen den „Faust“ am 10. November lautmalerisch erscheinen lässt. Schon am 10. April ist Buchhändlerin Beate Scherzer mit Goethes Faust in der Reihe „Folkwang zu Gast – Orgelstudio“ dabei, die Studenten, Lehrende und Gäste der Folkwang Universität das gesamte Jahr über bestreiten. Am 9. Januar treten dabei Orgel und Klavier in einen ungewöhnlichen Dialog. Domorganist Sebastian Küchler-Blessing wird der Schuke-Orgel im Jubiläumsjahr ebenso seine Reverenz erweisen wie Titularorganist Roland Maria Stangier und seine Folkwang-Studenten.

Mit dem „Bach-Atelier“ entwickelt Kreuzeskirchen-Kustos Andreas von Oppenkowski zum 333. Geburtstag des Komponisten ein neues Format, das geistliche Werke beleuchten will. Unter dem Motto „Fürchte dich nicht – Being safe is Scary“ geht es beispielsweise um den Umgang mit Ängsten auch jenseits von IS und Terror. Friedensgesänge werden dafür am 13. Mai angestimmt. Und dass eine Altachtundsechzigerin auch Rock und Pop beherrscht, muss Organist Patrick Gläser am 27. Januar gar nicht mehr groß beweisen. Ein Beatles-Abend im Vorjahr, so von Oppenkowski, war das bestbesuchte Orgelkonzert überhaupt.

Mehr Infos: www.forum-kreuzeskirche.de

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik