Ermittlungen

Schülerinnen vergewaltigt – Hinweise auf Foto-Fahndung

Die Essener Polizei und Staatsanwaltschaft berichteten auf einer Pressekonferenz von sexuellen Übergriffen auf mehrere Mädchen.

Die Essener Polizei und Staatsanwaltschaft berichteten auf einer Pressekonferenz von sexuellen Übergriffen auf mehrere Mädchen.

Essen/Gelsenkirchen.  Junge Männer aus Essen und Gelsenkirchen sind wegen Vergewaltigungen festgenommen worden. Nach einem weiteren Mann wird mit einem Foto gefahndet.

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Nach mehreren sexuellen Übergriffen auf Schülerinnen in Essen und Gelsenkirchen hat die Polizei drei junge Männer festgenommen. Insgesamt ermittelt die Polizei gegen fünf Männer: Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, seien drei Tatverdächtige in Untersuchungshaft gekommen, ein 16-Jähriger ist auf freiem Fuß und nach einem weiteren Tatverdächtigen fahndet die Polizei mit einem Foto. Wie die Polizei auf Nachfrage am Donnerstagmorgen bestätigte, seien bereits mehrere Anrufe von Hinweisgebern eingegangen. Diese müssten zwar noch genau geprüft werden, der entscheidende Hinweis sei jedoch bislang nicht dabei gewesen.

Bei dem Gesuchten handelt es sich laut Polizei um einen 18-Jährigen aus Gelsenkirchen. Die Ermittler nannten seinen Namen bei der Pressekonferenz und zeigten ein Foto des Verdächtigen.

Polizeisprecher: "besonders abscheulichen und brutale Straftaten"

Polizeisprecher Lars Lindemann sprach am Mittwochmittag auf der Pressekonferenz von "besonders abscheulichen und brutalen Straftaten", die durch die Gruppe junger Männer begangen worden seien.

Die Masche der Täter: Einer der jungen Männer aus dem sozialen Umfeld der Mädchen soll Kontakt zu ihnen gesucht haben. Er habe Vertrauen aufgebaut, sie dann irgendwann überredet, zu den anderen jungen Männern ins Auto zu steigen. Sie fuhren an einen abgelegenen Ort, nahmen ihren Opfern das Handy ab. Dann kam es zu den sexuellen Übergriffen. Teilweise fuhren sie die Opfer danach sogar noch nach Hause. Auf die Frage, wie lange die Mädchen in der Gewalt der Männer waren, sagte Milva Schonhauer, Kriminaloberkommissarin: "Es wird sich um Stunden gehandelt haben."

Was die Polizei bisher zu den Vergewaltigungen in Essen weiß

Judith Herold, Pressesprecherin der Essener Polizei, erklärt, was die Ermittler bisher zu den Vergewaltigungen in Essen herausgefunden haben.
Was die Polizei bisher zu den Vergewaltigungen in Essen weiß

So erstattete eine 16-Jährige am 29. Dezember Anzeige bei der Polizei in Gelsenkirchen. Sie gab an, dass sie am Tag zuvor vergewaltigt wurde. Sie war mit einem ihr bekannten 18-Jährigen unterwegs. Er habe sie überredet mit weiteren jungen Männern im Auto durch die Gegend zu fahren. Schließlich sei es zu sexuellen Handlungen in einem Wald im Essener Süden gekommen.

16-Jährige in Essen-Werden vergewaltigt

Eine 16-Jährige erstattete am 17. Januar in Essen Anzeige. Auch sie sei mit den jungen Männern im Auto gefahren, schilderte sie den Ermittlern. Dann sei sie auf einem Feld in Essen-Werden vergewaltigt worden.

Derzeit sind der Polizei zwei vollendete und drei nicht vollendete Vergewaltigungen bekannt. Die Ermittler gehen allerdings von einer Dunkelziffer aus – und bitten, dass sich mögliche weitere Opfer bei der Polizei melden (0201/8290).

Insgesamt sollen fünf Männer im Alter von 16 bis 23 Jahren an den Übergriffen beteiligt gewesen sein. Dabei kommt ein 19-Jähriger aus Essen, alle anderen jungen Männer kommen aus Gelsenkirchen.

Die Fälle, zu denen ermittelt wird, sollen sich in diesem und im letzten Jahr ereignet haben.

+++ Update: Der 18-Jährige hat sich bei der Polizei gestellt. Mehr dazu lesen Sie hier. +++

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