Mathematik

Schüler aus Essen vertritt Deutschland bei Mathe-Olympiade

„Mathe ist einfach schön“: Lukas Finn Groß geht zum Alfred-Krupp-Gymnasium.

„Mathe ist einfach schön“: Lukas Finn Groß geht zum Alfred-Krupp-Gymnasium.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   In Rumänien startet am Dienstag die internationale Mathe-Olympiade. Im sechsköpfigen Team aus Deutschland: Lukas Groß aus Essen-Altendorf.

Am Dienstag, 3. Juli, beginnt in Rumänien die Internationale Mathe-Olympiade, 615 Schüler aus 116 Nationen machen mit. Fürs deutsche Team ist Lukas Groß (17) aus Altendorf mit dabei – einer von sechs Schülern aus der Bundesrepublik, deren Talent in Stadt-, Land- und Bundesqualifikationsrunden immer und immer wieder getestet wurde. „Mathe ist einfach schön“, sagt Lukas, „weil es klare Gesetzmäßigkeiten und Wahrheiten gibt.“

Was für Aufgaben muss man lösen bei einer Mathe-Olympiade? Nun, lesen Sie selbst, hier ein Beispiel aus dem Jahr 2017: „R sei die Menge der reellen Zahlen. Man bestimme alle Funktionen R –> R, so dass für alle reellen Zahlen x und y gilt: f(f(x)f(y))+f(x+y) = f(xy).“

Verstehen Sie? Sie verstehen nichts, vermutlich.

„Aufgabenniveau liegt höher als an der Uni“

„Natürlich muss man dafür lernen“, sagt Lukas, und Louisa Waasmann von der „Gesellschaft Essener Mathematikwettbewerb“ betont: „Das, was in diesen Wettbewerb abgefragt wird, übersteigt selbst Hochschul-Niveau. Man muss sehr komplex, kreativ und mehrfach um die Ecke denken können.“

Lukas, der im nächsten Jahr am Alfred-Krupp-Gymnasium in Frohnhausen sein Abi machen wird, fiel als Kind schon auf. „Wir waren im Supermarkt, er saß im Kindersitz des Einkaufswagens, er hatte sein Lieblingsplüschtier dabei“, erinnert sich Mutter Sandra Groß. „Die Frau an der Kasse fragte ihn freundlich, wie der Hund denn heißt.“ Lukas, gerade mal zwei Jahre alt, antwortete: „Willi“, die Verkäuferin verstand nicht richtig, also buchstabierte er: „W-i-l-l-i!“ Und das mit zwei Jahren! Die Mutter und sein Vater, Michael Groß, müssen heute noch lachen, wenn sie die Geschichte erzählen.

An der Grundschule in der Heinrich-Strunk-Straße in Altendorf fragten die Lehrerinnen in jedem Schuljahr, ob Lukas nicht vielleicht doch eine Klasse überspringen sollte. „Doch wir wollten das nicht, er wäre sonst zu jung beim Abschluss“, sagt der Vater.

Hatten wir schon gesagt, dass Lukas nicht nur in Mathe, sondern auch in den meisten anderen Fächern sehr gut bis gut steht? „Nur Kunst ist nicht so meins“, sagt der 17-Jährige. Da kann es auch schon mal eine Drei sein. Nicht selten sagt der Mathe-Lehrer am Gymnasium: „Lukas, komm nach vorne, erklär’ das mal.“ Um die Mitschüler ein wenig zu motivieren.

In Bonn will der Mathematik studieren

Nach dem Abi im nächsten Jahr will er Mathematik in Bonn studieren, doch was er später mal beruflich machen will, weiß er noch nicht. „Das möchte ich mir offenhalten.“ Was ihn aber wirklich beeindruckt hat, war mal der Besuch eines Forschungsinstitutes im Schwarzwald; die Visite diente der Vorbereitung zur Mathe-Olympiade mit anderen Talenten aus der Bundesrepublik. „Da fanden zeitgleich internationale Mathe-Tagungen statt. Es hatte irgendwie einen gewissen Charme, dabeizusein.“

Die Reise nach Rumänien wird übrigens seiner erster Solo-Flug werden, ohne die Eltern. Schwer zu sagen, wer mehr aufgeregt ist. Andererseits: Vater und Mutter hätten das alles ja auch ein bisschen kommen sehen können. Sie sind nämlich beide Diplom-Mathematiker.

>>>Die Gesellschaft Essener Mathematik-Wettbewerb

Bei der Gesellschaft „Essener Mathematik-Wettbewerb“ ist Lukas Groß sozusagen ein alter Kunde: Die Gesellschaft veranstaltet jährlich Mathe-Wettbewerbe für Grund- und weiterführende Schulen. Die Verantwortlichen wurden früh auf das Talent von Lukas Groß aufmerksam. Regelmäßig konnte er sich weiterqualifizieren bis auf Bundesebene.

Der neue Wettbewerb geht nach den Sommerferien wieder los – dann werden die Aufgaben an die Schulen verschickt.

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