Casting-Show

Schüler aus Essen-Bredeney hofft auf Erfolg bei Casting-Show

Richard Oschmann (10) aus Bredeney übt gern und freiwillig Klavier. Jetzt beteiligt er sich an der Nachwuchs-Casting-Show „Mein Song“.

Richard Oschmann (10) aus Bredeney übt gern und freiwillig Klavier. Jetzt beteiligt er sich an der Nachwuchs-Casting-Show „Mein Song“.

Foto: Julia Tillmann / FUNKE Foto Services

Essen-Bredeney.  Richard Oschmann (10) nimmt mit einem eigenen Lied an der Casting-Show „Dein Song“ teil. Der Schüler aus Bredeney liebt Musik und Marionetten.

Dass Richard Oschmann (10) ein außergewöhnliches musikalisches Talent besitzt, weiß seine Familie schon lange. Jetzt können sich auch andere davon überzeugen, denn Richard nimmt an einer Casting-Show für Kinder teil. So bekam die Jury von „Dein Song“ schon einen Eindruck von Richards Fähigkeiten und im Frühjahr 2020 können die KiKa-Fernsehzuschauer den Bredeneyer Jungen in der zwölften Staffel des Wettbewerbs im Fernsehen sehen.

Richard hatte sich für den Wettbewerb für Nachwuchskomponisten und junge Liedermacher beworben – und wurde prompt eingeladen. Wie weit ihn sein Weg in der Casting-Show führen wird, ist allerdings noch ein Geheimnis.

Die 16-teilige Doku-Reihe mit abschließendem Live-Finale in Köln wird im Frühjahr bei KiKa ausgestrahlt. Der Wettbewerb richtet sich an Nachwuchskomponisten zwischen zehn und 18 Jahren, die von den Moderatoren Johanna Klum und Bürger Lars Dietrich begleitet werden. Dem Sieger winkt am Ende nicht nur Aufmerksamkeit und Anerkennung, sondern auch ein Preisgeld von 5000 Euro zur Förderung des Talents.

Für den talentierten Schüler ist die Teilnahme am Casting ein großes Abenteuer

Für Richard, mit zehn Jahren der jüngste Teilnehmer, ist das Ganze ein großes Abenteuer. Immer dabei ist Mutter Annette Oschmann (49), studierte Juristin und aktuell vorwiegend als Mediatorin und Coach tätig. „Richard hat die Sendung im Fernsehen mit großem Interesse verfolgt und sich dann weitgehend selbstständig beworben“, sagt Annette Oschmann, die ihren Sohn begleitet und seine musikalischen Ambitionen unterstützt.

Der Song, mit dem sich Richard beworben hat, ist ein selbst komponiertes und getextetes Lied mit deutschem Text, der vom Erwachsenwerden handelt. „Wir sind eigentlich gar keine extrem musikalische Familie. Ich spiele ein bisschen Querflöte, aber Richards ältere Brüder haben ganz andere, zum Beispiel sportliche, Talente“, sagt die Mutter.

Irgendwann vor den Sommerferien sei der Anruf gekommen, der den Bredeneyer Jungen jubeln ließ. „Ich bin zum Casting eingeladen“, freute sich der Zehnjährige, der das dreitägige Auswahlverfahren in Wiesbaden mit Vorsingen, Interviews und dem Dreh eines Einspielers bereits hinter sich hat. „Im Anschluss an den Auftritt gab es ein Gespräch mit der Jury mit Lob, Kritik und Verbesserungsvorschlägen“, berichtet Richard. „Das alles läuft in einer freundlichen Atmosphäre ab, da soll niemand fertiggemacht werden, wie man es vielleicht von anderen Casting-Shows kennt“, sieht Annette Oschmann ihren Sohn in der Show gut aufgehoben.

Die Teilnehmer musizieren gemeinsam

Auch die Atmosphäre unter den jungen Teilnehmern aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland sei sehr angenehm und kollegial. „Wir haben viel gemeinsam Musik gemacht und voneinander gelernt“, blickt Richard zurück „Am Ende flossen sogar Tränen, als man sich erstmal wieder trennen musste“, erinnert sich die Mutter. Nach dem ersten Casting steht für alle, die weitergekommen sind, ein Komponisten-Camp auf Ibiza auf dem Programm, bei dem es wiederum um die Qualifikation fürs Live-Finale in Köln geht. Den Nachwuchsmusikern werden im Laufe des Wettbewerbs prominente Paten zur Seite gestellt.

Richard, der gerade von der Graf-Spee-Schule aufs Goethe-Gymnasium gewechselt ist, spielt seit seinem dritten Lebensjahr Klavier. Das ist nicht das einzige Instrument, das er spielt. Dazu kommen Blockflöte, Altblockflöte, Ukulele, Keyboard und seit kurzem Kontrabass – „damit ich mit anderen im Schulorchester spielen kann“, sagt Richard, der neben musischen Talenten durchaus auch sportliche hat und im Verein schwimmt.

Richard Oschmann spielt auswendig und nach Gehör Klavier

Beim Klavierunterricht quält sich Richard keineswegs durch Sonaten und Etüden, wie mancher Klavierschüler es aus eigener Erfahrung kennt. „Klassik ist nicht so mein Ding“, berichtet der Gymnasiast, der fast ausschließlich nach Gehör und auswendig spielt und mit Noten wenig am Hut hat. Pop und Jazz mag er schon lieber. „Wenn Richard ein Lied hört, das ihm gefällt, setzt er sich ans Klavier und erarbeitet es sich – Akkord für Akkord, den Text sucht er sich aus dem Internet. Das alles kommt aus ihm selbst heraus“, erklärt seine Mutter.

Der Zehnjährige komponiert gern selbst. Üben ist für Richard keine lästige Pflicht, sondern pures Vergnügen. Er setzt sich in jeder freien Minute ans Klavier. Ob er Berufsmusiker werden will, weiß Richard noch nicht. „Ich möchte eigentlich professioneller Marionettenspieler werden“, sagt der Zehnjährige und holt eine seiner zwölf selbst gefertigten Marionetten aus der Kiste, um eine kurze Szene vorzuspielen. Man darf jedenfalls gespannt sein, wohin ihn sein Weg führen wird – und das nicht nur beim Casting.

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