Prozess

Schonnebeck-Mord: Angeklagter „ein ganz normaler Typ“

Ein ganz normaler Typ: Angeklagter Alexander H. mit Aktendeckel beim Prozessauftakt, vorne rechts sein Verteidiger Michael Thomas.

Foto: Socrates Tassos

Ein ganz normaler Typ: Angeklagter Alexander H. mit Aktendeckel beim Prozessauftakt, vorne rechts sein Verteidiger Michael Thomas. Foto: Socrates Tassos

Essen.   Eigentlich sei er ein ganz normaler Typ. Im Prozess um den Mord in Essen-Schonnebeck erzählt eine gute Bekannte über den Angeklagten Alexander H.

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Geldnot soll das Motiv für den Mord in Essen-Schonnebeck gewesen sein. Laut Anklage hat der Essener Alexander H. (26) seinen Bekannten Peter S. (60) am 7. September 2017 mit Hammer und Messer getötet, weil dieser ein Darlehen über 5500 Euro zurückgefordert habe. Geldnot? Vor dem Essener Schwurgericht erzählt eine gute Bekannte des Angeklagten, er habe sich ihr gegenüber als erfolgreicher Geschäftsmann ausgegeben.

Die 27 Jahre alte Designerin und Alexander H. hatten sich 2016 im Hallo-Park über ihre Hunde kennengelernt. Er sei nett gewesen, „eigentlich ein ganz normaler Typ“, erzählt die junge Frau. Beide freundeten sich an, gingen abends auch schon mal privat aus. „Es hätte eine Beziehung werden können“, sagt sie.

Er prahlte mit seinen erfolgreichen Geschäften

Aber er prahlte. Gerade Alexander H., der neben den 5500 Euro auch seinem wegen Mordes mitangeklagten Freund Wolfgang N. (26) 12 500 Euro geschuldet haben soll. Ihr habe er erzählt, dass er seinen nicht ganz seriösen Schlüsseldienst verkauft habe und nun als Immobilienmakler arbeite. In Rüttenscheid habe er schon ein Büro angemietet.

Er habe sich gerne reden gehört, sei eher extrovertiert. Sie hätten viel Spaß miteinander gehabt und gelacht, aber an 20 Prozent der Tage habe er geprahlt. Die 27-Jährige: „Ich mochte das nicht und habe ihm das auch gesagt.“

Angeklagter will angegriffen worden sein

Alexander H. und sein Freund Wolfgang N. müssen sich seit fünf Verhandlungstagen für gemeinschaftlichen Mord vor dem Schwurgericht verantworten. Sie sollen Peter S. vorgespiegelt haben, das Darlehen zurückzuzahlen. Tatsächlich soll zunächst Wolfgang N. mit einem Gummihammer Peter S. zu Boden geschlagen haben. Anschließend, so die Anklage, schlug Alexander H. mehrfach mit einem Hammer zu und stach mit einem Messer auf den 60-Jährigen ein. Die Leiche blieb wochenlang im Keller, bis die Polizei sie am 13. Oktober entdeckte.

Am dritten Verhandlungstag gestand Alexander H. die Tat zwar. Er will aber von dem auf Rückzahlung pochenden Peter S. angegriffen worden sein und sich im Grunde nur gewehrt haben. Er habe zum Hammer gegriffen, an ein Messer habe er keine Erinnerung.

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