Schönes, Chaos und noch mehr Kunst

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Strumpfhosen, die einen menschlichen Torso bilden. Pflanzen, die in Schraubstöcke gezwängt sind. Kerzen, deren tropfendes Wachs den Blick auf einige Noten freigibt – und schmelzende Eiswürfel: Kunst ist das, was der Künstler daraus macht. Wie das aussehen kann, zeigen Schüler der Freien Akademie der Künste (FAdbK) und der Hochschule der bildenden Künste (HBK) Essen bei ihrem 14. Rundgang, der Freitagabend öffnet.

„Zur Zeit“: Diese Redewendung hat Julia Priss in Eiswürfel eingearbeitet und sie beim Schmelzen fotografiert. Wie die Rest-Eiswürfel sich in Wasser verwandeln, können Betrachter live sehen. „Mich interessieren Prozesse, bei denen sich das Schöne aus der Zerstörung und dem Chaos herauskristallisiert“, sagt die junge Künstlerin.

Schönes, das sich aus Chaos herauskristallisiert – damit könnte man auch die Organisation der Ausstellung umschreiben, wie sie in den Gebäuden der ehemaligen Zeche Prinz Friedrich in Kupferdreh zu sehen ist. Prof. Stephan Schneider, Präsident der Hochschule, überlässt den Studenten die Organisation, „weil es wichtig für die Studenten ist.“ Und so lernen sie beim Organisieren, was alles so zu einer Ausstellung dazugehört – von den Kuratoren bis zum Catering. „Ich habe zwischen Professoren und Studenten vermittelt“, erklärt Jasmin Hantl: Die Deutschlandstipendiatin der HBK gehört zu den Mitorganisatoren des Rundgangs. Momentan ist ihre Aufgabe banaler: „Ich muss zusehen, dass alle Werke eine Beschriftung bekommen.“

Und das sind nicht wenige – über 300 Werke sind im Haupthaus und im Atelierhaus ausgestellt. „Hier kommen wir normalerweise zusammen, um zu arbeiten und über unsere Arbeiten zu sprechen“, so Hantl.

Doch momentan bauen einige Studenten ihre Arbeiten in den Räumen auf – darunter Roman Bracht, der eine Topfpflanze an ein Laborstativ befestigt: „Ich verbinde Natur und Technik“, erläutert der 34-Jährige, der Werbefotograf ist und sich für ein berufsbegleitendes Studium der Bildhauerei entschieden hat.

Die Möglichkeit, einen der drei Bachelor-Studiengänge, Bildhauerei/Plastik, Fotografie/Medien und Malerei/Grafik neben dem Beruf zu studieren, führt dazu, dass viele ältere sich für ein Kunststudium entschieden haben. „Davon profitieren alle, auch die Jüngeren“, ist Bracht überzeugt. „Mit mehr Lebenserfahrung hat man oft eine andere Herangehensweise.“

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