Sport und Integration

SC Frintrop bildet Flüchtlinge zu Jugendtrainern aus

rank Peters (2.v.l.)  bildet beim SC Frintrop  Migranten, darunter auch Flüchtlinge, zu Jugendtrainern aus.Ahmad Hmedi (l.) vom deutsch-syrischen Förderverein, Obayada Sabbagh und Haifaa Saeed (r.) machen mit.

rank Peters (2.v.l.) bildet beim SC Frintrop Migranten, darunter auch Flüchtlinge, zu Jugendtrainern aus.Ahmad Hmedi (l.) vom deutsch-syrischen Förderverein, Obayada Sabbagh und Haifaa Saeed (r.) machen mit.

Foto: Christian Schmitt

Essen.   Der SC Frintrop startet ein deutschlandweit einmaliges Projekt und hilft so Zuwanderern, sich über den Sport zu integrieren. Sie werden Trainer.

Obayada Sabbagh kommt aus Syrien. Seit drei Jahren lebt er in Deutschland. In seiner Heimat hat er zehn Jahre lang Fußball gespielt. Nun kickt und trainiert der 36-Jährige beim BV Altenessen in der Kreisliga C. Und das recht erfolgreich, wie er selbst findet. Fußball verbindet, das weiß Obayada Sabbagh aus eigener Erfahrung. Nun geht er den nächsten Schritt. Beim SC Frintrop lässt er sich zum Trainer für Kinder- und Jugendmannschaften ausbilden. „Es ist ein deutschlandweit einmaliges Projekt, das heute auf dem Aschenplatz am Schemmannsfeld startet“, sagt Frank Peters, Referent und Ausbilder beim Fußballverband Niederrhein.

6500 Trainer hat Frank Peters in seinem Fußballerleben ausgebildet. In der kommenden Woche wird er auf dem Sportplatz in Unterfrintrop für den Lehrgang 27 Teilnehmer zusammen rufen, die eines gemeinsam haben: Ihre Wurzeln liegen nicht in Deutschland; viele von ihnen sind als Flüchtlinge gekommen.

Der Lehrgang soll auch dazu dienen, Sprachkenntnisse zu verbessern

Obayada Sabbagh ist darunter und Haifaa Saeed, eine von zwei Frauen. Die 43-Jährige stammt ebenfalls aus Syrien, mag Sport und möchte gerne mit Kindern arbeiten, wie sie sagt. Die deutsche Sprache fällt ihr noch schwer. Ihre Kenntnisse zu verbessern, auch dazu soll der Lehrgang dienen.

„Es geht gar nicht darum, die Teilnehmer professionell auszubilden“, betont Frank Peters. Es gehe vielmehr um Pädagogik. Und es geht um Integration.

Der erfolgreiche Abschluss des Lehrgangs befähigt die Absolventen, Teams vom Bambini-Alter bis zur E-Jugend zu betreuen, Kinder zwischen vier und zehn Jahren also. Ein „Trainerschein“ ist dafür gar nicht erforderlich. Eine Lizenz verlangt der Fußballverband erst ab der Niederrheinliga. In vielen Vereinen ist es durchaus üblich, dass einer der Väter den Nachwuchs trainiert.

Der DFB will bis zur Europameisterschaft alle Trainer im Jugendbereich qualifizieren

Mit Blick auf die Europameisterschaft im eigenen Land hat sich der Deutsche Fußballbund jedoch zum Ziel gesetzt, alle Trainer im Jugendbereich bis zum Jahr 2024 zu qualifizieren, berichtet Frank Peters. Beim SC Frintrop sind sie, wenn man denn will, ihrer Zeit voraus. Die erste Mannschaft spielt in der Bezirksliga. Im Jugendbereich gebe es dagegen noch Nachholbedarf. Der Verein ist dafür sozial sehr engagiert. Eine Integrationsmannschaft kämpft in den SC-Trikots um Punkte, es gibt Kooperationen mit Schulen und Kindergärten im Stadtteil.

Dort könnten vielleicht auch Obayada Sabbagh, Haifaa Saeed und die anderen auflaufen, wenn sie Theorie und Praxis hinter sich haben – als Übungsleiter im offenen Ganztag zum Beispiel. Fußball -AGs sind dort gefragt. Und ihre Sprachkenntnisse könnten behilflich sein.

Und wenn der ein oder andere irgendwann doch einmal als Trainer an der Seitenlinie eines namhaften Clubs stehen sollte, wäre das eine große Überraschung – und eine Riesensache.

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