Nahverkehr

S6 fährt nicht: Großer Andrang auf Pendelbusse in Essen

Die Bohrungen unter der gesperrten S-Bahnstrasse der Linie S6 unweit der Station Essen-Hügel sind immer noch nicht abgeschlossen.

Foto: Michael Korte

Die Bohrungen unter der gesperrten S-Bahnstrasse der Linie S6 unweit der Station Essen-Hügel sind immer noch nicht abgeschlossen. Foto: Michael Korte

Essen.   Die Sperrung der S-Bahn-Linie S6 in Essen bereitet der Deutschen Bahn weitere Probleme. Mit Schulbeginn steigt der Andrang auf die Pendelbusse.

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Volle Busse, zurückgelassene Fahrgäste – die Deutsche Bahn muss beim Pendelbus-Verkehr zwischen Kettwig und Hauptbahnhof nachbessern.

Die DB richtete vor knapp drei Wochen einen Schienenersatzverkehr entlang der stillgelegten Trasse der S-Bahnlinie S6 ein, nachdem ein Bergwerksschaden unweit der Station Essen-Hügel aufgetreten war. Es ist nicht auszuschließen, dass der Verkehr der S6 auf dem Essener Teilabschnitt in diesem Jahr nicht mehr aufgenommen werden kann. Mit dem Schulbeginn hat jetzt der Andrang auf die Pendelbusse zugenommen.

Der Essener Jahn Kischel berichtet, dass seine und rund 20 weitere Kinder am Montag nicht rechtzeitig zur Schule kamen, weil der Bus Richtung Werden schon voll gewesen sei, als er die Station am Stadtwaldplatz erreichte. Die Zahl der bereit gestellten Pendelbusse reiche nicht aus, meint Kischel.

Schüler kamen zu spät zum Unterricht

Als die S6-Trasse wegen einer großen Sanierung vor drei Jahren gesperrt wurde, da „fuhren in den Spitzenzeiten immer zwei Gelenkbusse hintereinander“, erinnert er sich.

„Wir werden die Situation dort im Auge behalten und gegebenenfalls nachsteuern“, erklärt dazu DB-Sprecher Dirk Pohlmann. In einem Fall hat die Deutsche Bahn bereits reagiert. Weil die Strecke ab Kettwig Richtung Hauptbahnhof Montagfrüh überlastet war, wurden tags darauf um 7.26 Uhr dort gleich zwei Busse eingesetzt. Pohlmann bittet von Engpässen betroffene Fahrgäste, sich an den DB-Kundenservice zu wenden, um nötige Korrekturen beim Pendelbus-verkehr prüfen und einleiten zu können.

Wie lange die täglich rund 10 000 Kunden auf die Busse oder auf alternative Bahnstrecken über Duisburg und Mülheim ausweichen müssen, diese Frage kann die Deutsche Bahn frühestens Mitte nächster Woche beantworten, weil die Bohrungen immer noch nicht abgeschlossen sind. Die Strecke zwischen der Station Kettwig (nur wenige Züge fahren bis Werden) und dem Essener Hauptbahnhof ist seit dem 18. Oktober gestürzt, weil sich wegen der Hohlräume eine Stützwand gewölbt hatte.

Noch mehr Bohrungen unter der Trasse nötig

Bei den Sondierungsbohrungen wurden auf einem 400 Meter langen Abschnitt mehrere Hohlräume in etwa 30 Meter Tiefe entdeckt.

In diesen Tagen stehen noch einige genauere Bohrungen an, um das Ausmaß des Schadens besser abschätzen können. Erst nächste Woche am Dienstag oder am Mittwoch kann die DB dann eine erste Prognose über die voraussichtliche Dauer der Reparaturarbeiten machen.

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