Bahnverkehr

S-Bahn-Linie S6: Bauarbeiten in Essen liegen im Plan

Seit zwei Monaten verfüllen Arbeiter die entdeckten Hohlräume aus dem früheren Bergbau unter der S-Bahnstrecke nahe des Bahnhofes Hügel.

Seit zwei Monaten verfüllen Arbeiter die entdeckten Hohlräume aus dem früheren Bergbau unter der S-Bahnstrecke nahe des Bahnhofes Hügel.

Foto: Ulrich von Born

Essen.   Die gesperrte S-Bahn-Linie S6 kann ihren Betrieb im April wohl wieder aufnehmen. Die Arbeiten in Essen liegen laut Deutscher Bahn in Zeitplan.

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Die seit drei Monaten in Essen gesperrte S-Bahn-Linie S6 wird aller Voraussicht ohne weitere Verzögerungen im April wieder in Betrieb gehen. Die Reparaturarbeiten laufen besser als erwartet. „Wir sind gut im Plan“, berichtet der Düsseldorfer DB-Sprecher Dirk Pohlmann.

Die S-Bahn-Strecke zwischen dem Bahnhof Kettwig und dem Essener Hauptbahnhof musste im Oktober vergangenen Jahres komplett gesperrt werden, weil ein Bergwerksschaden aus dem früheren Betrieb Kämpgesbank unweit des Haltepunktes Essen-Hügel entdeckt worden war. Eine Stützwand drohte abzusacken, auch sei die Standsicherheit der Gleise nicht mehr gewährleistet gewesen.

Bohrungen bringen Ausmaß des Schadens ans Licht

Die Deutsche Bahn ahnte zwar, dass unter der Bahnstrecke sich noch alte Hohlräume aus dem 18. und 19.Jahrhundert befinden könnten. Noch vor der Sperrung war das Areal am Stopp Hügel in ein Hochrisiko-Kataster aufgenommen worden.

Doch erst die wegen des Schadens angeordneten Sondierungsbohrungen machten klar, dass auf der S6-Bahnlinie für längere Zeit keine Züge mehr fahren können. Innerhalb weniger Wochen entdeckten die beauftragten Teams in einer Tiefe bis zu 30 Metern elf Bergbau-Flöze mit sieben großen Hohlräumen, die insgesamt mehrere tausend Kubikmeter umfassen.

Noch während die Arbeiter damit begannen, die unterirdischen Löcher mit einer speziellen Zementmischung zu verfüllen, rätselten die Experten der Deutschen Bahn und der Arnsberger Bezirksregierung darüber, ob es noch weitere böse Überraschungen geben könnte.

Erdreich gleicht einem Schweizer Käse

Doch mittlerweile wurde das Erdreich unter der etwa 350 Meter langen Bahntrasse am Schadensort durchbohrt wie ein Schweizer Käse. Auf einer addierten Gesamtlänge von 14,2 Kilometern stachen die Mess-Bohrer in die Tiefe, um sich ein Bild über das Ausmaß der Löcher zu machen. Nach insgesamt 430 Bohrungen geht man inzwischen davon aus, dass es keine weiteren Hohlräume gibt und kein neuer Aufschub zu befürchten ist.

Auch das Wetter spielte mit. „Wir hatten kaum Frost. Wir konnten weiter arbeiten“, berichtet Dirk Pohlmann. Bereits jetzt sind fünf der sieben großen Hohlräume verfüllt. Dafür waren 70 Silowagen mit knapp 2000 Tonnen Füllmischung nötig. Zwei Hohlräume müssen noch verfüllt werden. Dann werden die Schadensstellen verpresst, um sicherzustellen, dass der Beton in jede Ecke der Hohlräume, die insgesamt mehrere tausend Kubikmeter ausmachen, gelangt ist. „Bei einem Flöz wurde bereits mit der Verpressung begonnen“, erklärt der DB-Sprecher.

Schadenshöhe steht immer noch nicht fest

Nach Abschluss der Arbeiten wird eine neue Stützmauer errichtet. Die Verlegung der neuen Gleise am Schluss gilt als die einfachste und schnellste Bau-Etappe. Wie hoch der Millionenschaden tatsächlich ist, kann derzeit noch nicht beziffert werden.

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