Kita-Gebühren

Rund 10.000 Essener Eltern müssen Kita-Gebühren nachzahlen

Damit

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Essen.   Jedes Jahr müssen tausende Eltern in Essen Kita-Gebühren an die Stadt nachzahlen. Die Höhen der Nachforderungen schwanken erheblich.

Die Stadt Essen hat in den vergangenen Wochen wieder Kita-Nachforderungen an tausende Eltern geschickt. „Mindestens 127.000 Euro mussten wir für 2018 nachfordern“, sagt Stadtsprecherin Jasmin Trilling. Die Summe sei nur geschätzt, da die Finanzbuchhaltung die Nachforderungen nicht separat ausweist – sie laufen zusammen mit den monatlichen Zahlungen und den Erstattungen.

Rund 10.000 Haushalte sind geschätzt von Nachzahlungen betroffen. Dabei schwanken die Höhen der Summen erheblich – und können auch in den vierstelligen Bereich gehen. Wer Schwierigkeiten hat, die eventuell hohen Beiträge auf einen Schlag zu zahlen, könne sich laut Jasmin Trilling an die Stadt wenden. „Die Finanzbuchhaltung bietet eine Ratenzahlung unkompliziert an“, sagt Trilling. „Es gibt immer eine Möglichkeit.“

Einkommenssteigerungen werden selten gemeldet

Die Höhe der Elternbeiträge bemisst sich in der Regel an dem Einkommen aus dem vorangegangen Jahr. Außerdem wird das Zwölffache des Einkommens des letzten Monats zugrunde gelegt, wenn es voraussichtlich auf Dauer höher oder niedriger ist als das Einkommen des Vorjahres, heißt es in der Satzung der Stadt. Wenn sich das Einkommen im Laufe eines Jahres verändert und Eltern das nicht dem Jugendamt melden, kann es zu Nachforderungen kommen – aber auch zu Rückerstattungen.

„Einkommenssteigerungen werden deutlich seltener angezeigt als -minderungen“, sagt Jasmin Trilling. „Weihnachts- oder Urlaubsgeld sollte am besten direkt mit angegeben werden.“ Auch Prämien, Provisionen und andere Sonderzahlungen können schnell dafür sorgen, nachträglich in eine höhere Einkommensstufe eingruppiert zu werden. Dabei kann die Stadt bis zu vier Jahre rückwirkend Nachforderungen stellen.

Beitragsfrei bei Jahreseinkommen unter 13.000 Euro

In Essen sind Eltern bis zu einem Jahreseinkommen von 13.000 Euro von den Beiträgen befreit. Darüber gibt es acht Einkommensstufen; die höchste liegt bei mehr als 97.000 Euro Jahreseinkommen. Wer zu den Höchstverdienern gehört, zahlt bei einer 45-Stunden-Betreuung für ein unter zweijähriges Kind 413 Euro, für einen über Zweijährigen 310 Euro. Wer bis zu 61.000 Euro verdient, zahlt immerhin 318 Euro für die Kleinsten und 205 Euro für die Ü-2-Betreuung. Damit liegt Essen im mittleren Bereich der Ruhrgebietsstädte.

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