Klinikkongress

Ruhrgebiet liefert Vorlagen für das Krankenhaus der Zukunft

Kurze Pause im Messefoyer zwischen zwei Fachforen: Leif Grundmann aus der Geschäftsführung von Medecon Ruhr war auch Moderator.

Kurze Pause im Messefoyer zwischen zwei Fachforen: Leif Grundmann aus der Geschäftsführung von Medecon Ruhr war auch Moderator.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Beim Medecon-Klinikkongress in der Messe waren sich die Experten einig: Andere Ballungsräume können vom Ruhrgebiet einiges lernen.

„Im Gesundheitsbereich“, so formuliert es OB Thomas Kufen gerne, „spielen wir hier in der Champions League.“ Damit meinte er Essen, seine Stadt. Mit den großen Krankenhäusern und allem, was damit zusammenhängt, bietet die Medizin die meisten Arbeitsplätze und zudem viel Expertenwissen. Es lag also nahe, dass der große Klinikkongress des Netzwerks Medecon ideal hierher passen würde. Also trafen sich rund 400 Fachleute aus dem Gesundheitsbereich zwei Tage im Congresscenter Ost.

Die meisten Besucher kamen aus Essen und den Nachbarstädten, Medecon versteht sich als Organisation, die das Ruhrgebiet zusammenbringt. Und obwohl in 15 Fachforen diskutiert und gearbeitet wurde, gab es ein alles beherrschendes Thema: Visionen einer vernetzten Medizin. „Es geht um Datenschutz in Krankenhäusern, Sicherheit und Digitalisierung“, sagte Leif Grundmann, Kongresskoordinator und einer der Geschäftsführer von Medecon.

Unterbrechung wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe

Das Ruhrgebiet sei mit seiner Vielzahl von IT-Anbietern und den klinischen Netzwerken deutschlandweit an vorderster Stelle zu sehen, so Grundmann. Hier wurde ein zweiter Schwerpunkt des Kongresses deutlich: die Kooperation von Krankenhäusern. In Essen zuletzt zu sehen am Beispiel der Contilia-Gruppe, der sich nun die Häuser des Katholischen Klinikums angeschlossen haben. So etwas sei wegweisend, hieß es bei der Fachtagung in der Messe.

Die Landespolitik fordere gerade für Ballungsräume mehr regionale Verbünde und eine größere medizinische Spezialisierung. In diesem Punkt seien die Krankenhäuser der Region in den vergangenen Jahren aus eigener Kraft deutlich vorangekommen, so Medecon-Vorsitzender Prof. Karl-Heinz Jöckel vom Universitätsklinikum: „Das Ruhrgebiet könnte zum Modellfall einer Krankenhausstruktur in Ballungsräumen werden.“

Zwischendurch wurden die vielen Zukunftsvisionen von der Gegenwart eingeholt: Wegen des Weltkriegsbombenfundes bei Bauarbeiten an der Messe, musste der Kongress am Mittwochnachmittag unterbrochen werden. Der große Abendempfang, mit „Essen gesund vernetzt – medizinische Gesellschaft“ fiel aus. Donnerstag ging es dann wie geplant weiter.

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