Wohnprojekt

Rüttenscheider Mehrgenerationenhaus eröffnet im Mai

Das Mehrgenerationenhaus nimmt Form an: Werner Meys (li.) von der Anneliese-Brost-Stiftung und Peter Sager von der Awo.

Das Mehrgenerationenhaus nimmt Form an: Werner Meys (li.) von der Anneliese-Brost-Stiftung und Peter Sager von der Awo.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Rüttenscheid.  Das Wohnprojekt der Anneliese-Brost-Stiftung und der Awo wird später fertig als geplant. Investition in Höhe von rund sieben Millionen Euro.

Draußen noch grauer Beton, Gerüste, Matsch. Drinnen Laminatboden, tapezierte Wände, weiße Fliesen. Die erste Wohnung im Mehrgenerationenhaus an der Wittenbergstraße ist fertig eingerichtet. Mitten in der Baustelle. Hier können sich Interessierte ein Bild machen vom Wohnen in dem Haus, das die Anneliese-Brost-Stiftung in Rüttenscheid bauen lässt. Gut die Hälfte der 26 Einheiten ist schon vergeben, im April oder Mai sollen die Mieter einziehen – mit Verspätung.

Dass die Arbeiter noch über den Winter auf der Baustelle beschäftigt sein werden, war zunächst nicht geplant. Im August dieses Jahres sollte das Mehrgenerationenhaus eröffnen. „Wir hatten Probleme bei der Gründung, also bei den Bodenarbeiten“, erklärt Werner Meys vom Vorstand der Anneliese-Brost-Stiftung. „Als der Bagger gegraben hat, rutschten immer wieder Sand und Schluff nach. Deshalb musste die Gründung mit Pfeilern im Boden realisiert werden.“ Allein diese Umstellung von einer Bodenplatte zur Pfahlgründung und die Entwicklung der neuen Statik hätte drei Monate Zeit gekostet.

Im Haus soll eine „gesunde Mischung“ entstehen

Rund sieben Millionen Euro investiert die Stiftung in das Mehrgenerationenhaus, für die Vermietung und Betreuung der Wohnungen ist die Arbeiterwohlfahrt zuständig.

„Die Mehrzahl der Wohnungen ist so zugeschnitten, dass hier Senioren wohnen können“, sagt Meys. 13 Wohneinheiten sind etwa 50 Quadratmeter groß – barrierefrei, einige auch rollstuhlgerecht. Letztlich soll im Haus eine „gesunde Mischung“ entstehen, wünscht sich Meys. In den größeren Wohnungen finden Familien Platz, in den etwas kleineren können Alleinerziehende mit Kind leben.

Menschen sollen nicht nur nebeneinander leben

So soll nicht nur ein Nebeneinander im Alltag stattfinden. Da ist zum Beispiel die Oma, die allein in Essen lebt, während der Enkel in Stuttgart aufwächst. Und da ist die Mutter mit Kind, deren Familie in Erfurt ist und die nun ebenfalls allein in Essen lebt. „Das sind tatsächliche Vermietungen“, erklärt Meys die Beispiele. In solchen Konstellationen sollen sich die Menschen im Haus begegnen und im besten Fall voneinander profitieren. Dadurch könne eine neue Form des Zusammenlebens entstehen. „Es gibt andere Projekte dieser Art, wo das Zusammenspiel zwischen Jung und Alt gut funktioniert und angenommen wird“, erzählt Peter Sager von der Awo Essen. „Ältere Menschen suchen den Kontakt zu Kindern – wie Oma und Opa.“ Für Begegnungen sollen außerdem 24 Veranstaltungen im Jahr sorgen, die die Awo durchführen wird: Kultur- und Bildungsangebote, gesellige Nachmittage, ein gemeinsames Frühstück.

Auf diese besondere Art des Zusammenlebens muss man sich einlassen können. „Wir wünschen uns junge Alte, im Kopf jung“, sagt Meys. „Die Menschen, die hier einziehen, dürfen sich zum Beispiel nicht durch Kindergeschrei gestört fühlen.“ Schließlich gibt es auch eine Kita unter dem Dach des Mehrgenerationenhauses.

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