Gastronomie

Rüttenscheider Kneipe „Eule“ seit 60 Jahren in Familienhand

Mit Leidenschaft seit 60 Jahren der Gastronomie verschrieben: Gerd und Ursel Fabritz, Schwiegersohn Simon Heidenreich mit Tochter Charlotte (4), Ehefrau Janine Heidenreich (geb. Fabritz) und Sohn Julius (13) in der „Eule“.

Mit Leidenschaft seit 60 Jahren der Gastronomie verschrieben: Gerd und Ursel Fabritz, Schwiegersohn Simon Heidenreich mit Tochter Charlotte (4), Ehefrau Janine Heidenreich (geb. Fabritz) und Sohn Julius (13) in der „Eule“.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen-Rüttenscheid.   Vor 60 Jahren gründeten die Eltern von Gerd Fabritz die Kneipe. Heute führt die dritte Generation den Betrieb an der Klarastraße. Ein Besuch.

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Die Theke in der „Eule“ an der Klarastraße ist genauso, wie man sie sich einer echt urigen Kneipe so vorstellt: unten in dunklem Holz gehalten, oben eine helle Platte drauf. Licht kommt aus kleinen Lampenschirmen, dahinter zapft die Bedienung das Bier. Wer nicht stehen möchte, sitzt an den rustikalen Tischen. Dort wird Skat gespielt oder geknobelt. Oder Sport auf dem großen Bildschirm geschaut.

„Der Sport ist total wichtig. Das ist ein echtes Gemeinschaftserlebnis. Schon von Anfang an haben die Gäste bei uns Fußball geguckt“, sagt Gerd Fabritz, 79. Er erlebte die Gründung der „Eule“ mit. Seine Eltern eröffneten die Gaststätte am 29. März 1958, also vor 60 Jahren. Damals war der Standort im Wehmenkamp gegenüber dem Hotel Arosa. Gerd Fabritz führte die Kneipe dann ab 1962. Nach der Hochzeit 1965 stand ebenfalls Ehefrau Ursel mit hinterm Tresen.

Seit 1981 an der Klarastraße

Seit 1981 ist die „Eule“ ein paar hundert Meter weiter im Hotel Fabritz zu Hause. Auch hier ist sie der Treffpunkt für Menschen aus dem Viertel. Alt und Jung, wie Janine Heidenreich (46) betont. Die Wirtstochter absolvierte eine Lehre als Hotelfachfrau am Titisee und sammelte berufliche Erfahrungen in Hamburg, München, Boston. 1999 kehrte sie aus den Staaten ins heimatliche Essen zurück – und stieg in den Familienbetrieb ein. Ehemann Simon Heidenreich (42) komplettiert seit 2006 das Team.

Im Jahr der Fußball-WM übernahm dann auch die jüngere Generation Kneipe und Hotel, renovierte das Haus. Die urige Atmosphäre sollte dabei erhalten bleiben, „so viele Traditionskneipen gibt es ja nicht mehr in der Stadt. Und die Leute lieben das“, sagt Janine Heidenreich. Und sie lieben den Sport. „Klar, dass bei den WM-Spielen der Laden voll war“, erinnert sich Simon Heidenreich an 2006. Und 2014, beim Sieg der Deutschen, sei die Bude gerammelt voll gewesen, „da wurde super gefeiert“.

Boxen, Handball und Formel 1

Aber nicht nur die Spiele um das runde Leder flimmern in der „Eule“ auf dem Bildschirm. Zu Boxen, Formel 1 und Handball versammeln sich die Stammgäste ebenfalls in der Kneipe. „Wenn die Übertragungen früh morgens sind, gibt’s anschließend ein Frühstück“, sagt Simon Heidenreich, der inzwischen auf zwei festangestellte Köche bauen kann, „denn neben dem Getränkeausschank schätzen die Leute das Essen“. In der urigen Atmosphäre der „Eule“ käme man übrigens schnell ins Gespräch, „anders als in einer eher sterilen Lounge“, so seine Beobachtung. Die Hotelgäste würden sogar mit den Stammgästen knobeln.

>> Erfahrung im Restaurant

Gelernt hat Simon Heidenreich, der jetzige Betreiber der „Eule“, bei Leo Imhoff im Saalbau und im Restaurant Parkhaus Hügel. Anschließend war er im Golfclub Mülheim und im Golfclub Mettmann tätig.

Inzwischen hat sich auch Sohn Julius (13) mit dem Betrieb vertraut gemacht: Bei der 60-Jahr-Feier stand er am Grill.

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