Kunst

Rüttenscheider Straße verwandelt sich in eine Kunstgalerie

Zur Kunstmeile werden wieder viele Besucher erwartet.

Zur Kunstmeile werden wieder viele Besucher erwartet.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Essen-Rüttenscheid.  Bei der fünften Auflage der Kunstmeile „Rü-Art“ beteiligen sich rund 80 Künstler. Sie stellen ihre Werke in vielen Rüttenscheider Geschäften aus.

Wenn Kunst auf Leinwand neben dem neuen Sommerkleid hängt, abstrakte Skulpturen im Schaufenster überraschen und Künstler zwischen Lebensmitteln oder Brillengestellen mit Kunstinteressierten ins Gespräch kommen, dann ist wieder „Rü-Art“. Zum fünften Mal organisiert die Interessengemeinschaft Rüttenscheid (IGR) mit Unterstützung des Forums Kunst und Architektur von Donnerstag, 27. Juni, bis Sonntag, 14. Juli, die Kunstmeile.

Daran beteiligen sich rund 80 Künstler und 76 Rüttenscheider Geschäfte und Dienstleister – vom Fahrradladen bis hin zum Fitnessstudio. Bewährtes Bindeglied zwischen Künstlern und Händlern ist wieder Lore Klar vom Forum Kunst & Architektur. Sie schaut, welche Künstler zu welchem Schaufenster passen könnten und bringt die Beteiligten zusammen.

Rü-Art will keine elitäre Veranstaltung sein

„Unser Ziel war es immer, so viele Menschen wie möglich mit der Kunst zu erreichen: auch solche, die nicht kunstbeflissen sind“, sagt der IGR-Vorsitzende Rolf Krane. Ganz bewusst sei die „Rü-Art“ keine „elitäre Veranstaltung“, sondern wolle die Kunst für alle sichtbar machen. „So weisen wir auch auf Künstler hin, auf die man sonst vielleicht nicht gestoßen wäre“, sagt Krane.

Lore Klar hat dabei wieder größtenteils Essener Künstler ausgewählt: Vertreter der plastischen Kunst wie Anja Husmann ebenso wie auf Themen fokussierte Künstler. Zu letzteren gehört etwa Beate Gärtner, die sich in ihren Arbeiten mit der Digitalisierung der Gesellschaft auseinandersetzt, beispielsweise QR-Codes und andere Daten einarbeitet. Ihre Werke sind bei „von Poll-Immobilien“ zu sehen, Rüttenscheider Straße 160.

Auch Galerien profitieren von der Kunstmeile

Neben zahlreichen Händlern entlang der Rü und in den Seitenstraßen beteiligen sich auch sieben Rüttenscheider Galerien an der „Rü-Art“. Dass die Veranstaltung Kunst einer breiteren Masse zugänglich macht, davon ist etwa Galerist Oliver Noelte vom Kunst-Raum überzeugt: „Wir sind jetzt seit 18 Jahren an der Rü. Dabei hat das Thema Kunst immer mehr an Bedeutung gewonnen.“ Auch aus diesem Grund zeigt der Kunst-Raum im Rahmen der „Rü-Art“ seine Sammelausstellung „Summer-Journey“ mit 19 internationalen Künstlern ab Freitag, 28. Juni. Die Vernissage beginnt um 19.30 Uhr. Die Kunstmeile führe mehr Besucher in die Galerie: vor allem solche, die sonst nicht durch die Tür gekommen wären, hat Noelte beobachtet: „Die Hemmschwelle sinkt.“

Krane führt das gestiegene Interesse auch auf die größere Kreativszene im Stadtteil zurück: So ist mittlerweile eine Vielzahl an kreativen Berufen im Stadtteil vertreten. Projekte wie etwa der Mathildenhof zeigen dabei, wie sich Kunst, Kreativität und Wirtschaft miteinander verbinden lassen. Zum Thema „Kreatives Milieu Rüttenscheid - Was macht des Standort aus?“ läuft im Rahmen der Rü-Art am Sonntag, 30. Juni, um 11 Uhr auch eine Matinée im Kabü, Annastraße 51. Moderiert von Prof. Oliver Scheytt diskutieren der Musikproduzent Igor Albanese sowie die Künstlerin Gabriele Hüsgen, Jörg Schirmer und der Prinzipal aus dem Mondpalast, Christian Stratmann.

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