Bauarbeiten

Gärten neben Vivawest-Baustelle in Rüttenscheid rutschen ab

Bauzäune sichern die Gärten der Häuser an der Florastraße zurzeit ab. Dort ist der Hang zur Baugrube an der Köndgenstraße abgerutscht. Vermutlich, weil Niederschläge den Boden aufgeweicht hatten.

Bauzäune sichern die Gärten der Häuser an der Florastraße zurzeit ab. Dort ist der Hang zur Baugrube an der Köndgenstraße abgerutscht. Vermutlich, weil Niederschläge den Boden aufgeweicht hatten.

Foto: Christof Köpsel

Rüttenscheid.   An der Florastraße in Essen sind mehrere Gärten abgerutscht. Die dahinter liegende Baugrube war offensichtlich nicht ausreichend gestützt.

Offenbar weil die benachbarte Baugrube der Großbaustelle von Vivawest nicht ausreichend gestützt wurde, sind einige Gärten an der Florastraße abgesackt. Betroffen sind mindestens sechs Mehrfamilienhäuser. Das Bauordnungsamt der Stadt Essen hat den hinteren Bereich der Gärten mit Bauzäunen und rot-weißem Flatterband abgesperrt.

Frank Feislachen ist einer der betroffenen Anwohner. Der Zaun am Ende seines Grundstücks ist bereits gehörig in Schräglage geraten und droht in die dahinter liegende Grube zu stürzen. Der 62-Jährige steht dem gesamten Bauvorhaben von Beginn an kritisch gegenüber. 34 Jahre lang wohnt er an der Florastraße, liebte vor allem den Blick auf den großen Garten. Dort, wo heute die Baugrube ist.

Erste Mieter ziehen Ende 2020 ein

Gemeinsam mit anderen Nachbarn hatte sich Feislachen für den Erhalt der früheren Goldschmidt-Häuser und deren riesigen Gemeinschaftsgarten eingesetzt. Vergeblich: Im vergangenen Jahr rollten die Abrissbagger an, seither läuft der Ausbau auf dem rund 4600 Quadratmeter Areal. Vivawest möchte dort fünf Gebäude errichten, die Platz für rund 70 Wohnungen bieten sollen. Die Arbeiten liegen nach Angaben von Vivawest im Zeitplan, voraussichtlich Ende 2020 ziehen die ersten Mieter ein.

Frank Feislachen kritisiert die mangelnde Kommunikation seitens des Wohnungsbauunternehmens: „Ich war gerade in Frankfurt, als der Zaun absackte. Mein Sohn informierte mich dann darüber. Von Vivawest hingegen kam bis heute keine Rückmeldung, wie sie jetzt damit umgehen wollen oder inwiefern betroffene Anwohner entschädigt werden.“ Nachdem er Vivawest informiert hatte, habe das Unternehmen aber einen externen Bodengutachter vorbei geschickt. Der verschaffte sich am vergangenen Montag einen Überblick. „Der gesamte Hang ist offenbar instabil“, vermutet Feislachen, der rechtliche Schritte nicht ausschließt: „Ich habe bereits Kontakt zum Rechtsanwalt, möchte aber zunächst diese Woche abwarten, wie sich Vivawest in der Sache weiter verhält“, sagt der Rentner, der früher selbst als Architekt tätig war.

Auf Anfrage bei Vivawest räumt das Unternehmen den Vorfall ein: „Vermutlich hat der Frost in Verbindung mit starkem Regen in den vergangenen Wochen dazu geführt, dass an der Nachbargrenze der Boden nachgegeben hat“, teilte eine Sprecherin mit. Danach sei der Hang sofort gesichert worden, „in enger Abstimmung mit dem Bodengutachter, dem Bauordnungsamt und dem ausführenden Generalunternehmer“, wie es weiter heißt. „Wir bedauern die für die Anwohner entstandenen Unannehmlichkeiten und werden selbstverständlich in Abstimmung mit den Eigentümern bzw. Mietern die entstandenen Schäden beseitigen“, versichert Vivawest.

„Mit Aussicht auf einen Bauzaun in meinem Garten“, sagt Feislachen, „habe ich das bevorstehende Frühjahr schon mal abgeschrieben.“

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