Gastronomie

Fans sammeln Unterschriften für den Erhalt des Soul Hellcafé

Freut sich über eine Welle der Unterstützung: Christian Voß, der das Soul Hellcafé an der Friederikenstraße betreibt und gern bleiben würde.

Freut sich über eine Welle der Unterstützung: Christian Voß, der das Soul Hellcafé an der Friederikenstraße betreibt und gern bleiben würde.

Foto: Stefan Arend

Essen-Rüttenscheid.   In vier Tagen haben mehr als 1300 Menschen eine Online-Petition unterzeichnet, die sich für den Erhalt der Szenekneipe Soul Hellcafé einsetzt.

Eine Online-Petition zum Erhalt der Rüttenscheider Szene-Kneipe Soul Hellcafé hat innerhalb von nur vier Tagen mehr als 1300 Unterstützer gefunden.

Die Stauder-Brauerei hatte Anfang des Jahres den Pachtvertrag gekündigt, die zuständige Hausverwaltung hatte diesen mit dem Kneipenbetreiber Christian Voß nicht fortführen wollen. Sie wünsche sich eher ein ruhiges Restaurant, hieß es wohl zur Begründung. Nach bisherigem Stand schließt das Soul Hellcafé im Juli seine Türen an dem Traditionsstandort an der Friederikenstraße.

Die Kneipe hat sich in den vergangenen Jahren durch Ausstellungen und Konzerte den Ruf als Szene-Bar für Subkultur erarbeitet. Vor allem Fans von Rock’n’Roll, Rockabilly und Kustom Kulture aber auch anderer Subkulturen haben dort ein zweites Wohnzimmer gefunden.

Unterstützer sorgen sich um kulturelle Vielfalt

Entsprechend sorgte die Nachricht von der bevorstehenden Schließung für große Enttäuschung und Wut bei Stammgästen aus dem gesamten Ruhrgebiet und Nachbarn im Viertel.

Viele von ihnen beteiligten sich nun an der Online-Petition, die am 25. April von einem Stammgast gestartet wurde. In den Kommentaren drücken viele Unterstützer ihre Sorge um weniger kulturelle Vielfalt aus: „Lasst die Szene nicht aussterben und das Soul Hellcafé weiterleben“, heißt es dort etwa. „Kult-Kneipen und Subkultur müssen bleiben“, fordert ein anderer Unterzeichner. Viele schreiben auch, dass es keinen vergleichbaren Ort im Ruhrgebiet gebe.

Christian Voß und sein Team rührt die breite Unterstützung, die sie seit Bekanntwerden der drohenden Schließung erfahren: Mit „Pipi in den Augen“ verfolgten sie die zahlreichen wohlwollenden Kommentare, sagt Markus „Oki“ Neumann, der sich als rechte und linke Hand von Christian Voß beispielsweise um den Webauftritt kümmert. Die Leute wollten eine „ehrliche Kneipe ohne Instagram- und Pinterest-Interieur“, ist Neumann überzeugt: „Auf der Rü gibt’s schon genug System-Gastronomie, die Leute wollen das hier nicht.“

3500 Unterzeichner binnen fünf Wochen haben sich die Initiatoren zum Ziel gesetzt. Die große Unterstützung innerhalb weniger Tage lässt kaum Zweifel daran, dass das Quorum erreicht wird. Offen allerdings ist, ob sich der Eigentümer beziehungsweise die zuständige Hausverwaltung davon beeinflussen lassen. Voß: „Mit uns hat bis heute niemand gesprochen, alle Kontaktversuche liefen ins Leere. Dabei geht es nicht nur darum, eine Kneipe zu retten sondern auch ein Stück Kultur.“

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