Handwerk

Essener Gründer wollen Nachwuchs für Handwerk motivieren

Nils Sandscheiper (li.) und André Ache haben den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Nun wollen sie den Nachwuchs für ihr Handwerk motivieren.

Nils Sandscheiper (li.) und André Ache haben den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Nun wollen sie den Nachwuchs für ihr Handwerk motivieren.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Holsterhausen.  Zwei Essener Maler haben den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Sie wollen den Nachwuchs wieder für Lehrstellen im Handwerk begeistern.

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Der Boom im Handwerk hält an – und ist auch in Holsterhausen angekommen. So verzeichnet die Sandscheiper & Ache GmbH, die erst seit Juni ihre Maler- und Innenausbau-Dienstleistungen im Stadtteil Holsterhausen anbietet, bereits eine hohe Nachfrage.

Gegründet haben das Unternehmen Nils Sandscheiper und André Ache, die es mit Anfang 40 noch einmal wissen wollten und den Schritt in die Selbständigkeit gewagt haben. Und das aus einer gesicherten Position heraus – beide arbeiteten über ein Jahrzehnt in einem großen regionalen Malerbetrieb. Dort lernten sie sich kennen, bauten im Laufe der Zeit eine Freundschaft auf.

Gründer aus Essen-Holsterhausen wollen wieder das Interesse an Handwerksberufen wecken

Doch das Klima im alten Unternehmen änderte sich mit der Zeit. „Irgendwann wurde der Betrieb zu groß – die Stimmung kippte“, sagt Sandscheiper. So entschied sich zunächst Ache und später auch Sandscheiper dazu, das Unternehmen zu verlassen und gemeinsam etwas eigenes aufzubauen.

In ihrem Betrieb wollen die beiden gerade das Zwischenmenschliche besser handhaben. Denn das Geschäftsklima sei ein großer Faktor für den Erfolg des Unternehmens und vor allem für die Motivation junger Leute, wieder einen Beruf im Handwerk zu erlernen, weiß Sandscheiper.

Unter ihren fünf Mitarbeitern sind zwei Auszubildende und drei Gesellen. Den Nachwuchs auszubilden, ist den beiden Gründern besonders wichtig. Auch wenn sie merken, „dass das Interesse und das Engagement für Berufe im Handwerk in der Generation nachlässt“, fasst Ache das momentan anhaltende Problem vieler Handwerksbetriebe zusammen.

Immobiliensuche stellt die Gründer vor eine Herausforderung

Mit dem Unternehmen wollen sie jungen Leuten die Arbeit am Handwerk wieder schmackhaft machen. Denn der Beruf sei einer der wenigen, bei dem man direkt Erfolge feststellen kann, so Sandscheiper. „Wenn wir unsere Baustellen abschließen und dem Kunden einen fertigen Raum übergeben, sehen die Jungs, was sie geschafft haben“, so Sandscheiper. „Deshalb sehen wir es als unsere Pflicht an, Leute auszubilden.“

Ihre Räume hat das Maler-Unternehmen in Holsterhausen gefunden. „Ziemlich anstrengend“ beschreibt Sandscheiper die Suche nach der passenden Immobilie. Logistikhallen gebe es ohne Ende – für den Bedarf der beiden Essener seien die aber viel zu groß.

An der Savignystraße hatten sie jedoch Glück. „Aber nur durch eine Altkundin meines Vaters, der ebenfalls als Handwerker tätig war“, so Sandscheiper. Sie nutzte die Fläche als Lagerraum, in dem seit Jahren nicht renoviert wurde – dementsprechend viel mussten die beiden Handwerker in Eigenregie machen. In nur einem Monat haben die Existenzgründer sich so ihre eigene kleine Firma aufgebaut und folgen damit dem allgemeinen Trend. Denn die Handwerkskammer verzeichnet in den vergangen Monaten zwar einen leichten wirtschaftlichen Rückgang, doch immerhin 92 Prozent der Handwerksunternehmen bezeichnen ihre Geschäftslage als zufriedenstellend.

Und die Holsterhauser Gründer haben sich für die Zukunft bereits hohe Ziele gesteckt: „Wir hatten jetzt 14 Jahre Zeit gemeinsam zu üben – auf Grund unseres Alters haben wir nun eine gewisse Verpflichtung, in einer überschaubaren Zeit abzuliefern.“

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