Ausstellung

Essener Fotograf zeigt Bilder aus Südostasien in LVR-Klinik

Noch bis Anfang Mai zeigt der Essener Fotograf Wolfgang Monno seine Bilder im LVR-Klinikum

Noch bis Anfang Mai zeigt der Essener Fotograf Wolfgang Monno seine Bilder im LVR-Klinikum

Foto: Stefan Arend

Essen-Rüttenscheid/Holsterhausen.   Intensive Farben, ausdrucksstarke Gesichter: In der LVR-Klinik zeigt der Essener Fotograf Wolfgang Monno Bilder seiner Reisen aus Südostasien.

Den Menschen nahe kommen, ohne ihre Grenzen zu verletzen: Diese Kunst beherrscht der Fotograf und Musiker Wolfgang Monno, der seine Eindrücke aus Südostasien noch bis Mai in einer Foto-Ausstellung im LVR-Klinikum zeigt.

Seit mehr als 30 Jahren bereist der Heisinger Länder wie Laos, Kambodscha, Thailand und Myanmar. „Die Menschen haben oft nichts, geben aber alles“, hat der 63-Jährige beobachtet. So wie ein junger buddhistischer Mönch etwa, den Monno vor zehn Jahren im laotischen Pakse kennenlernte. „Ich bin ihm und weiteren Mönchen vor einem Kloster begegnet und wurde direkt zum Frühstück eingeladen. Daraus ist eine Freundschaft entstanden, die bis heute hält“, erzählt Monno, der dem jungen Mann beim Aufbau einer kleinen Pension für Touristen half.

Schmaler Grat zwischen Dokumentation und Kunst

Es sind Geschichten wie diese, von denen der Sozialarbeiter im Ruhestand wohl hunderte erzählen könnte. Jedes Foto, das er mit seiner Panasonic FZ 1000 aufgenommen hat, ist ein Zeugnis dafür. Die Bilder zeigen Frauen und Männer, deren Haut die Jahrzehnte so gegerbt hat, das sie wie Leder wirkt. Oder einen blinden Drummer, dessen Session auf einem selbst gebastelten Schlagzeug via Youtube um die Welt ging. Knalligbunte Werbeanzeigen, die im Kontrast zu kaputten Straßen stehen.

Dabei scheue er natürlich mitunter vor der Armut zurück, wolle die Menschen nicht bloß stellen. Meist aber gelingt Monno der schmale Grat zwischen Dokumentation und Kunst. Auch, weil er sich dafür oft in entlegene Winkel traut: „Wenn ich vor einem Tempel stehe, laufe ich als erstes auf seine Rückseite. Die spannendsten Motive finden sich meist im Verborgenen“, sagt Monno, dessen großes Vorbild der bekannte Fotograf Steve McCurry ist.

Was die beiden gemeinsam haben, ist die intensive Farbigkeit ihrer Fotos. Die führt Wolfgang Monno nicht zuletzt auf seinen LSD-Konsum in den 1970er-Jahren zurück: „Da sind solche Farbwellen über mich zusammengebrochen. Ich schätze, das prägt.“ Dabei sei er weit vom Klischee des Hippies entfernt: „Ich war nie wirklich politisch und habe mich immer eher als Freigeist und Spaß-Guerilla gesehen“, sagt Monno, der ganz bürgerlich mit mehreren Generationen seiner Familie unter einem Dach lebt. Schon allein deswegen komme Auswandern für ihn nicht in Frage.

„The Bong“ ist die Haus- und Hofband der Ampütte

Schließlich könnte er auch seine Band „The Bong“ nicht im Stich lassen, für die er seit rund 40 Jahren Bass spielt. Die Haus- und Hof-Band der Ampütte, die sich mit ihrer Musik zwischen Reggae, Ska, Funk und Soul bewegt, ist sein zweites künstlerisches Standbein. Die fünfköpfige Band um Sänger Patric Ampütte spielt regelmäßig in einer der ältesten Rüttenscheider Kneipen (Rüttenscheider Straße 42).

Informationen zur Ausstellung

  • Die Ausstellung von Wolfgang Monno ist noch bis Anfang Mai in der ersten Etage des LVR-Klinikums an der Virchowstraße 174 zu sehen.
  • Unterstützt wurde sie durch den Sozialpsychiatrischen Förderkreis des LVR-Klinikums, der sich seit 1988 dafür einsetzt, das Verständnis für Menschen mit psychischen Krankheiten zu fördern.

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