Hofwerkstatt

Die Hofwerkstatt – ein Zentrum für Kunst und Spiritualität

Die Farben für ihre großformatigen Werke stellt Gabriele Musebrink selbst her. Durch eine spezielle Technik, bei der durch Wasser aufgelöste Pigmente sich auf der Leinwand absetzen, entstehen neue Strukturen.

Foto: Uwe Möller

Die Farben für ihre großformatigen Werke stellt Gabriele Musebrink selbst her. Durch eine spezielle Technik, bei der durch Wasser aufgelöste Pigmente sich auf der Leinwand absetzen, entstehen neue Strukturen. Foto: Uwe Möller

Essen-Rüttenscheid.   Die Künstlerin Gabriele Musebrink gründete vor 20 Jahren die Hofwerkstatt in Essen-Rüttenscheid. Das Land hat jetzt zwei ihrer Werke angekauft.

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Das Tor steht einladend offen, an der Hauswand gibt’s Info-Flyer zum Mitnehmen. Wer neugierig ist, darf aber auch gerne mal näher treten und vorbeischauen bei der Hofwerkstatt an der Sibyllastraße 15.

Yoga, Kunst, Malschule, Feldenkrais: In einer ehemaligen Druckerei hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ein kreatives Zentrum etabliert, in dessen Mittelpunkt Austausch, Kreativität und Begegnung von Menschen im Stadtteil – und darüber hinaus – stehen.

Sommerfest gehört zum Stadtteil dazu

Gründerin ist Gabriele Musebrink, die gerade einen persönlichen Erfolg feiert: Das NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft hat zwei ihrer Werke angekauft. Die Bilder wurden in dieser Woche nach Düsseldorf gebracht.

„Ela hat uns die Menschen quasi reingeweht“, erinnert sich Gabriele Musebrink. Im Sommer 2014 hatte die Nachbarschaft eigentlich ein Straßenfest geplant, doch das konnte aufgrund der Sturmschäden gar nicht stattfinden. So lud die Künstlerin in ihren Innenhof ein – und seither ist das Sommerfest ein fester Bestandteil im Stadtteil. „Die Menschen kommen gerne hierher und genießen die Atmosphäre“, erzählt die 62-Jährige.

Kreativer Austausch

1983, als die Essenerin gerade das Kunststudium hinter sich hatte und in den ersten Stock des einstigen Gewerbebetriebs einzog, sah es noch ganz anders aus. „Alles war total marode, es kam Wasser durch die Luken und es wuchs Efeu in die Wohnung rein.“ Gabriele Musebrink nahm es locker, richtete sich ihr kombiniertes Wohn-Atelier ein und malte, probierte aus und entwickelte neue Techniken. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie im Ruhrlandmuseum und in der Alten Synagoge als Grafikerin.

Mitte der 1990er Jahre (sie hatte sich inzwischen selbstständig gemacht) konnte sie die Räume ausbauen und modernisieren, das Atelier hat sie seitdem im Erdgeschoss. Im Keller etablierte sie eine Malschule. Musebrink bekam Kontakt zur Zen-Meditationsgruppe Essen und bot den Teilnehmern fortan einen Treffpunkt in der Hofwerkstatt an.

Zentrum für Kunst, Ausstellungen und Spiritualität

1997 war das und seitdem sind die Räumlichkeiten ein Ort des kreativen Austauschs. Aktuell betreut das zwölfköpfige Team – ein Zusammenschluss aus selbstständig arbeitenden Kursleitern – ein Zentrum für Kunst, Ausstellungen, fernöstliche Bewegungs- und Konzentrationstechniken und Spiritualität.

Der Künstlerin ist es wichtig, ihr künstlerisches Wissen weiterzugeben. Sie veranstaltet Seminare und Workshops, geht auf Reisen, hat in ihrer Malschule Woche für Woche ein volles Haus. Eine von ihr entwickelte Freskotechnik wurde nun vom Land für museal befunden – ein toller Erfolg, findet sie.

„Eigentlich bin ich ein introvertierter Mensch. Erst das Vortragen vor großen Gruppen hat mich dazu gebracht, den Kontakt zu Menschen zu suchen und ihnen etwas zu vermitteln.“ Mit der Hofwerkstatt hat sie sich einen Ort geschaffen, der Kontemplation und Kunst verbindet.

>> Das Programm gibt es im Internet

Die Hofwerkstatt beteiligt sich auch an den regelmäßig in jedem Sommer im ganzen Essener Stadtgebiet stattfindenden Kunstecken.

Einen Überblick über das Programm der Hofwerkstatt mit Seminaren und Workshops sowie über einzelne Sonderveranstaltungen gibt die Homepage www.hofwerkstatt.de

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