Gastronomie

Außengastronomie auf der Rü soll klare Grenzen bekommen

Die Außengastronomiebereiche, wie hier am Extrablatt am Rüttenscheider Stern, sollen künftig farblich markiert werden. So soll es zu weniger gefährlichen Situationen auf dem Bürgersteig kommen.

Die Außengastronomiebereiche, wie hier am Extrablatt am Rüttenscheider Stern, sollen künftig farblich markiert werden. So soll es zu weniger gefährlichen Situationen auf dem Bürgersteig kommen.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Essen-Rüttenscheid.  Die SPD fordert eine farbliche Markierung der Gastronomiebereiche an der Rüttenscheider Straße. FDP: „Gängelung der Gastronomie“.

Um gefährliche Situationen auf den Gehwegen an der Rüttenscheider Straße zu verhindern, forderte nun die SPD in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung II eine farbliche Markierung der Außenbereiche der Restaurants und Cafés an der Rü.

Peter Lankes, Fraktionsvorsitzender der SPD, begründete dies mit dem stetig zunehmenden Individualverkehr auf dem sogenannten „Radstreifen“ der Rüttenscheider Straße. Dazu zählten unter anderem Fahrräder, E-Tretroller und Essenslieferdienste. Zusammen mit dem „eigenmächtigen Vergrößern der genehmigten Sondernutzung mancher Gastronomen“ sorge dies für gefährliche Situationen zwischen Fußgängern und Zweiradfahrern. Durch eine eindeutige Kennzeichnung „kann eine Behinderung durch zu weit auf dem Gehweg stehendes Mobiliar somit vermieden werden“, so Lankes weiter.

Gastronom Nelson Müller sieht den Vorschlag kritisch

Irmgard Krusenbaum, Mitglied der Grünen in der Bezirksvertretung II, sieht vor allem für das Ordnungsamt eine Entlastung. „Die Mitarbeiter müssten dann nicht bei jeder Uneinigkeit direkt selbst nachmessen.“ Gerade in Rüttenscheid sei das besonders wichtig. „Hier herrscht auf den Gehwegen ein übergroßer Druck.“

Die farbliche Kennzeichnung sei zudem ein Vorteil für die Gastronomen, da sie sehen, wie weit sie ihre Stühle rausstellen dürfen, ergänzte SPD-Fraktionsmitglied Xaver Gebhardt. Dieses Modell sei bereits in anderen Kommunen, wie der Stadt München, eingeführt. Dort gehe man ähnlich bei der Genehmigung von Sondernutzungen vor, so Gebhardt.

Gar keine Erleichterung hingegen sieht Nelson Müller, der seit Mai sein Restaurant Schote direkt am Rüttenscheider Stern betreibt, in dem Vorschlag. Für ihn sei nicht verständlich, warum gerade in der Individualgastronomie alles so strikt geregelt werden müsse. Gastronomie habe immer etwas mit Emotionen zu tun. „Sie macht die Seele eines Stadtteils aus“, so Müller. Durch immer mehr Reglementierungen würde genau dieser besondere Flair genommen. Als Beispiel nennt er seinen letzten Aufenthalt in Südfrankreich. „Dort sitzen die Leute draußen und genießen einfach das Leben.“ Der Gastronom sei für Regeln, aber trotzdem „sind wir immer noch Menschen und keine Roboter.“

Essener Verwaltung wird nun mit der Markierung beauftragt

Ebenfalls gar nicht überzeugt von der Idee zeigte sich Falk Grünenbaum, Bezirksvertretungsmitglied der FDP. Für ihn sei das Verhalten und die Forderung der SPD „typisch deutsch und eine Gängelung der Gastronomie.“ Aus diesem Grund lehnte er den Antrag ab. Mit seiner kritischen Stimme stand er bei der Sitzung der Bezirksvertretung jedoch alleine da. Alle anderen Mitglieder stimmten dem Antrag zu. Somit wird die Verwaltung nun mit der Kennzeichnung der Außenbereiche beauftragt.

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