Parking Day

Anwohner wollen Gemarkenstraße in Essen zurückgewinnen

Parking Day in Essen-Holsterhausen: Das Fachgeschäft für Stadtwandel will ein Zeichen für eine lebenswertere Stadt und nachhaltige Mobilität setzen.

Parking Day in Essen-Holsterhausen: Das Fachgeschäft für Stadtwandel will ein Zeichen für eine lebenswertere Stadt und nachhaltige Mobilität setzen.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen-Holsterhausen.  Die Parksituation nervt die Anwohner in Essen-Holsterhausen. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, sperren sie für Stunden mehrere Parkplätze.

Liegestühle, Sonnenschirme und Palmen: Am Freitag verwandelte sich ein Teil von Essen-Holsterhausen in ein kleines Naherholungsgebiet. Beim internationalen Parking Day mussten Autofahrer auf einige Parkplätze verzichten. Die Anwohner der Gemarkenstraße wollten damit ein Zeichen setzen – und „ihre“ Straße zurückgewinnen.

„Wir wollen den Raum auf der Straße wieder für uns nutzen können“, sagt Björn Ahaus, Ehrenamtlicher vom Fachgeschäft für Stadtwandel. Man müsse den Parking Day in einem größeren Kontext sehen. Schließlich seien die meisten Autos auf der Straße und im ganzen Stadtgebiet „Stehzeuge“ – sie stehen mehr, als dass sie gefahren werden. „Eine viel bessere Alternative dazu ist Carsharing. Dadurch würden die Autos nicht nur rumstehen und es entsteht mehr Platz für andere Dinge.“

Nachbarn wünschen sich eine autofreie Gemarkenstraße in Essen-Holsterhausen

Zu anderen Dingen zählt Ahaus vor allem die, die dem öffentlichen Leben in der Nachbarschaft nutzen. „Cafés zum Beispiel.“ Beim Parking Day wurden vier Parkplätze in der Zeit von 16 bis 22 Uhr blockiert. „Wir würden uns wünschen, dass das hier zukünftig immer so aussieht.“

Damit würden außerdem Autofahrer gezwungen, über Alternativen zum Auto nachzudenken. Im Fahrrad sieht Ahaus die Zukunft, vor allem für die Gemarkenstraße. Davon würden nicht nur Fußgänger und Nachbarn profitieren. Auch Gastronomen und Laden-Besitzer könnten mehr Zulauf bekommen. „Man kann mit dem Auto ja nicht einfach mal eben hier halten. Es gibt keinen Platz mehr, weil alle Parkplätze ständig belegt sind“, so Ahaus. Zudem sei das Fahrrad die ideale Ergänzung, da es auf der Gemarkenstraße keinen öffentlichen Nahverkehr gibt. Um trotzdem von einem Ende zum anderen zu kommen, sei das Fahrrad die praktischste Lösung, sagt Ahaus.

Lokaler Beitrag zum Klimastreik

Vorbeigehenden Bürger unterstützen an dem Nachmittag die Idee, den Parkraum wieder zurückzugewinnen. „Die parkenden Autos sind ja fast schlimmer, als der fahrende Verkehr hier auf der Straße“, sagt eine Passantin. Mit ihrem Rollator sei es für sie häufig schwierig, zwischen den parkenden Autos und den Läden durchzukommen. „Da muss sich dringend was ändern.“

Mit dem Parking Day wollen die Ehrenamtlichen des Fachgeschäfts für Stadtwandel auf diesen Missstand aufmerksam machen. „Das ist unser kleiner lokaler Beitrag zum Klimastreik“, sagt Ahaus. Während des Tages war das Fachgeschäft geschlossen. Auch dort wurde „klimagestreikt“.

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