Porträt

Rellinghauser ist Modelleisenbahner aus Leidenschaft

Echte Handarbeit: Die Modelleisenbahn-Anlagen, die Matthias Peter an den kommenden drei Wochenenden im Blücherturm in Rellinghausen präsentiert, hat er bis auf wenige Ausnahmen allesamt selbst gebaut.

Foto: Stefan Arend

Echte Handarbeit: Die Modelleisenbahn-Anlagen, die Matthias Peter an den kommenden drei Wochenenden im Blücherturm in Rellinghausen präsentiert, hat er bis auf wenige Ausnahmen allesamt selbst gebaut. Foto: Stefan Arend

Essen-Rellinghausen.   Die Spur Z und der Maßstab 1:220 haben es Matthias Peter besonders angetan. Jetzt zeigt er seine schönsten Modelle im Blücherturm. Ein Porträt.

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Darf man den alten Geschichten glauben, dann war es stets der glühende Wunsch eines fast jeden Jungen, Lokomotivführer zu werden. Auch der Rellinghauser Matthias Peter kam früh mit dem Thema Eisenbahn in Berührung, beruflich jedoch landete er später auf einem völlig anderen Gleis. Gleichwohl: Die Liebe zur Lokomotive blieb und drückt sich seit Jahren und Jahrzehnten in seiner Modellbauleidenschaft aus.

Geboren wurde der heute 64-Jährige, der sich seit einigen Jahren im Vorstand der Bürgerschaft Rellinghausen-Stadtwald engagiert, in Mühlhausen an der Unstrut im Nordwesten Thüringens. Die DDR steckte noch in den Kinderschuhen und auch Matthias Peter war noch klein, als ihm der Großvater einst eine Eisenbahn schenkte. Der Beginn einer Beziehung, die bis heute anhält und auch die eine oder andere Auszeit überlebte.

Peter studierte Sozialwissenschaften und legte zu Beginn zusammen mit einem Kumpel ein „Eisenbahnsemester“ ein. „Zu der Zeit hatte es uns vor allem die Spur N von Märklin angetan.“

„Eisenbahnsemester“ im Studium

Mit endlos viel Enthusiasmus baute Matthias Peter ganze Anlagen, die aber irgendwann trotzdem auf dem Schlafzimmerschrank oder in der Garage verstaubten. Und als er ein Modell einmal seinem Sohn vorführen wollte, da musste er fast entsetzt feststellen, dass es sich über die Jahre in der Garage auch die eine oder andere Maus darin hatte gut gehen lassen.

Gut zehn Jahre ist es her, da schwenkte Peter um auf die Spur Z, auf den Maßstab 1:220, auf die kleinsten und filigransten Modelle, die Märklin im Programm hat. Tender- und Schlepptender-Dampflokomotiven sowie Anhänger musste er natürlich kaufen oder tauschen, Landschaften oder Häuser jedoch baut er zum Teil noch heute selbst. Manche sind fest in alten Frankiermaschinenkoffern verankert, andere auf den Deckeln klassischer Aktenordner. „So kann man sie zusammenklappen und im Regal verstauen, was allerlei Zeit und vor allem viel Platz spart.“

Da es Peter mit zunehmendem Alter immer schwerer fällt, „weil einfach auch die Augen nachlassen“, lässt er mittlerweile einiges von Profis nachbauen. Ein echter Hingucker etwa ist der maßstabsgetreue Blücherturm.

Wie viele Anlagen er genau hat, ist nicht bekannt. Im Rahmen seiner Ausstellung „Klein, aber oho“ im Blücherturm präsentiert Matthias Peter jedenfalls 15. Keine wurde einem Original nachgebaut, alles ist frei erfunden. Ob die Brauerei, die klassische Bergbausiedlung oder die Westernstadt, wo neben dem Saloon und der Sargmacherwerkstatt gerade eine Bank überfallen wird.

LGB-Modell fährt im Garten

Überaus urig, was Peter bereits alles auf die kleinen Schienen gestellt hat. Seine Frau hat wie viele „Leidengenossinnen“ zwar kein Interesse am Modelleisenbahnbau, „aber sie lässt mich machen“.

Und so wird die Liebe zur Spur Z ihn sicherlich auch noch weiter begleiten. Nur an Weihnachten, da steht ausnahmsweise einmal ein echter „Brummer“ unter den Modelleisenbahnen im Mittelpunkt. Denn im Garten hat Matthias Peter ein LGB-Modell, also eine Lehmann-Groß- oder auch Lehmann-Garten-Bahn. Eine Bahn der Firma also, die 2007 von Märklin übernommen wurde. Spurweite: 45 Millimeter. Maßstab: 1:22,5. „Die fährt um einen Tannenbaum und hat die Geschenke für die Enkelkinder geladen.“ Gute Reise.

>>> Ausstellung an dreiAdventswochenenden

Zu sehen sind die Modelleisenbahnanlagen an diesem und an den kommenden beiden Adventswochenenden, 9./10. und 16./17. Dezember, jeweils samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr im Blücherturm, Am Stift 9.


Der Eintritt ist frei und bei einer Tombola gibt’s Preise für Modellbahnfreunde.

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