Interkulturelle Woche

Religionen feiern in Essen zusammen interkulturelle Woche

Dabei: (v.l.) Oktay Sürücü, Uwe Loch, Benedikte Baumann, Tuncer Kalayci, Muhammet Balaban, Bassist Ralf Jahn  und Willi Overbeck freuen sich auf die Interkulturelle Woche in Essen.

Dabei: (v.l.) Oktay Sürücü, Uwe Loch, Benedikte Baumann, Tuncer Kalayci, Muhammet Balaban, Bassist Ralf Jahn und Willi Overbeck freuen sich auf die Interkulturelle Woche in Essen.

Foto: Knut Vahlensieck

Essen.   Am 16. September startet auf der Zeche Zollverein die Interkulturelle Woche, die unterschiedliche Religionen nahe bringen soll.

„Während Terroristen mit Anschlägen in Europa Angst verbreiten wollen, ist unser Arche-Noah-Fest ein Zeichen, dass unterschiedliche Religionen in einer offenen Gesellschaft zusammenleben können, ohne ihre Eigenheiten zu verlieren.“ Doch nicht nur beim Feiern wollen Pfarrer Willi Overbeck und seine Mitstreiter im Initiativkreis Religionen in Essen ein Zeichen für Frieden setzen: In der Interkulturellen Woche (IKW) vom 16. bis 24. September machen Filme, Theater und weitere Aktionen das Motto „Miteinander Vielfalt leben“ greifbar.

Erstmals dabei bei der IKW ist Zeche Zollverein: Am Samstag, 16. September, läutet dort das Fest „Taste of Religion. Haus der Religionen auf Zeit“ die Woche ein. Ab 15 Uhr präsentieren sich Glaubensgemeinschaften des Ruhrgebiets auf dem Gelände von Schacht XII.

Marienkirche wirdmet Portugiesen eine Ausstellung

Dem hier wenig bekannten „portugiesischen Schindler“ Aristides de Sousa Mendes widmet die Marktkirche vom 19. September bis 20. Oktober eine Ausstellung: „Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt. Aristides de Sousa Mendes – Ein Beispiel für Zivilcourage“ zeichnet den Lebensweg dieses portugiesischen Diplomaten nach, der alles riskierte, um rund 30 000 Menschen vor den Nazis zu retten, und am Ende für seinen Mut bezahlen musste.

Auch der Film „Désobéir – Nicht Gehorchen“, den die Alte Synagoge am 19. September, 19 Uhr, zeigt, ist Aristides de Sousa Mendes gewidmet. Zwei weitere Filme der IKW beschäftigen sich mit Heimat, Sehnsucht und Fremdsein: „Hadi Tschüss“ am 17. September, 12 Uhr, im Astra Theater, und der Dokumentarfilm „Alles Gut“ am 18. September, 20 Uhr, im Filmstudio Glückauf.

Das Theater Courage spielt am 19. und 20. September, jeweils 20 Uhr, das Stück „Flüchtlingsgespräche“ nach Bertolt Brecht. Am 20. September, 15 bis 18 Uhr, steigt auf der Zeche Carl ein Willkommensfest für Geflüchtete.

Höhepunkt und Abschluss im IKW

Abschluss und Höhepunkt der IKW bildet das Arche-Noah-Stadtfest am 23. und 24. September auf dem Kennedyplatz. Vereine, Institutionen und Einzelpersonen beteiligen sich mit Ständen, Zelten und Aufführungen. Das Programm bietet am Samstag zwei Höhepunkte: Um 18 Uhr tritt der in Spanien geborene Essener Gitarrist Rafael Cortés auf, um 19.30 Uhr lädt die Gruppe Culture Pool mit Gästen zum „Happening der Weltmusik“ ein. „Wir haben einen Sänger aus Somalia, der als Flüchtling hierhin kam, dabei, Musiker aus Deutschland, Tunesien, Frankreich, dem Senegal und mit halb-indischer Abstammung“, kündigt Bassist Ralf Jahn an. „Unsere Sänger singen in verschiedenen Sprachen, gern auch in einem Lied.“

Insofern passt diese musikalische Begegnung, in der Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammen feiern, zur Friedensbotschaft, die die IKW aussenden will. „Religionen werden in fast allen Kriegen missbraucht“, sagt Muhammet Balaban, Vorsitzender der Kommission Islam und Moscheen und Mitglied im Initiativkreis Religionen in Essen. „Wenn die Religionen Schulter an Schulter zusammenarbeiten, wirkt sich das positiv auf den Friedensprozess aus.“ Muslime könnten zeigen, dass sie anders sind als das Bild, dass die Terroristen vom Islamischen Staat (IS) verbreiten wollen: „Der IS greift uns alle an.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben