Corona-Folgen

Rekordzahl: Fast 90.000 Essener Arbeitnehmer in Kurzarbeit

Die Essener Agentur für Arbeit am Berliner Platz meldet einen Negativrekord bei der Kurzarbeit.

Die Essener Agentur für Arbeit am Berliner Platz meldet einen Negativrekord bei der Kurzarbeit.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen.  Bis 26. April hatten 4610 Betriebe in Essen ihre Arbeitnehmer gemeldet. Durch die Kurzarbeit stieg die Arbeitslosigkeit im April „nur“ um 9,1 %.

Die Agentur für Arbeit in Essen meldet eine Rekordzahl an Kurzarbeitern in Essen: Zum Stichtag 26. April haben 4610 Essener Betriebe insgesamt 88.794 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gemeldet, die betroffen sein können. In ganz Deutschland sind rund zehn Millionen Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Eine beispiellose Situation, die wegen der Corona-Folgen aber zu befürchten war.

Arbeitsagentur verspricht weiterhin unbürokratische Abwicklungen

„Die jetzige Situation ist mit bisherigen Erfahrungen am Arbeitsmarkt nicht vergleichbar. Die Anzahl der von Kurzarbeit betroffenen Unternehmen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist sehr hoch und die wirtschaftliche Situation belastet die Unternehmen stark“, erklärt Andrea Demler, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Essen. „Wir setzen unsere Personalressourcen weiterhin für eine sehr schnelle und unbürokratische Bearbeitung des Kurzarbeitergeldes ein.“

„Derzeit schaffen wir das in vier Tagen und setzen alles daran, die Geschwindigkeit zu halten“ so Demler. Die Kolleginnen und Kollegen in den relevanten Bereichen seien insbesondere durch innerbetriebliche Umorganisationen um das zehnfache verstärkt worden. „Damit sind wir handlungsfähig.“

Arbeitslosenquote liegt jetzt wieder bei 10,9 Prozent

Wie erwartet zeigen sich die Auswirkungen der Corona-Krise in diesem Monat nun auch erstmals belastbar an den Arbeitsmarktzahlen. Demnach stieg die Zahl der erwerbslos Gemeldeten in Essen gegenüber dem Vormonat um 9,1 Prozent, die Quote liegt jetzt bei 10,9 Prozent. „Wir verzeichnen im April einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit um 2758 Personen, liegen damit aber im Landes- wie Bundesdurchschnitt“, so Andrea Demler.

Von Arbeitslosigkeit betroffen waren vor allem Arbeitskräfte aus wirtschaftlichen Dienstleistungen, darunter zum Beispiel Messebauer und Reisebüros, aus dem Handel sowie der Arbeitnehmerüberlassung. „Das Kurzarbeitergeld hat viele Unternehmen in die Lage versetzt, ihre Mitarbeiterschaft zu halten. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Essen wäre sicher dramatischer ausgefallen, wenn wir dieses Instrument nicht hätten“, stellt Demler fest.

Ausbildungsmarkt ist weiter aufnahmefähig - viele offene Stellen

Bei der Ausbildung waren Ende April 2020 noch 1483 Bewerber unversorgt (-4,4% im Vergleich zu April 2019). Dem stehen 1869 noch unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber (+11,8% im Vergleich zum Vorjahresmonat). Unbesetzte Ausbildungsstellen gibt es laut Arbeitsagentur noch in fast allen Bereichen, darunteer in Büroberufen, bei Dienstleistern, in der Gesundheitsbranche und im Handwerk.

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