Schrottimmobilien

Razzia von Stadt und Polizei gegen Problemhäuser und Cafes

Razzia in der Germanistraße 40: Polizisten durchsuchten die Schrottimmobilie

Razzia in der Germanistraße 40: Polizisten durchsuchten die Schrottimmobilie

Essen.   75 Polizisten und 40 Beamte der Stadt Essen schlugen Donnerstagnachmittag zeitgleich los. Ziel der Groß-Razzia waren Problemhäuser und Shishabars

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Schrottimmobilien waren am Donnerstag erneut Ziel einer großangelegten Razzia von Polizei und Stadt. Nahezu zeitgleich schlugen die Einsatzkräfte an der Germaniastraße und in der nur etwa 500 Meter entfernten II. Fließstraße zu. In beiden Häusern halten sich Armutszuwanderer aus den EU-Ländern Rumänien und Bulgarien auf, die schon wiederholt durch Diebstahl- und Einbruchdelikte mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind.

„Dieser Einsatz ist eingebettet in die landesweite Aktion ‘Riegel vor’, mit der wir gegen Einbrecher vorgehen und für mehr Vorbeugung werben“, sagt Polizeisprecher Lars Lindemann.

80 Personen sind in dem Altbau gemeldet, angetroffen werden 41

Im Problemhaus Germaniastraße 40 kommt hinzu: Hier sind Bewohner häufiger aufgefallen durch Sachbeschädigung, gefährliche Körperverletzung und räuberischen Diebstahl.

Die Polizei setzte 75 Beamte ein, darunter Kräfte der Einsatzhundertschaft, Diensthundeführer und Streifenbeamte der zuständigen Polizeiinspektion. Die Stadtverwaltung war nach Angaben von Stadtsprecherin Silke Lenz mit 40 Kräften im Einsatz: Leute vom Ordnungsamt, Jobcenter, Einwohneramt. Auch Beamte der Finanzbehörde beteiligten sich an der Razzia.

In der Germaniastraße 40, einem zweigeschossigen Altbau mit „Abu Tayyep Grill“ im Erdgeschoss, sind auf kleinstem Raum 80 Personen gemeldet. Umgerechnet bewohnen zehn Personen eine der kleinen Wohnungen. „Angetroffen wurden 41 der gemeldeten Personen“, sagte die Sprecherin. Den Abwesenden würden nun die Leistungsbezüge gestrichen, so die Stadtsprecherin.

Aus der vermüllten Garage schlägt den Beamten ein bestialischer Gestank entgegen

Während ein Teil der Polizisten die Wohnungen durchsuchte, sicherten Einsatzkräfte der Hundertschaft die Hauseingänge ab.

Auf dem völlig verwahrlosten Hinterhof, schlug in bestialischer Gestank aus den vermüllten Garagen entgegen. Eine war vollgestopft mit Müll und Sperrmüll, die andere mit alten Waschmaschinen. Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien verdingen sich in Essen oft als Schrotthändler und Tagelöhner.

In der einen Ecke des Hofes türmen sich alte Autoreifen, in der anderen Holz von zerlegten Möbelstücken. Ferner zu besichtigen: zwei abgemeldete Fahrzeuge, ein Renault und ein Audi.

Das Haus Germaniastraße grenzt an die berüchtigte Häuserzeile Zinkstraße, eine Mega-Schrottimmobilie, in der ebenfalls Armutszuwanderer aus Südosteuropa hausen.

Ein Anwohner klagt: „Hier ist ständig Randale“

„Hier ist ständig Randale“, kommentiert ein 16 Jahre alter Schüler das Geschehen. Er selber wohnt ein paar Hundert Meter weiter in der Beckmühle, einem völlig intakten Viertel. „Immer wieder sind hier Feuerwehr und Polizei im Einsatz. dauernd fliegt Müll durch die Gegend“, sagt der junge Mann und schüttelt den Kopf. „Schade, dass das Bild des Stadtteils dermaßen zerstört wird.“

Sowohl das Haus Germaniastraße 40 als auch die Problemzeile Zinkstraße waren schon in der Vergangenheit immer wieder das Ziel von Razzien. „Wir setzen die Taktik der Nadelstiche fort“, sagt Stadtsprecherin Silke Lenz.

Kontrolle von Shisha-Bars und Cafes

Am Abend verlegten die Einsatzkräfte ihre Kontrollen auf Restauranbetriebe und Cafes. Bei der Kontrolle einer Shisha-Bar an der Hafenstraße nahmen die Beamten einen 56-jährigen Mann fest. Gegen ihn lag laut Polizei ein Haftbefehl wegen Urkundenfälschung vor.

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