Stadtplanung

Rathausplatz Kettwig: Dezernent fordert Einigkeit beim Umbau

Altes und neues Rathaus, Beton, Kunst, Bäume, Bänke: Was wollen die Kettwiger ändern? Dezernent Hans-Jürgen Best möchte eine Wunschliste haben

Foto: Stefan Arend

Altes und neues Rathaus, Beton, Kunst, Bäume, Bänke: Was wollen die Kettwiger ändern? Dezernent Hans-Jürgen Best möchte eine Wunschliste haben Foto: Stefan Arend

Essen-Kettwig.   Stadtdirektor Best äußert sich auf einer Bürgerversammlung kritisch zum Rathausplatz. Er fordert die Kettwiger auf, klar zu sagen, was sie wollen.

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Stadtdirektor und Planungsdezernent Hans-Jürgen Best nahm auf der Bürgerversammlung im Sengelmannshof, zu der der CDU Ortsverband Kettwig dieser Tage eingeladen hatte, kein Blatt vor den Mund: „Ich kenne kaum einen so blöden Platz wie diesen hier im Essener Stadtgebiet.“

Dass die Kettwiger ihren Bürgermeister-Fiedler-Platz lieber heute als morgen umgebaut haben wollen, kann er gut verstehen. „Hier spricht die gestalterische Hilflosigkeit meiner Amtsvorgänger“, lässt er kein gutes Haar an einer Verkehrs- und Baupolitik der 60er- und 70er-Jahre, die oftmals dem Auto Vorrang vor den Menschen gegeben hat. Dennoch vermisst Best etwas Wichtiges: Nicht den Gestaltungswillen der Kettwiger als solches, aber die Einigkeit darüber, was aus diesem Platz in Zukunft werden soll.

Gemeinsame Ziele formuliert

Der Platz vor dem Rathaus – derzeit eine Mischung aus Waschbetonsteinen, ein bisschen Rasenfläche umgeben von einigen Bänken, Bäume, Kunst im öffentlichen Raum und einem Schotterbeet, dessen Anblick seit dem Frühjahr 2016 immer wieder für Unmutsäußerungen seitens der Kettwiger sorgt. Aus dem Platz ließe sich trotz topographisch schwieriger Gegebenheiten (Gefälle, statische Kunstelemente und Trafo) etwas machen: Zwei Planungsteams skizzierten bei der Bürgerversammlung, was sie sich vorstellen.

Sie basieren auf gemeinsamen Entwurfszielen des HVV-Arbeitskreises. Unter anderem wird dort eine Außengastronomie angestrebt, ist von Barrierefreiheit und verschiedenen Spielpunkten die Rede. Die Skulpturen sollen integriert werden, die große Eiche und die Linden erhalten bleiben. Nutzbar soll der Platz sein für Events von HVV und Kettin, eine Verkehrsberuhigung wird angestrebt.

Spielräume und Sitzgruppen

Die Gruppe von Hans-Peter Fütterer, Beate Furtenhofer und Ursula von Lilienfeld konzipiert den Platz in Form einer Ellipse, die vor dem rechtwinkeligen Rathauskomplex angelegt ist. Deren Belag wäre eine Gehfläche, auf der Veranstaltungen stattfinden können, ja sogar das Parken möglich wäre. Direkt vor dem Rathaus befindet sich eine durch Pflastersteine optisch abgesetzte Zone für Gastronomie und eine Sitzmauer (sie fängt das Gefälle der heutigen Treppe ab).

Die Gruppe Maria Nemitz und Hubert Sandmann bevorzugt eine Treppenanlage, die als Gegenstück zum rechten Gebäudewinkel fungiert und im oberen Teil des Platzes die Gastronomie aufnehmen soll. Darunter liegt eine ebene Fläche, die optisch das vorhandene Kleinpflaster auf dem Märchenbrunnenplatz fortsetzen könnte. Barrierefreiheit zum Rathaus ist gegeben, da die Treppenanlage nicht den ganzen oberen Bereich umschließt.

Beide Entwürfe bieten Spielräume an der Stirnseite des Rathausaltbaus, bei Nemitz/Sandmann darüber hinaus rund um die Skulptur „Breklosku“. Die Gruppe Fütterer kombiniert diese Figur mit einer Brunnenanlage.

HVV formulierte Stellungnahmen

Der HVV-Arbeitskreis „Kunst, Kultur und Ortsbildpflege“ hatte in einer internen Sitzung mit der Bezirksvertretung Stellungnahmen zu beiden Konzepten formuliert, die mit ergänzenden Fragen an die Verwaltung weitergeleitet wurden. CDU-Ratsherr Guntmar Kipphardt beklagte, dass es keine erneute öffentliche Diskussion gegeben habe und hatte deshalb die Bürgerversammlung initiiert.

Wie geht es weiter? Dezernent Best sieht nach den Redebeiträgen aus dem Publikum Bedarf an einer einheitlichen Willensbildung, fordert einen „Wunschzettel“ der Kettwiger ein. Dann könne das Planungsamt tätig werden. Best ließ aber keinen Zweifel daran, dass baulicher Erneuerungsbedarf auch in anderen Stadtteilen anstehe.

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