Rathaus-Galerie verkauft

Rathaus-Galerie verkauft: Neuer Eigentümer kündigt Umbau an

Verkauft: Der neue Eigentümer der Essener Rathaus-Galerie will das Einkaufszentrum umfassend modernisieren.

Verkauft: Der neue Eigentümer der Essener Rathaus-Galerie will das Einkaufszentrum umfassend modernisieren.

Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool

Essen.  Die Essener Rathaus-Galerie hat einen neuen Eigentümer. Der plant neun Jahre nach dem letzten Umbau eine umfassende Modernisierung des Centers.

Die Rathaus-Galerie wechselt den Eigentümer: Der Investor Henderson Park hat gemeinsam mit dem Hamburger HBB das Einkaufszentrum in der Essener Innenstadt erworben. Es hat eine Mietfläche von 31.000 Quadratmetern, von denen aktuell 20 Prozent leerstehen. Geschäftsleute in dem kränkelnden Center erhoffen sich vom Verkauf einen positiven Impuls – und neue Investitionen.

Der neue Eigentümer beabsichtigt laut Immobilienmanager „eine umfassende Modernisierung und Restrukturierung“ des Centers, das erst im Jahr 2010 modernisiert worden war. Die Abwärtsentwicklung der Rathaus-Galerie hatte damit indes nicht gestoppt werden können. Und so planen die neuen Eigentümer nun einen Umbau, der „den Mietermix ergänzt und verbessert und besonders das Nahversorgungsangebot stärkt“.

Verkaufspreis lag offenbar unter dem Verkehrswert

Die Rathaus-Galerie gehörte bisher dem Immobilienfonds CS Euroreal, der abgewickelt wird und aktuell von der Commerzbank als Depotbank verwaltet wird. Ihr zufolge lag der Bruttoverkaufspreis unter dem zuletzt festgestellten Verkehrswert von 104,6 Millionen Euro. Im letzten Abwicklungsbericht vor einem Jahr wurden die jährlichen Mieteinnahmen auf jährlich 8,3 Millionen Euro beziffert.

Dass der alte Fonds unmittelbar vor der Auflösung stand, dürfte es erschwert haben, einen guten Verkaufspreis zu erzielen. Es sei schon lange versucht worden, einen neuen Eigentümer für die Rathaus-Galerie zu finden, sagt Klaus-Peter Großmann von der gleichnamigen Essener Immobilien-Consult GmbH. Zuletzt habe es wenig Aktivitäten in dem mit dem Rathaus verbundenen Einkaufszentrum gegeben, das aus dem Jahr 1979 stammt. Hauptmieter sind der Discounter Real, der Drogeriemarkt DM und das Sportkaufhaus Decathlon.

„Es ist keine leichte Aufgabe, die Rathaus-Galerie wieder flottzumachen“

Den jetzigen Eigentümerwechsel bewertet Großmann positiv. Henderson Park habe den deutschen Markt erst vor Kurzem mit dem Kauf des „Kustermann Parks“ in München betreten. Im Essener Neuerwerb sehe der Investor den Auftakt für weitere gemeinsame Akquisitionen mit HBB. Die Rathaus-Galerie sei als Kapitalanlage erworben worden, das heiße aber, dass der neue Eigentümer zunächst investieren müsse. Was er den Ankündigungen zufolge ja auch beabsichtigt. Man sehe bei einer Frequenz von mehr als zehn Millionen Besuchern pro Jahr „außergewöhnliche Möglichkeiten zur Neupositionierung“, heißt es da so kühn wie unkonkret. Großmann mahnt allerdings: „Es ist keine leichte Aufgabe, die Rathaus-Galerie wieder flottzumachen.“

Unproblematisch ist nach Ansicht von Großmann der Eingangsbereich zur Kettwiger Straße, dagegen müsse man für die langen Gänge neue Lösungen finden, um die Käufer auch in den hinteren Center-Teil zu ziehen. „Decathlon“ sei ein attraktiver Ankermieter, könne aber den Wegzug des Elektronikriesen „Saturn“ ins Einkaufszentrum Limbecker Platz nicht kompensieren. Kurz: „Die Rathaus Galerie braucht Investitionen, neue Konzepte und mindestens einen weiteren Ankermieter.“

Geschäftsmann fordert realistische Mietpreise

Auf neue Impulse hofft auch Peter Ricken, dessen Apotheke seit 1979 – also von Anfang an – in der Rathaus-Galerie zu Hause ist. Leerstand und Lähmung in dem Center hatten ihn zuletzt nach alternativen Standorten suchen lassen, in Kürze eröffnet er eine neue Apotheke in Mülheim. Den Verkauf der Rathaus-Galerie sieht er nun als „Chance für eine Revitalisierung“.

Er hoffe, dass dem neuen Eigentümer klar sei, „dass es sich hier nicht um einen Premium-Deluxe-Standort handle“ und man auch die lokalen Geschäftsleute pflegen müsse. Dazu gehören nach Ansicht von Ricken auch Mieten, die den erschwerten Marktgegebenheiten angepasst werden. „Ich denke, wenn man mit einem realistischen Mietpreis agiert, ist hier durchaus eine Vollvermietung möglich.“ Er selbst will der Rathaus-Galerie nun treu bleiben und kann sich zu den richtigen Konditionen sogar vorstellen, seine Apotheke zu vergrößern, etwa um neue Sortimente besser präsentieren zu können.

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