Vandalismus

Randale-Party: Auf Essener Schüler kommt dicke Rechnung zu

Der Blick durch eine kaputte Fensterscheibe. Bei der wilden Partynacht im Vereinsheim des Essener RSC in Rüttenscheid ging sie zu Bruch.

Der Blick durch eine kaputte Fensterscheibe. Bei der wilden Partynacht im Vereinsheim des Essener RSC in Rüttenscheid ging sie zu Bruch.

Foto: Simon

Essen-Rüttenscheid.  Die Schülerparty im Vereinsheim des RSC Essen in Rüttenscheid wird ein Nachspiel haben. Der Fußballplatz ist aber schon von den Scherben befreit.

Der Fußboden des Vereinsheims ist klebrig und verschmiert. Übersät von einer Mischung aus Kuchenresten und Glasscherben. Es riecht nach Alkohol. Spuren einer exzessiven Partynacht am Sportplatz des Rüttenscheider SC. 36 Stunden nachdem hier eine Schülerfeier aus dem Ruder gelaufen ist, macht der Vorsitzende des RSC einen Schaden-Rundgang.

In einem Punkt ist Klaus Meißner erleichtert. Die Stadt hatte schon früh am Montagmorgen Mitarbeiter zu der von hohen Bäumen umsäumten Sportanlage im Walpurgistal geschickt, um den Sportplatz zu reinigen. Denn auch auf den hatten es offenbar einige Partygäste im Schutz der Nacht abgesehen. „Gestern lagen hier noch überall Scherben. Die hatten auf eines der Tore Flaschenweitwurf gespielt“, sagt Meißner. Doch die Mitarbeiter der Stadt haben den Platz reinigen können. Nach rund zwei Stunden hatten sie mit einem Arbeitsgerät die Scherben von dem Ascheplatz gepustet.

Eltern und Schüler treffen sich jetzt zum Aufräumen auf dem Platz des RSC Essen

„Ich gehe davon aus, dass der Platz jetzt wieder bespielbar ist“, so die erste Einschätzung des RSC-Vorsitzenden. Die Schülerparty hatte am Wochenende den Spielplan der Fußballer gesprengt. Ein für Sonntag angesetztes Meisterschaftsspiel in der Kreisliga gegen den Gehörlosensportverein GTSV hatte kurzfristig ausfallen müssen. Zu gefährlich wäre es für die Spieler gewesen, sich an den Scherben zu verletzen. „Die Gegner und der Schiedsrichter waren schon angereist. Aber sie haben sehr verständnisvoll auf die Absage reagiert“, sagt Meißner.

Doch damit ist der Fall noch lange nicht erledigt. Das Klubhaus soll jetzt in seinen ursprünglichen Zustand gebracht werden. Der Vereinsfunktionär steht in engem Kontakt zu dem Vater eines Jungen, der bei der Party dabei war. „Der Vater hat mir versprochen, dass sich Eltern und Schüler ganz bald zum Saubermachen treffen“, sagt Meißner. Alle Schäden werden aber wohl nicht mit Putzlappen und Reinigungsmitteln beseitigt werden können. Es wird auch um dicke Rechnungen gehen. Gut möglich, dass die Partygesellschaft ihr kurzes Vergnügen noch teuer bezahlen wird.

Scheiben demoliert und versucht, abgeschlossene Türen aufzuhebeln

Der Arbeitseinsatz der Stadt muss beglichen werden. Mindestens drei Fensterscheiben sind demoliert worden. „Und jemand hat versucht, abgeschlossene Türen wie die zum Lager aufzuhebeln. Wir wissen noch nicht, ob in der Küche etwas kaputt gegangen ist“, erklärt Klaus Meißner. Auch wenn die Jugendlichen samt Eltern nun aufräumen wollen, wird auf Meißner und seine Vorstandskollegen vom RSC noch einiges an Arbeit zukommen. Unter anderen wenn es um den Einsatz von Handwerkern geht.

Meißner hat bereits am Sonntagmorgen Anzeige erstattet. Ein Trainer hatte das Desaster gegen 9.30 Uhr als Erster entdeckt. Auch die Polizei hatte sich umgehend ein Bild vom Ausmaß der Verwüstungen gemacht. Von welcher Schule die Partygesellschaft kam, will der Vorsitzende nicht sagen. Aber einige der Jugendlichen seien auch Vereinsmitglieder. „Es ist schon alles schlimm genug. Mit einer solchen Geschichte steht man als Verein nicht gerne in der Öffentlichkeit.“

Ausgerechnet jetzt sind zwei Heimspiele in der Fußball-Kreisliga angesetzt

Eigentlich werde das kleine Vereinshäuschen mit Küche und Barraum nicht für Feiern vermietet. Oder allenfalls in Ausnahmefällen. „Dieses war die erste und letzte Party dieser Art bei uns“, sagt Meißner. Am kommenden Wochenende steht das nächste Meisterschaftsspiel an. Ausgerechnet jetzt sollte der RSC zwei Heimspiele hintereinander haben. Falls der Platz doch noch nicht wieder freigegeben werden kann, hofft der Vorstand, dass er das Heimrecht tauschen kann.

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