Stadttauben

Rätselhafte Taubeninvasion am kontrollierten Steeler Schlag

Monika Hedtkamp füttert regelmäßig die Tauben in Steele. Der kontrollierte Taubenschlag befindet sich auf einem Parkhaus.

Foto: Socrates Tassos

Monika Hedtkamp füttert regelmäßig die Tauben in Steele. Der kontrollierte Taubenschlag befindet sich auf einem Parkhaus. Foto: Socrates Tassos

Essen-Steele.   Die Arbeitsgruppe Stadttauben in Essen-Steele schlägt Alarm. In den letzten Monaten kamen mehr als 60 Tiere dazu. Die Futterkosten sind rapide gestiegen.

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Helle Aufregung bei der Arbeitsgruppe Stadttauben in Steele: Seit einiger Zeit ist der Taubenschlag auf dem Dach eines Steeler Parkhauses überbevölkert. „Wir haben hier mindestens 60 Tiere mehr als zuvor“, sagt Monika Hedtkamp, die Gründerin des Vereins. Woher die große Zahl der Neuankömmlinge stammt, darüber kann die Tierfreundin bislang nur Vermutungen anstellen: „Möglicherweise wurden die Tauben irgendwo in der Nähe ausgesetzt.“

Die Arbeitsgruppe Stadttauben in Steele bemüht sich seit knapp 17 Jahren erfolgreich, den Bestand der Vögel im Stadtteil zu regulieren. Seit Gründung des Vereins konnte die Zahl der Tiere um etwa die Hälfte auf 350 Tauben reduziert werden. Die verbliebenen Tiere werden regelmäßig am Steeler Taubenschlag gefüttert, ihre Eier gegen Attrappen ausgetauscht. Und dies nicht nur im Schlag selbst, sondern auch in der Steeler City, wenn Monika Hedtkamp und ihre Helfer ihnen bekannte Gelege kontrollieren.

Plötzlicher, starker Zuwachs ist nicht normal

Doch urplötzlich findet sich ein größerer Schwarm Tauben regelmäßig zur Fütterungszeit auf dem Parkhausdach ein. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass immer wieder einmal ein paar Tiere dazukommen oder wegbleiben. Doch eine solche Menge neuer Tiere auf einen Schlag muss andere Gründe haben“, sagt Monika Hedtkamp.

Die engagierte 77-Jährige hat auch schon eine Vermutung: „Möglicherweise hat irgendwo in der Nähe ein Taubenhalter seinen Schlag geschlossen. Möglicherweise stammen die Tiere aber auch aus gleich mehreren Schlägen. Eine weitere Erklärung für die plötzliche Taubeninvasion in Steele könnte sein: Jemand hat die Tauben bewusst ausgesetzt. „Das muss dann nicht einmal jemand aus der Nähe gewesen sein“, erklärt Monika Hedtkamp. Normalerweise bewegen sich Tauben auf Nahrungssuche in einem Radius von 800 bis 1000 Metern. „Aber man kann die Tiere ja auch mit dem Auto angekarrt haben.“ Fakt ist: Tauben auszusetzen, ist strafbar.

Futterkosten sind rapide gestiegen

Warum dies geschah, bleibt bislang völlig offen. „Vielleicht hat jemand sein Hobby aufgegeben“, vermutet Vanessa Fricke, die am Steeler Taubenschlag dreimal die Woche kräftig mit anpackt. Auch ihr Mann Benjamin hilft mit. Vielleicht wollte aber auch nur jemand Futter sparen. Und genau darin liegt auch das Problem der Arbeitsgruppe. „Natürlich werden auch die Neuankömmlinge von uns gefüttert, damit sie nicht in der Steeler City herumspazieren“, sagt Monika Hedtkamp. „Doch das können wir uns auf Dauer einfach nicht erlauben.“

Drei Futtersäcke mehr pro Woche summieren sich auf 1500 Euro Mehrkosten im Jahr. Viel Geld für den kleinen Verein. Daher wünscht sich Vanessa Fricke, dass mehr Menschen Verantwortung übernehmen und selbst aktiv werden, aber zumindest die Arbeitsgruppe in Steele unterstützen. „Unser Engagement kommt allen zugute. Da ist jeder angesprochen“, sagt Monika Hedtkamp.

>> KONTAKT ZUR ARBEITSGRUPPE STEELE

Wer die Arbeitsgruppe Stadttauben in Steele unterstützen möchte, kann sich direkt an Monika Hedtkamp, 53 51 08, wenden. Die Gruppe sucht stets nach Helfern.

Aktuell zählt der Verein knapp 50 Mitglieder. Ein Teil der Finanzierung trägt sich durch einen Jahresbeitrag von 20 Euro.

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