Sicherheit im Straßenverkehr

Radfahrer demonstrieren mit Poolnudeln für Mindestabstand

Mit der Poolnudel-Tour demonstrierten die Radfahrer für das Einhalten des Mindestabstandes.

Mit der Poolnudel-Tour demonstrierten die Radfahrer für das Einhalten des Mindestabstandes.

Foto: Foto: JB

Essen.  Weil Autofahrer beim Überholen zu wenig Abstand halten, klemmten sich Fahrradfahrer auf Initiative des ADFC Schwimmhilfen unter den Gepäckträger.

„Poolnudeln“ sind als bunte Schwimmhilfen bekannt. Am Samstag klemmten sich Radfahrer die Schaumstoffstangen auf Initiative des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) für eine Protestfahrt unter den Gepäckträger. Mit der ungewöhnlichen Aktion wollten die 18 Teilnehmer darauf aufmerksam machen, dass Autofahrer nicht genügend Abstand halten, wenn sie Radfahrer überholen.

Bekanntlich müssten Autofahrer beim Überholen von Radfahrern einen Mindestabstand von 1,50 Metern einhalten, betont Jörg Brinkmann, Sprecher des

. Dies sei aber gerade im innerstädtischen Verkehr nur selten der Fall. Der Mindestabstand sei aber elementar,

.

Autofahrer müssen beim Überholen mindestens 1,50 Meter Abstand halten

Mit den Poolnudeln ausgerüstet starteten die Radler auf eine etwa 15 Kilometer lange Rundtour durch die südlichen Stadtteile sowie rund um die Essener City. Dabei ernteten sie nicht nur neugierige Blicke. „Es hat wirklich funktioniert, viele Autofahrer hielten erstaunlich großen Seitenabstand zu der Radlergruppe“, freut sich Brinkmann. Auch auf schmaleren Straßen habe kein Autofahrer versucht, sich wie sonst häufig erlebt, dicht an den Radlern vorbei zu quetschen. Und selbst auf den oftmals viel zu schmalen Radstreifen hätten sich die Teilnehmer dieses Mal sehr sicher gefühlt, da ihnen kein Auto zu nahe gekommen sei.

Das hatten die Initiatoren nicht unbedingt erwartet, wie Brinkmann einräumt. Bewusst hatte sich der ADFC dafür entschieden, die Rundfahrt auf ein Wochenende zu legen. Ist das Verkehrsaufkommen doch dann geringer. „Wir wollten testen, ob sich eine solche Aktion überhaupt durchführen lässt“, berichtet Brinkmann. Dass viele Autofahrer offenbar Verständnis zeigten und niemand zu einem waghalsigen Überholmanöver ansetzte, überraschte dann doch. Selbst auf der Rüttenscheider Straße seien die Autos brav hinter dem Protestzug hergefahren. Von Passanten und Gästen der Straßencafés entlang der Rü habe es teilweise sogar Szenenapplaus für die Aktion gegeben.

Der ADFC möchte die Aktion wiederholen, dann aber während der Woche

„Angesichts des relativ geringen Verkehrsaufkommens am Wochenende äußerten einige Teilnehmer den Wunsch, eine solche Aktion auch zu verkehrsstärkeren Zeiten innerhalb der Woche durchzuführen“, berichtet Jörg Brinkmann. Bemerkenswert aus seiner Sicht: Das Teilnehmerfeld der Rundfahrt setzte sich nicht etwa aus ADFC-Aktivisten zusammen, sondern aus nicht organisierten Alltagsradlern, die durch Mitteilungen in der Presse auf die Aktion aufmerksam geworden waren.

Der ADFC möchte die Poolnudel-Tour wiederholen. Möglicherweise geht es laut Brinkmann dann auch in den Essener Norden, der diesmal ausgespart wurde, weil die Rundfahrt sonst zu lang geworden wäre. Weitere weitere Aktionen im Rahmen der bundesweiten Kampagne „#MehrPlatzfürsRad“ seien geplant.

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