Demonstration

Protest gegen tödlichen Polizeieinsatz: 70 kamen zur Demo

Knapp 70 Freunde und Nachbarn des bei einem Polizeieinsatz erschossenen Adel B. zogen am Donnerstagabend durch Altendorf. Zu Zwischenfällen kam es nach Polizeiangaben nicht.

Knapp 70 Freunde und Nachbarn des bei einem Polizeieinsatz erschossenen Adel B. zogen am Donnerstagabend durch Altendorf. Zu Zwischenfällen kam es nach Polizeiangaben nicht.

Foto: Foto: Olaf Fuhrmann / FFS

Essen.  Aus Protest gegen den tödlichen Polizeieinsatz organisierten Nachbarn und Freunde des erschossenen Adel B. eine Demo. 70 zogen durch Altendorf.

Die Mutter des Opfers hatte sich eine solche Demonstration ausdrücklich verbeten. Doch Freunde wie Nachbarn und selbst die letzte Lebensgefährtin von Adel B. wollten es sich nicht nehmen lassen, öffentlich an den tödlichen Polizeieinsatz vor acht Wochen zu erinnern: Knapp 70 Personen trafen sich dazu am Donnerstagabend an der Ehrenzeller Straße und zogen mal schweigend, mal lautstark durch Altendorfer Straßen.

Nach Angaben des Veranstalters ging es darum, gegen eine allzu strenge, allzu repressive Sicherheitspolitik zu protestieren, die in Altendorf gerade arme Menschen und Migranten treffe. Man wolle sich dabei, so hieß es, allerdings „nicht vor einen politischen Karren spannen lassen“.

„Blut klebt an Euren Händen“

Es war dies die Reaktion darauf, dass linksextremistische Gruppierungen in Aufrufen massiv die Polizei kritisiert und behauptet hatten, der 32-jährige Adel B. sei hinterrücks und mit voller Absicht von einem Polizisten „ermordet“ worden.

Auch im Laufe der Demo wurden derlei Vorwürfe („Blut klebt an Euren Händen“) wieder laut. Eine Darstellung, die die ermittelnde Staatsanwaltschaft ausdrücklich ins Reich der Fabel verweist.

Demo verlief ohne Zwischenfälle

Wie berichtet war Adel B. am frühen Morgen des 18. Juni von einem jungen Polizisten vor seiner Haustür an der Drügeshofstraße in Altendorf erschossen worden. Das offenbar psychisch kranke Opfer hatte zuvor mit einem gegen sich selbst gerichteten Messer mit Selbstmord gedroht. Bei dem Versuch, in sein Wohnhaus zu gelangen, stürmte die Polizei auf ihn zu, wobei ein Beamter einen einzigen tödlichen Schuss abgab.

Die Proteste reagierten jetzt auf die lange von der Polizei aufrechterhaltene Schilderung, Adel B. sei seinerseits auf die Polizei losgegangen, weshalb man in Notwehr habe handeln müssen. Das erst vor wenigen Tagen in der Öffentlichkeit aufgetauchte Handy-Video eines Nachbarn lieferte allerdings ein gänzlich anderes Bild. Die Demo in Altendorf verlief ohne weitere Zwischenfälle.

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