Feuer

Polizist rettet Frau bei Hotelbrand in Essen das Leben

Beim Brand in einem Zimmer im McDreams-Hotel an der Altendorfer Straße in Essen sind in der Nacht zu Mittwoch zwei Menschen schwer verletzt worden. 

Beim Brand in einem Zimmer im McDreams-Hotel an der Altendorfer Straße in Essen sind in der Nacht zu Mittwoch zwei Menschen schwer verletzt worden. 

Foto: ANc

Essen.  Bei einem Hotelbrand in Essen gab es in der Nacht zu Mittwoch zwei Schwerverletzte. Polizei schließt technischen Defekt als Brandursache aus.

Bei einem Brand in einem Hotel an der Altendorfer Straße sind in der Nacht zu Mittwoch zwei Hotelgäste schwer verletzt worden. Ein Polizist wurde ebenfalls verletzt, als er eine Frau aus dem völlig verqualmten Zimmer rettete.

Zuerst hatte um 0.59 Uhr die Brandmeldeanlage des Einkaufszentrums unterhalb des Hotels der Kette McDreams Alarm geschlagen, berichtete die Feuerwehr Essen am Mittwochmorgen. Zeitgleich meldete außerdem die Polizei-Leitstelle den Zimmerbrand und dass noch eine Person in dem brennenden Zimmer vermutet wurde.

Frau musste wiederbelebt werden

Als die Retter eintrafen, waren Flammen im Fenster eines Zimmers im zweiten Obergeschoss zu sehen, zudem schlug dichter Rauch aus einem anderen Fenster des Zimmers, teilte die Feuerwehr mit. Mehrere Hotelgäste hatten sich laut Polizei zudem auf den Parkplatz vor das Hotel geflüchtet. Ein Polizist im Alter von 28 Jahren war zu diesem Zeitpunkt bereits auf ein Vordach geklettert und hatte eine 33-jährige Frau aus dem brennenden und völlig verqualmten Raum auf das Dach gerettet. Anschließen habe sie das Bewusstsein verloren und musste wiederbelebt werden.

Die Rettung war dramatisch, berichtete am Morgen ein Polizeisprecher auf Nachfrage: Der Polizist habe erst versucht einem 54-jährigen Mann zu helfen, die Tür zu dem brennenden Zimmer gewaltsam zu öffnen. Doch das gelang nicht, berichtete der Sprecher. Durch ein Nachbarzimmer seien die beiden dann auf das Vordach des Hotels gestiegen. Dort hätte der Polizist versucht, das auf Kipp stehenden Badezimmerfenster neben dem brennenden Raum zu öffnen, berichtete der Polizeisprecher: „Dabei hat er sich an den Händen verbrannt, weil der Rahmen heiß war“. Schließlich sei es den beiden Männern gelungen, das Fenster zu entriegeln und zu öffnen. Mit mehreren Feuerlöschern habe der Polizist dann die Flammen in dem Raum eingedämmt.

Polizist lotste Frau mit Taschenlampe zum rettenden Fenster

Die Männer hätten danach die Frau aus dem völlig verqualmten Raum befreit. Dabei habe der Polizist die Frau mit einer Taschenlampe zum geöffneten Fenster gelotst, berichtete die Polizei. Andere „couragierte Hotelgäste“ hätten dann geholfen, die Frau auf dem Dach aus dem Gefahrenbereich zu bringen. Laut Feuerwehr wurde die Frau danach mit einer Drehleiter vom Dach geholt und kam dann, nach der Wiederbelebung, in ein Krankenhaus.

Die Frau, die aus Essen kommt, habe den Rettern zuvor noch sagen können, dass in dem brennenden Zimmer noch ein Mann sei. Feuerwehrleute retteten ihn per Drehleiter aus dem Raum. Der 32-Jährige habe schwere Verbrennungen erlitten und sei in eine Spezialklinik gebracht worden. Auch der Polizist kam mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus, teilte die Feuerwehr mit.

Sprinkleranlage half, das Feuer rasch zu löschen

Das Feuer habe am Ende relativ rasch gelöscht werden können, auch dank der Sprinkleranlage des Hotels, die gut funktioniert habe, lobte die Feuerwehr. „Der notwendige Flur vor dem Brandzimmer wurde nur leicht verraucht und konnte unter anderem als Rettungsweg für andere Hotelgäste genutzt werden“.

Vier weitere Hotelgäste wurden sicherheitshalber durch eine Notärztin untersucht, blieben aber ohne Befund, heißt es im Feuerwehrbericht. Messungen hätten keine erhöhten Schadstoffe in der Luft angezeigt, weshalb Hotelgäste nach dem Einsatz wieder auf ihre Zimmer gehen konnten.

Polizei schließt technisches Versagen als Brandursache aus

Der Polizist sei nach seiner Rettungstat ambulant in einem Krankenhaus behandelt worden und habe seinen Dienst noch in der Nacht fortsetzen können, sagte der Polizeisprecher. Sein Einsatz sei mit „einem sehr großen Risiko verbunden gewesen“, hieß es bei der Polizei. Zumal Beamte bei ihrer Ausrüstung nicht über Atemschutzmittel verfügten, sagte der Sprecher.

Zur Brandursache teilte die Polizei am Mittwochmittag mit: „Technisches Versagen schließen wir aus“, sagte ein Sprecher. Für die weitere Klärung werde ein Brandsachverständiger hinzugezogen. Das Hotelzimmer brannte nahezu komplett aus und ist unbewohnbar. Es wurde für die polizeilichen Ermittlungen versiegelt. (dae)

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