Versammlung

Polizei wendet Patrioten-Demo im Essener Einkaufstrubel ab

Wie vor drei Jahren, als sich die rechte Hogesa auf dem Viehofer Platz und das Bündnis „Essen stellt sich quer“ auf dem Pferdemarkt versammelten, werden die Kundgebungen des 8. Dezember ebenfalls in die nördliche City verlegt.Foto:Schimmel

Wie vor drei Jahren, als sich die rechte Hogesa auf dem Viehofer Platz und das Bündnis „Essen stellt sich quer“ auf dem Pferdemarkt versammelten, werden die Kundgebungen des 8. Dezember ebenfalls in die nördliche City verlegt.Foto:Schimmel

essen.   Der Einzelhandel ist erleichtert: „Patrioten NRW“ halten nun eine stationäre Kundgebung am Viehofer Platz ab. Teilnehmerzahl auf 400 geschrumpft.

Deutlich weniger Protestler, zwei Kundgebungsorte fern der großen Kundenströme und nun doch keine Demozüge durch den Vorweihnachtstrubel in der Innenstadt: Mit Blick auf den Einkaufssamstag vor dem zweiten Advent können Einzelhändler als auch die Besucher der Essener City wider Erwarten recht gelassen bleiben.

Nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen hat die Polizei den „Patrioten NRW“ den bislang beworbenen Berliner/Limbecker Platz als Versammlungsort letztlich nicht bestätigt. Vielmehr ist es der Behörde gelungen, dem Anmelder der Versammlung eine rein stationäre Kundgebung am 8. Dezember zwischen 14 und 18 Uhr am Viehofer Platz abzuverhandeln. Dies berichtete Polizeisprecherin Annika Koenig am Mittwoch gegenüber dieser Zeitung.

Und: Hatten die „Patrioten NRW“ für ihre ursprünglich bei der Behörde angemeldete, aber von der Polizei sofort abgelehnte Blockade der A40 noch 2000 zu erwartende Teilnehmer angegeben, reduzierte sich deren Zahl inzwischen auf voraussichtlich 400.

„Das ist eine Lösung, mit der wir leben können“

Die Gegenveranstaltung des Bündnisses „Essen stellt sich quer“ (Essq) wird nach bisherigen Planungen in Sichtweite auf dem Pferdemarkt gegen den Aufmarsch „der gewaltbereiten rechten Hooligans und Neonazis“, wie es in einem Essq-Aufruf heißt, protestieren. Dieser Kundgebungsort, für den 250 Teilnehmer angemeldet sind, stehe aber noch nicht abschließend fest, so Koenig.

Marc Heistermann, Geschäftsführer des Handelsverbands Nordrhein-Westfalen Ruhr, zeigte sich auf Nachfrage einigermaßen erleichtert von dem Fortgang der Dinge: „Das ist eine Lösung, mit der wir noch leben können.“ Auch wenn es seiner Ansicht nach „unverhältnismäßig ist, an einem für den Handel so wichtigen Tag nicht an einem anderen Ort als der Innenstadt zu demonstrieren“.

Auch am Hauptbahnhof wird es voll

Nicht nur die Landespolizei wird sich bemühen, die Auswirkungen auf die City-Besucher so gering wie möglich zu halten. Auch die Bundespolizei ist am kommenden Samstag mit außergewöhnlich vielen Kräften im Einsatz. Denn auf Essens Hauptverkehrsknoten rollt am kommenden Samstag einiges zu: So wird ein Großaufgebot von Beamten nicht nur die anreisenden Kundgebungsteilnehmer, sondern auch die zum Fußball-Revierderby auf Schalke durchreisenden Fans zu überwachen haben. Kurzfristige Sperrungen seien nicht auszuschließen, so Bundespolizeisprecher Volker Stall: „Denn wir gehen davon aus, dass es am Hauptbahnhof ordentlich voll wird.“

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