Versammlung

Polizei löst "Gelbwesten"-Versammlung am Hauptbahnhof Essen auf

Rechte Gruppen docken an die „Gilet Jaunes“-Proteste in Frankreich an und wollen am Samstag in der Essener Innenstadt „spazieren“ gehen.

Rechte Gruppen docken an die „Gilet Jaunes“-Proteste in Frankreich an und wollen am Samstag in der Essener Innenstadt „spazieren“ gehen.

Foto: Claude Paris

Essen.   Knapp 20 "Gelbwesten" haben sich am Samstagvormittag am Hauptbahnhof in Essen versammelt. Die Polizei nahm die Personalien der Teilnehmer auf.

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Knapp 20 "Gelbwesten" haben sich am Samstagvormittag am Essener Hauptbahnhof versammelt. Weil die Versammlung nicht angemeldet war, löste die Polizei sie auf und nahm die Personalien der Teilnehmer auf.

"Viele Teilnehmer wussten gar nicht, dass sie sich auf einer nicht angemeldeten Versammlung befanden", sagte eine Polizistin gegenüber unserer Redaktion. Ob den Teilnehmern eine Anzeige droht, konnte die Polizei auf Nachfrage unserer Redaktion am Samstag nicht sagen.

"Gelbwesten"-Bewegung hat Ursprung in Frankreich

Der Hintergrund: Seit Tagen werben rechte Gruppen für eine „Gelbwesten“-Aktion, die mit einem „Spaziergang“ am Samstag, 1. Dezember, in der Essener Innenstadt an die französische „Gilet Jaunes“-Bewegung anknüpfen soll. Doch niemand wusste so recht, wie der Aufruf, sich um 11 Uhr am Hauptbahnhof zu formieren, zu bewerten ist.

Der polizeiliche Staatsschutz ermittelte zwar auf der Suche nach einer politischen Botschaft, um das bislang nicht bei der Behörde angemeldete Treffen als Versammlung einstufen und nötigenfalls unterbinden zu können. Doch ob die Zusammenkunft tatsächlich stattfinden wird, wer und wie viele sich daran beteiligen, sei nach wie vor unklar, hatte Polizeisprecher Peter Elke am Freitag auf Nachfrage gesagt

Essener Bündnis: „Ein Projekt von Rechtsradikalen“

Nach eigenen Recherchen in einschlägigen Internetforen ist das Bündnis „Essen stellt sich quer“ inzwischen überzeugt, dass es sich bei dem Essener Ableger der „Gelbwesten“ um ein „Projekt von Rechtsradikalen und Neonazis handelt, die unverhohlen antisemitisch, holocaustrelativierend und hitlerverehrend sind“.

Wie die von den „Patrioten NRW“ für den 8. Dezember beworbene Kundgebung auf dem Berliner und Limbecker ablaufen soll, will die Polizei voraussichtlich Anfang der Woche mit dem Anmelder besprechen. „Essen stellt sich quer“ plant bekanntlich eine Gegendemo und hat eine Unterschriftenaktion gestartet. (mit dor)

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