Kriminalität

Polizei Essen warnt vor neuer Betrugs-Masche am Telefon

Trickbetrüger scheinen inzwischen auch jüngere Opfer ins Visier zu nehmen.

Foto: Oliver Berg

Trickbetrüger scheinen inzwischen auch jüngere Opfer ins Visier zu nehmen. Foto: Oliver Berg

Essen.   Falsche Sicherheitsexperten von Microsoft legten Kettwiger (44) herein. Sie machten Beute in vierstelliger Höhe und ergaunerten Daten.

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Auch wenn kriminelle Anrufer von Essener Senioren immer noch horrende Summen erbeuten: In neun von zehn Fällen scheitern die Betrüger mittlerweile am Telefon mit dem Enkeltrick oder als falscher Polizist. Deshalb scheinen sie bereits nach neuen Mitteln, Wegen und auch Opfern zu suchen, um an Geld zu kommen. Die Essener Polizei warnt jetzt vor einer „neuen Masche“, die wohl vor allem bei weniger betagten Bürgern verfangen kann.

Bei einem 44-jährigen Kettwiger machten angebliche Computerexperten jedenfalls fette Beute: Unbekannte Anrufer, die sich als Sicherheitsbeauftragte der Firma Microsoft ausgaben, brachten den Mann am Samstagmittag nicht nur dazu, seine persönlichen Daten preiszugeben.

Er ließ sich zudem überreden, Gutscheine für einen Internetshop zu erwerben und den dazu passenden Code herauszurücken. Die Betrüger am anderen Ende der Leitung lösten die Coupons ein, unterm Strich stand am Ende ein Schaden in Höhe einer vierstelligen Summe, sagte Polizeisprecherin Annika Koenig am Dienstag.

Mit dem Opfer auf Englisch parliert

Nach bisherigen Erkenntnissen begründeten die angeblichen Microsoft-Spezialisten, die mit ihrem Opfer auf Englisch parlierten, ihren Anruf mit einer entdeckten Sicherheitslücke auf dem Computer des Kettwigers: Das Gerät sei von einer Schadsoftware befallen, logen sie. Sie drängten den 44-Jährigen dazu, ein Programm herunterzuladen und zu installieren, mit dem er seine Daten angeblich schützen könne.

Wer eine solche Aufforderung befolgt, öffnet den Betrügern Tor und Tür im virtuellen Raum, ist die Polizei überzeugt: Bei dem angeblichen Reparaturprogramm handelt es sich vielmehr um ein digitales Betrugswerkzeug, mit dem sensible Daten wie Passwörter und Kontodaten mühelos ausspioniert werden können.

In jedem Fall sollte die Polizei eingeschaltet werden

Die Polizei empfiehlt, bei Anrufen angeblicher Experten misstrauisch zu sein und sich nicht auf ein Gespräch einzulassen. Keinesfalls dürften persönliche Daten preisgegeben werden. Wenn das böse Erwachen nach dem Installieren von Software kommt, sollte das Gerät schnellstmöglich vom Internet getrennt und von einem PC-Experten untersucht werden.

In jedem Fall ist die Polizei einzuschalten, auch wenn die Ermittler mit den fortgesetzten Betrügereien schon jetzt alle Hände voll zu tun haben: Bis Ende Oktober zählten sie allein in Essen 433 so genannte „Straftaten zum Nachteil älterer Menschen“. 171 Anzeigen gingen nach Anrufen falscher Polizisten ein, in 82 Fällen war der Enkeltrick der Grund, sich an die Behörde an der Büscherstraße zu wenden. Damit hat die Zahl dieser kriminellen Anrufe um rund 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt. Der Schaden geht in die Millionen, so die Polizei..

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