Pontonbrücke

Politiker der Ruhrhalbinsel fordern Öffnung der Pontonbrücke

Die Pontonbrücke dürfen seit dem 21. Februar Fußgänger und Radfahrer wieder nutzen –Autofahrer müssen Umwege in Kauf nehmen.

Foto: Ingo Otto

Die Pontonbrücke dürfen seit dem 21. Februar Fußgänger und Radfahrer wieder nutzen –Autofahrer müssen Umwege in Kauf nehmen. Foto: Ingo Otto

Essen-Burgaltendorf.   Bezirksvertreter der Ruhrhalbinsel fordern unverzüglichen Kontakt zwischen den Städten und rasche Lösung für die Brücke – im Sinne der Pendler.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Politik hatte die Pontonbrücke erneut auf der Tagesordnung: Die Bezirksvertreter von der Ruhrhalbinsel fordern jetzt die betroffenen Kommunen Essen, Bochum und Hattingen auf, unverzüglich in interkommunalen Kontakten im Schulterschluss von Politik und Verwaltung nach Möglichkeiten zu suchen, um die Brücke so rasch wie möglich für Fahrzeuge (bis 3,5 Tonnen) wieder freizugeben. Den Antrag beschlossen sie einstimmig. Auf die erneute Schließung reagierten die Politiker allesamt mit völligem Unverständnis.

In der Sitzung der Bezirksvertretung am Dienstag, 6. März, – die zahlreiche Bürger wegen des Themas verfolgten – fasste ein Vertreter der Stadt Bochum zunächst die Argumente, die zur Schließung geführt haben, zusammen. Laut Gutachten eines Ingenieurbüros habe es etliche Verkehrsverstöße (Missachtung roter Ampeln, Geisterfahrer auf der Einbahnstraße) gegeben, die der Stadt Bochum keine andere Wahl ließen, als die Brücke sofort zu schließen. Jede andere Reaktion wäre demnach fahrlässig, eine sichere Lösung sei nicht gefunden worden.

Verkehrsverstöße konsequent ahnden

„Dass eine Gefährdung der Verkehrsteilnehmer zur Schließung der Brücke führte, halte ich für einen Vorwand. Es gibt etliche Straßen und Kreuzungen, an denen ein Sicherheitsrisiko besteht“, beschwerte sich Hans Rohrand vom Essener Bürger Bündnis (EBB). Außerdem erklärte er, dass die Sperrung einer Brücke, die drei Städte verbindet, keine Alleinentscheidung einer Stadt sein dürfe.

Mehrere Politiker prangerten zudem an, dass nicht konsequent genug gegen Verkehrssünder vorgegangen worden sei: „Wenn es diese Verkehrsverstöße gibt, dann müssen die auch geahndet werden. Was nicht sein kann, ist, dass für das Fehlverhalten einiger Verkehrsteilnehmer alle anderen in Sippenhaft genommen werden“, so Hans Rohrand. Diese Forderung ist auch Teil des beschlossenen Antrages. Er forderte zudem schnelles Handeln der (Ober-)Bürgermeister von Essen, Bochum und Hattingen. Da die Schwimmbrücke aber nun einmal eindeutig auf Bochumer Gebiet liege, müssten die Essener Politiker vor allem gut begründen, warum das Thema sie genauso betreffe, sagte Christian Sieg (SPD).

Umwege von bis zu zwölf Kilometern

Der EBB-Politiker ergänzte dazu: Das Thema habe höchste Priorität, schließlich seien sehr viele Pendler auch von der Ruhrhalbinsel von der Sperrung betroffen und müssten seitdem Umwege von zusätzlichen zwölf Kilometern in Kauf nehmen. Die Brücke ist immerhin eine wichtige Verbindung zwischen den Städten.

Bezirksbürgermeister Manfred Kuhmichel will, dass nun Vertreter aus der Politik und Verwaltung der drei Städte zusammenkommen und eine Lösung finden. Immerhin sei etwa die Stadt Essen überhaupt erst kurz vor der Schließung über diese Entscheidung informiert worden, lautete eine Kritik.

Die Bezirksvertretung legt daher Wert darauf, dass künftig auch die Bezirksbürgermeister von der Ruhrhalbinsel und aus Bochum-Südwest an Gesprächen beteiligt werden. Ein entsprechendes Treffen ist jetzt für Dienstag, 3. April, geplant.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik