Philharmonie Essen

Philharmonie Essen: Wohlfühl-Paket mit Pappano & Batiashvili

Maestro Antonio Pappano und sein Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia waren jetzt in Essen zu Gast. (Das Bild zeigt sie in Bologna).

Maestro Antonio Pappano und sein Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia waren jetzt in Essen zu Gast. (Das Bild zeigt sie in Bologna).

Foto: Roberto Serra / Getty Images

Essen.   Maestro Antonio Pappano begeisterte jetzt in der Philharmonie Essen - vor allem im Zusammenspiel mit Stargeigerin Lisa Batiashvili.

Ein Rundum-Wohlfühl-Paket hatten Maestro Antonio Pappano und sein Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia aus Rom geschnürt. Suggestive Programmmusik und dazu Béla Bartók in einer Tonsprache, wie man sie nicht unbedingt von ihm gewohnt ist. Ganz ohne die barbarischen Rhythmen des Ungarn nämlich, sondern hell gestimmt und von beseeltem Melos durchtränkt.

Kein Wunder, war doch dieses 1. Violinkonzert eine einzige Liebeserklärung an eine junge Violinistin, deren Platz jetzt in der Philharmonie Essen die georgische Stargeigerin Lisa Batiashvili einnahm. Und die umriss den Charakter des Werkes gleich mit den ersten, solistischen Takten: in nobler Kantabilität, zuchtvollem Spiel und funkelnder Virtuosität im Allegro – hoch expressiv, aber unaufdringlich. Und Pappano wusste dazu das Orchester im Sinne der Solistin dynamisch sicher auszusteuern.

Furioser Auftakt mit „Nacht auf dem Kahlen Berge“

Vielleicht war das schon der Höhepunkt des Abends, obwohl die Römer mit der „Nacht auf dem Kahlen Berge“ in der naturbelassenen, kantigen Instrumentation Mussorgskis einen furiosen Auftakt hinlegten. Voller Ungestüm stürzten sie sich in die brodelnd-lärmende musikalische Hexenküche und folgten flexibel dem suggestiven Dirigat Pappanos, dessen dramatischem Instinkt und Sinn für Effekt man die Herkunft von der Oper anmerkt.

Schließlich begreift er nach eigenem Bekunden auch Rimsky-Korsakows „Scheherazade“ als kleine Oper, als Film, den er indes, abgesehen von launigen Akzenten, ziemlich geradlinig in Szene setzte. Das Meer und Sindbads Schiff wirkten eher gezähmt wie auch das rhetorische Orchester-Rubato für die Erzählungen des Prinzen, mehr hastig als einschmeichelnd die Solovioline, in der Scheherazade den Sultan mit ihren Märchen aus tausendundeiner Nacht umgarnt. Selten quirlig und hitzig aber das „Fest in Bagdad“, in dem die Italiener – schneller geht’s kaum für Flöten und Trompeten – ihre große Klasse bewiesen.

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