Parkplatz-Ärger

Parkplatznot in Essen-Fulerum: Stadt lehnt weitere Fläche ab

Warum die eigentlich ungenutzte Fläche an der Sonderwerkstraße nicht zum Parkplatz umgebaut werden kann, möchte ein Anwohner wissen.

Warum die eigentlich ungenutzte Fläche an der Sonderwerkstraße nicht zum Parkplatz umgebaut werden kann, möchte ein Anwohner wissen.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Fulerum.  Die Stadt reagiert auf die Kritik an fehlenden Parkplätzen in Essen-Fulerum und lehnt weitere Stellplätze ab. Das sei ein falsches Signal.

Die Stadt will an der Sonderwerkstraße in Essen-Fulerum keinen weiteren öffentlichen Parkraum schaffen. Dort könne wegen eines Baumes sowieso nur eine Stellfläche gewonnen werden, lautet die Begründung. Zudem sei Schaffung von Parkplätzen in heutiger Zeit ein falsches Signal. Ein Bürger hatte die Umwandlung der seiner Meinung nach ungenutzten Flächen neben einem Baumbeet in Parkplätze angeregt – auch um Bußgeld für das Parken dort zu vermeiden. Die Stadt aber fordert von Eigentümern, Parkplätze bereitzustellen.

Der Anwohner sieht nicht ein, dass er ein Bußgeld wegen Parkens auf dem Gehweg zahlen soll, obwohl die Fläche neben einem Baumbeet anderweitig gar nicht genutzt werde und ganz anders gepflastert sei als der Gehweg. Er hatte zudem darauf hingewiesen, dass an der parallel verlaufenden Straße Regenbogenweg zwei neue Parkplätze an ähnlicher Stelle geschaffen worden seien. Dort hatten sich die Bürger vor zwei Jahren erfolgreich mit ihrem Anliegen an Stadt und Politik gewandt.

Die Verkehrs- und Parkraumsituation in den Straßen Regenbogenweg, Sonderwerkstraße und Spieckermannstraße sei grundsätzlich vergleichbar, bestätigt die Stadt in ihrer Stellungnahme. Die Fahrbahnen dieser drei Erschließungsstraßen seien jeweils rund sechs Meter breit. Nördlich der Fahrbahn sei eine große Anzahl an Senkrechtstellplätzen baulich angelegt, während am südlichen Fahrbahnrand durchgängig – ohne Unterbrechung durch Zufahrten oder ähnliches – längs geparkt werden könne.

In den drei Straßen stehen 260 Parkplätze zur Verfügung

In den drei Straßen stünden somit rund 260 Stellplätze im öffentlichen Verkehrsraum zur Verfügung. In Relation zu anderen Erschließungsstraßen im Bereich der Bezirksvertretung III (Frohnhausen, Holsterhausen etc.) beziehungsweise im gesamten Stadtgebiet sei das Angebot an Stellplätzen im öffentlichen Verkehrsraum in diesen drei Straßen deutlich größer. Im Gegensatz dazu würden von Seiten der Wohnungsgesellschaft für rund 600 Wohneinheiten lediglich etwa 160 private Stellplätze zur Verfügung gestellt.

Um die gepflasterte Fläche am Ende der Sonderwerkstraße kurz vor dem Wendehammer für das Parken freizugeben, müsste der Bordstein abgesenkt und das kleine Mosaikpflaster, welches laut Stadt nicht für das Befahren mit Pkw geeignet sei und auf dem auch aus straßenbautechnischer Sicht nicht geparkt werden dürfe, gegen Betonsteinpflaster ausgetauscht werden.

Die Situation sei nicht mit der am Regenbogenweg, an dem diese Arbeiten durchgeführt worden seien, vergleichbar, da dort immerhin zwei zusätzliche Stellplätze hergestellt werden konnten. Aufgrund des vorhandenen Baumes könnte an der Sonderwerkstraße nur ein zusätzlicher Stellplatz geschaffen werden.

„Im Hinblick auf die angespannte Haushaltssituation sieht die Verwaltung keinen Bedarf, dort einen weiteren öffentlichen Stellplatz anzulegen. Vielmehr ist dort der Wohnungseigentümer gefordert, auf seinen Grundstücken weitere private Stellplätze anzulegen, um den Stellplatzbedarf seiner Mieter zu decken“, heißt es in der Stellungnahme der Stadt.

Generell gelte, dass der öffentliche Verkehrsraum nicht vorrangig dazu diene, Anwohnern ausreichenden Parkraum zur Verfügung zu stellen. Laut Stadt sei es nicht Aufgabe der Allgemeinheit, Stellplätze für Anwohner zur Verfügung zu stellen. Vielmehr sei jeder Hauseigentümer gefordert, auf seinem eigenen Grundstück ausreichend Stellplätze für die Bewohner anzulegen.

Für die Stadt wäre die Schaffung zusätzlicher Parkplätze ein falsches Signal

Zudem würden derzeit viele Maßnahmen zum weiteren Ausbau und zur Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs und des Radwegenetzes umgesetzt, um die Bürger zu bewegen, vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Rad umzusteigen. Die Anlage zusätzlicher Stellplätze im öffentlichen Verkehrsraum, wie von dem Bürger in Fulerum gefordert, wäre laut Stadt ein falsches Signal.

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