Fairer Handel

Ruhrhalbinsel: Helfer feiern 25 Jahre Eine-Welt-Verkauf

In ihrem Eine-Welt-Laden: (v.li.) Dorthee Benemann, Helga Zwölfer, Monika Agatz, Tim Fischer und Mechthild Fischer.

In ihrem Eine-Welt-Laden: (v.li.) Dorthee Benemann, Helga Zwölfer, Monika Agatz, Tim Fischer und Mechthild Fischer.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Essen-Kupferdreh.  Fair gehandelte Waren: Seit 25 Jahren verkaufen Mitglieder vom „Ökumenischen-Eine-Welt-Kreis-Ruhrhalbinsel“ sie auf dem Kupferdreher Wochenmarkt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Dass sie einmal solange mit dabei sein würde, hätte Dorothee Benemann von der evangelischen Christusgemeinde in Kupferdreh damals nicht gedacht. Aus vier Kirchen hatte sich vor 25 Jahren der Kreis gebildet, der bis heute auf der Ruhrhalbinsel Produkte aus fairem Handel anbietet und damit Menschen in armen Erdregionen unterstützt. Seit einem Jahr wird nicht nur am Marktstand, sondern auch im Kupferdreher Ladengeschäft verkauft. Das Sortiment umfasst hier etwa 500 verschiedene Artikel.

Wer den kleinen Laden betritt, riecht den Duft der Dritten Welt: Kaffee, Tee und Schokolade. Viele hübsche Packungen füllen die weißen Regale. Daneben Honig, Wein und Reis. „Da sind wir bestens sortiert“, freut sich Franz Kampmann, Vorsitzender des Eine-Welt-Vereins. Fast genau vor einem Jahr zog das ehrenamtliche Verkaufs-Team aus dem zwischenzeitlichen Lager aus Burgaltendorf in das leerstehende Ladenlokal an der Ecke Sand-/Kupferdreher Straße. Hier im Randbereich der Kupferdreher Einkaufsmeile finden Autofahrer immer einen freien Parkplatz. Aber auch für Fußgänger oder alle, die mit dem Bus kommen, ist das Geschäft in Schwimmbadnähe gut erreichbar.

Sprung in den eigenen Laden gewagt

„Seit 1994 verkaufen wir jetzt Dritte-Welt-Produkte auf dem Markt“, berichtet Benemann und zeigt ein Foto vom Stand. Das gezimmerte Gerüst mit der weiß-grünen Plane wird im Anhänger transportiert. Dass sie vor rund zwölf Monaten den Sprung zum eigenen Laden wagten, haben die Helfer nicht bereut, auch wenn der Erlös bescheiden ausfiel. „Mit den Einnahmen konnten wir gerade unsere Ausgaben bestreiten“, erklärt Kampmann. Nun hoffen sie, im kommenden Jahr mehr einzunehmen. „Dann könnten wir, wie früher, auch Hilfsprojekte in der Dritten Welt unterstützen“.

Schmuckstück im Schaufenster ist derzeit die Lore, ein Souvenir mit Steiger-Flair, das Hausflure oder Vorgärten ziert. Angeboten werden die kultigen Kohlewägelchen in zwei verschiedenen Größen. Allesamt sind sie Einzelstücke, angefertigt in den Werkstätten der Justizvollzugsanstalt. Die rostige Patina gibt es gratis dazu, aber auch in silbern oder weiß können die Loren bestellt werden. „Ein schönes Geschenk, nicht nur zu Weihnachten.“, findet Benemann.

Zum Angebot zählen Kunstgewerbe, Schmuck, Bilderbücher, Leuchter, Körbe, und Schals

Neben klassischen Fair-Trade-Lebensmitteln gehören Kunstgewerbe, Schmuck, Bilderbücher, Kerzen und Leuchter, Körbe, Tücher und Schals zum Angebot. Das Gros der Produkte bezieht der ökumenische Kreis von der Wuppertaler Handelsorganisation Gepa. Die bedankt sich für die Treue mit Naturalien zur Verkostung auf der Jubiläumsfeier. Seit einem Jahr haben die Helfer auch einen festen Platz für Vorräte, davor diente ein Privatkeller als Warendepot. Die Produkte vertrieb man an wechselnden Orten, wie der „fliegende Jakob“ mit dem hölzernen Stand. Das läuft auch weiter so. „Aber ins Geschäft kommen auch Leute, die wir in den Gemeinden nicht erreichen“, weiß Kampmann.

Von Burgaltendorf bis Überruhr locken derzeit die Adventstüten. Das faire Potpourri aus Kaffee, Tee, Spekulatius, Bio-Schokolade und weiteren Leckereien wird den Käufern bis ins Haus geliefert. „Unsere Kunden schätzen die Vorteile des fairen Handels, wie mehr Gerechtigkeit zwischen den Ländern des Nordens und des Südens“, ist Benemann überzeugt. Hinzu kämen menschenwürdige Arbeitsbedingungen für die Erzeuger vor Ort sowie ein weitgehend ökologischer Anbau – ein Plus für die Umwelt.

Info-Veranstaltungen über fairen Handel

Der Weltladen-Verein organisiert ab und an Info-Veranstaltungen über fairen Handel. Dem Team fehlt es weder an Ideen, noch am nötigen Spaß an der Sache. Doch jüngere Kräfte könne man inzwischen gut gebrauchen. „Nicht nur der grüne Marktstand ist in die Jahre gekommen“, sagt Kampmann. Eine erste Möglichkeit, Talente unter zu Beweis zu stellen, biete sich beim Packen der Adventstüten. „Da sind wir wieder von morgens bis abends beschäftigt.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben