Offener Brief

Rat entscheidet über Resolution gegen die Steeler Jungs

Immer donnerstags, wenn die Steeler Jungs sich im Stadtteil treffen, kommt auch das Bürgerbündnis zum Protest zusammen.

Immer donnerstags, wenn die Steeler Jungs sich im Stadtteil treffen, kommt auch das Bürgerbündnis zum Protest zusammen.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Essen-Steele.  Die Resolution gegen die Steeler Jungs steht auf der Agenda des Rates: Das Bürgerbündnis appelliert an OB und Politiker, sich anzuschließen.

Die Resolution des Bürgerbündnisses „Mut machen – Steele bleibt bunt“ gegen die Steeler Jungs steht nun auch am 29. Mai auf der Tagesordnung im Rat. Während die Bezirkspolitiker sich bereits mehrheitlich für einen Stadtteil der bunten Vielfalt und gegen die Aufmärsche der sogenannten Steeler Jungs erklärt haben, appelliert Bündnismitglied Irene Wollenberg jetzt in einem offenen Brief an den Oberbürgermeister und die Ratsmitglieder, sich dieser Resolution anzuschließen.

In dem Schreiben an die Politiker geht es vor allem um die Gründe, die laut Irene Wollenberg für eine Zustimmung sprechen. So definierten sich die „Steeler Jungs“ selbst als Bürgerwehr, die im Stadtteil für Ruhe und Ordnung sorge. Das sei ein bundesweites Phänomen, das kein Problem des Stadtteils Steele sei. Die Beteiligten seien oftmals in der der rechten Szene vernetzt und erhielten bei ihren wöchentlichen sogenannten Spaziergängen Unterstützung aus anderen Städten.

Bürgerbündnis will klares Zeichen schon in den Anfängen setzen

Diese Spaziergänge dienten laut Wollenberg dazu, „Macht zu demonstrieren, um einzuschüchtern und die Deutungshoheit über den Stadtteil zu gewinnen. Das geht uns alle, das geht auch den Rat der Stadt etwas an“ .

Damit sich niemand vorwerfen lassen müsse, diese Entwicklung in ihren Anfängen nicht erkannt und nicht gestoppt zu haben, meint das Bürgerbündnis: „In Steele haben wir es mit genau diesen Anfängen zu tun. Die Politiker des Rates sind aufgerufen, ein klares Zeichen gegen diese Entwicklung zu setzen.“

Ein Argument, das den Mitgliedern des Bündnisses „Mut machen – Steele bleibt bunt“ immer wieder entgegengehalten werde, sei das des Image-Schadens für den Stadtteil. Es heiße, durch den Protest der Initiative wären die „Steeler Jungs“ erst zu medialer Aufmerksamkeit gelangt. Würde man sie einfach gewähren lassen, würde es niemand merken, denn sie „tun ja nichts“, während die mit den Protesten verbundene erhöhte Polizeipräsenz dem Stadtteil schade. Das Bürgerbündnis setzt dagegen: „Es ist richtig und gut, dass die Steeler Jungs in den Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit geraten, weil ihr politischer Hintergrund erhellt wird.“

Es gelte, einen drohenden Imageschaden vom Stadtteil abzuwenden

Denn es bestehe die Sorge, dass die sogenannte Bürgerwehr ein Klima der Angst verbreite. „Wir sind der Überzeugung, dass ein solches Klima sich ausbreitet, wenn wir uns dem nicht entgegenstellen und deutlich machen: ,Wir sind mehr’“ formuliert Irene Wollenberg in ihrem Schreiben. Dabei gelte es auch, einen drohenden Imageschaden für Steele abzuwenden.

Seinen Einsatz verstehe das Bürgerbündnis als zivilgesellschaftliches Engagement zur Erhaltung und Erweiterung demokratischer Strukturen zum Zusammenhalt einer heterogenen Gesellschaft.

„Wir spalten nicht, wir spielen nicht einzelne Bevölkerungsteile gegeneinander aus. Wir wenden uns gegen jede Art von Hass und Gewalt“, sagt Irene Wollenberg. Gleichzeitig seien Politiker aufgerufen, zivilgesellschaftliches Engagement auch in ihrer alltäglichen Arbeit zu unterstützen: „Deswegen appellieren wir an Sie: Unterstützen Sie die Resolution der BV VII. Ihre Unterstützung wäre ein wichtiges und positives Signal für unsere Arbeit für unseren Stadtteil.“

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